Muxia 2022

Shikoku Henro, Tage 42 bis 45

Zurück am Pilgerweg sind es weitere 3 1/2 Tage bis zum nächsten Zwischenstopp: 90 Kilometer, die Tempel 71 bis 83 und am Ende jeden Tages ein Bergtempel mit heftigem Aufstieg. Nach längerem Suchen finde ich im Pilger-Shop bei T 77 endlich drei der typischen roten Lätzchen für die Jizo-Statuen. Drei für drei (Enkel-) Kinder. Nun schaue ich in den Wäldern nach drei Jizo ohne Lätzchen. T 75, Zentsu-ji, besitzt mit 45.000 Quadratmetern die größte Anlage der Insel. Mit wunderbaren Gebäuden aus verschiedenen Epochen, Skulpturen und zwei über 1000 Jahre alten Kampferbäumen. Ich könnte mehr als die tatsächlichen knapp zwei Stunden in der Anlage verbringen. Muss aber weiter: An diesem Tag sind es fünf Tempel und 24 Kilometer. Der hintere Bereich der Nebenhalle von T 71 öffnet sich überraschend in einen Altarraum in einer Höhle, in der Kukai im 9. Jahrhundert meditiert haben soll.

In und um einen größeren Kiosk an einem schönen Teich, tummeln sich gegen Mittag erstaunlich viele Menschen. Und alle essen freudig das gleiche: Tokoroten. Ich schließe mich an. Den eher unauffälligen Tempel 83, Ichinomiya-ji, erreiche ich knapp vor der Schließung. Schreine hingegen haben keine Schließzeiten: Spektakulär und ein schöner Abendspaziergang ist die große Anlage des direkt daneben liegenden Shinto-Schrein Tamura-jinja. Viele rote Torii und ein goldenes. viele Drachen und Füchse (Boten des Inari). Mit dem Erreichen der 80er Tempel kommt auch die Erkenntnis, dass auch eine über Tausend Kilometer lange Pilgerwanderung ihr Ende haben wird. Aber vorher kommt noch ein Zwischenstopp: Für Naoshima.