Muxia 2022

Tage 80 bis 82 in Japan: Nara

Nara: Im 8. Jahrhundert, vor Kyoto, Kaisersitz und Hauptstadt Japans, heute Ort ältester Tempel des Landes. Die wichtigsten Welterbestätten liegen um den weitläufigen bewaldeten Nara Park: Der Todai-ji Tempel, dessen Haupthalle aus dem 8. Jahrhundert noch immer das größte Holzgebäude der Welt ist und einen über 15 Meter hohen Buddha beherbergt. Der Kasuga-Taisha Schrein mit tausenden Stein- und Bronzelaternen. Und Kofuku-ji mit seiner monumentalen zentralen goldenen Halle und einer über 50 Meter hohen Pagode, die aber von einem gigantischen Baugerüst verdeckt wird. Die eigentliche Sensation Naras aber lebt völlig frei und von den entzückten Besuchern unberührt dazwischen und macht auch gerne mal einen Spaziergang in die Stadt.

Etwas außerhalb liegt der Tempelkomplex Horyu-ji. Japans erste UNESCO-Welterbestätte überhaupt. Mit seiner Haupthalle und der fünfstöckigen Pagode aus dem 7. Jahrhundert besitzt er nicht die größten, aber die ältesten erhaltenen Holzgebäude der Welt. Und frühe, über Tausend Jahre alte, faszinierende buddhistische Kunst in seinem schönen Museum. Aber keine Hirsche.

Wieder einmal das Buch „1000 heilige Orte“ von Christoph Engels schickt mich zum Hase-dera Tempel, einem „atmosphärischen Bergtempel“ am Hang des Berg Hase am Ende eines bewaldeten Tals. Etwas kompliziert ist die Fahrt dort hin mit dem „local train“. Obwohl der Hase Highway hindurchgeführt, scheinen sich im Ort Hase tatsächlich Fuchs und Hase Gute Nacht zu sagen. Eine kleine Wanderung führt vom Bahnhof zum Tor des Tempels und 399 Stufen einer schönen überdachten Holztreppe führen vom Tor hoch zu den Hauptgebäuden. Vor der Haupthalle liegt eine große Holzterrasse über dem Tal, in der Halle steht eine über 10 Meter hohe Holzstatue der elfgesichtigen Kannon, Göttin (Bodhisattva) der Barmherzigkeit. Diese beliebte buddhistische Gottheit kenne ich aus Indien. Dort, im Mutterland des Buddhismus, wird sie männlich dargestellt.