Muxia 2022

Herzlich willkommen!

Auf meinem Reiseblog im Sabbatjahr 2026/27 sowie zu meinen früheren (Pilger-) Wegen. Hier auf der Startseite findest Du immer die drei aktuellsten Beiträge. Alle weiteren Posts, eine Karte mit meinem Standort bzw. der zurückgelegten Route usw. findest Du dann auf der Seite der jeweiligen Reise (aktuell: Japan).
Schön, dass du dabei bist!

Welcome!
On my travel blog during my sabbatical year 2026/27, as well as about my earlier (pilgrimage) journeys. Here on the homepage you will always find the three most recent posts. All further entries, a map showing my current location or the route already covered, and more can be found on the page of the respective journey
(current: Japan).
Glad you’re here!

Neueste Beiträge:

  • Tage 70 bis 72 in Japan: Mount Fuji

    Fuji-san. Aktiver Vulkan und mit 3.776 Metern höchster Berg Japans. Für die UNESCO nicht Naturerbe sondern Weltkulturerbe: „Fuji-san – heiliger Ort und Quelle künstlerischer Inspiration“. Von Alters her im Shintoismus Heiliger Ort als Sitz der höchsten Gottheiten, seit etwa 800 Jahren im Buddhismus als Ort asketischer Praxis. Ein japanisches Sprichwort besagt wohl, dass jeder Japaner den heiligen Berg einmal besteigen soll. Aber nur ein Narr es ein zweites Mal tut.

    Mit dem Fernbus fahre ich aus Tokyo nach Fujiyoshida am Fuß des Berges. Es dauert etwas, bis ich begreife, dass die Busse im 4. Stock des Bahnhofgebäudes abfahren. Traditionell besuchen die Pilger vor dem Aufstieg den Schrein Kitaguchi Hongū Fuji Sengen Jinja. Die Anlage ist, wie ihr Name, überraschend weitläufig und liegt sehr schön zwischen uralten Zedern. Endlich: Am späten Nachmittag reißen die Wolken auf und geben den Blick auf den Heiligen Berg frei.

    Eher aus organisatorischen Gründen entscheide ich mich, wie die allermeisten Japaner, für den Aufstieg in der zweitägigen Variante ab Station 5 auf 2.300 HMR. Bis dort hin fährt der Bus. Auf der Yoshida-Route steige ich zunächst zur Station 8 auf 3.100 Meter auf. Zugang zum Weg erhält nur, wessen Ausrüstung geprüft und für ausreichend befunden wurde. In der Horaikan-Hütte gibt es für alle ein einheitliches Dinner, ein Breakfast-Paket und eine Koje für wenige Stunden.

    Wie alle, will ich vor Sonnenaufgang am Gipfel bzw. Kraterrand sein. Die Nacht ist klar, die Sterne ungewöhnlich hell. In ihrem Licht und dem der Stirnlampe, geht es durch die offene, karge Vulkanlandschaft und gelegentlich ein Torii immer weiter nach oben. Viel zu früh bin ich am Kraterrand. Auf 3.770 Meter ist es kalt. Und Wolken umschließen den Gipfel: Sonnenaufgang fällt heute aus. Aber für Blicke in den 250 Meter tiefen Krater reißen die Wolken später doch wieder auf.

  • Tage 68 und 69 in Japan: Tokyo und Kamakura

    Nochmal Tokyo. Das moderne Sumida Hokusai Museum präsentiert in dessen Heimatbezirk Entwicklung und Werk des wohl bedeutendsten japanischen Künstlers des 18. / 19. Jahrhunderts, Katsushika Hokusai, und die Präzisiontechnik des mehrfarbigen Holzschnittes. Und natürlich die ikonische „Große Welle vor Kanagawa“ aus der Serie „36 Ansichten des Mount Fuji“. Ich kann eine gute Sonderausstellung sehen – und mich auf den Mount Fuji vorbereiten.

    Kamakura ist ein Tagesausflug von Tokyo an die Küste. Das Städtchen steht für Samurai-Kultur und Zen-Traditon. Und für japanisches Strandleben. Die Terrassen des Hase-dera Tempel liegen schön über der Stadt, in der Haupthalle wird eine neun Meter hohe, vergoldete elfköpfige Kannon-Statue verehrt. Der Daibutsu vom Kōtoku-in Tempel ist über elf Meter hoch. Die bronzene Buddha-Statue aus dem 13. Jahrhundert ist ein Wahrzeichen Japans. Seine ruhige Darstellung ein Sinnbild für Gelassenheit im Reinen-Land-Buddhismus. Die Tempelhalle jedoch, die ihn beherbergt hat, wurde über die Jahrhunderte mehrmals von Taifunen und Tsunamis zerstört. Deshalb sitzt der Daibutsu heute im Freien.

  • Tage 65 bis 67 in Japan: Ise

    Aus den Bergen der Kii-Halbinsel mit ihren uralten Heiligtümern des Kumano Kodo, bringt mich die Bahn in eine ganz andere Pilgerwelt: Ise, knapp 120.000 Einwohner im Süden von Honshu, beherbergt mit dem Ise Jingu den wichtigsten Heiligtumskomplex des Shintoismus in Japan. Jingu besteht aus zwei seperaten Hauptschreinanlagen: Geku und Naiku. Der übergeordnete Naiku ist der Sonnengöttin Amaterasu gewidmet. Die oberste Priesterin stammt traditionell aus der kaiserlichen Familie. Seine innersten Räume dürfen nur vom Kaiserpaar betreten werden. Die jeweiligen Hauptgebäude sind abgeschirmt und dürfen auch von außen nicht fotografiert werden. In Scharen (ohne dass dies in den weitläufigen bewaldeten Flächen stören würde) kommen die Menschen in das Zentrum ihrer Religion und verrichten ihre Gebete, nach kurzem Anstehen in einer akkuraten Schlange, vor jedem einzelnen Schrein: Zweimal verbeugen, zweimal klatschen, kurz beten, einmal verbeugen. Die Kultorte sollen seit 1.500 bzw. 2.000 Jahren als solche gelten. Ihre heutige Form bewahren die beiden Anlagen seit dem 7. Jahrhundert. Und trotzdem ist keines der Schreingebäude alt: Alle 20 Jahre werden sie auf den direkt daneben befindlichen „Wechselflächen“ identisch in traditioneller Bauweise neu errichtet und die bisherigen Gebäude (nach Umzug der Gottheiten) abgebaut. Beständigkeit durch Erneuerung. Zuletzt im Jahr 2013 zum 64. Mal.

    Zum Pilgerkontext des Ise Jingu gehört auch Futami an der Küste. Meoto-Iwa, die „verheirateten Felsen“, sind Postkartenmotiv und symbolisieren die Vereinigung männlicher und weiblicher Kräfte. Traditionell reinigten sich die Pilger hier im Meer, bevor sie nach Ise weiterzogen. Ich reinige mich am Abend in Ise im Onsen, dessen Außenbecken in dieser Tradition täglich mit Meerwasser gefüllt wird.

    Mikimoto Pearl Island in Toba bei Ise gilt als Geburtsort der Zuchtperle. Kōkichi Mikimoto gelang hier Ende des 19. Jahrhunderts erstmals erfolgreiche Perlenzucht. Und der Aufbau einer internationalen Luxusmarke. Vor der kleinen Insel mit dem Perlenmuseum führen Ama, sehr nett, ihr historisches Handwerk vor: Ohne Atemgeräte tauchen sie zur Muschelernte bis zu 20 Meter tief.