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Auf meinem Reiseblog im Sabbatjahr 2026/27 sowie zu meinen früheren (Pilger-) Wegen. Hier auf der Startseite findest Du immer die drei aktuellsten Beiträge. Alle weiteren Posts, eine Karte mit meinem Standort bzw. der zurückgelegten Route usw. findest Du dann auf der Seite der jeweiligen Reise (aktuell: Japan).
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Neueste Beiträge:
- Tage 65 bis 67 in Japan: Ise

Aus den Bergen der Kii-Halbinsel mit ihren uralten Heiligtümern des Kumano Kodo, bringt mich die Bahn in eine ganz andere Pilgerwelt: Ise, knapp 120.000 Einwohner im Süden von Honshu, beherbergt mit dem Ise Jingu den wichtigsten Heiligtumskomplex des Shintoismus in Japan. Jingu besteht aus zwei seperaten Hauptschreinanlagen: Geku und Naiku. Der übergeordnete Naiku ist der Sonnengöttin Amaterasu gewidmet. Die oberste Priesterin stammt traditionell aus der kaiserlichen Familie. Seine innersten Räume dürfen nur vom Kaiserpaar betreten werden. Die jeweiligen Hauptgebäude sind abgeschirmt und dürfen auch von außen nicht fotografiert werden. In Scharen (ohne dass dies in den weitläufigen bewaldeten Flächen stören würde) kommen die Menschen in das Zentrum ihrer Religion und verrichten ihre Gebete, nach kurzem Anstehen in einer akkuraten Schlange, vor jedem einzelnen Schrein: Zweimal verbeugen, zweimal klatschen, kurz beten, einmal verbeugen. Die Kultorte sollen seit 1.500 bzw. 2.000 Jahren als solche gelten. Ihre heutige Form bewahren die beiden Anlagen seit dem 7. Jahrhundert. Und trotzdem ist keines der Schreingebäude alt: Alle 20 Jahre werden sie auf den direkt daneben befindlichen „Wechselflächen“ identisch in traditioneller Bauweise neu errichtet und die bisherigen Gebäude (nach Umzug der Gottheiten) abgebaut. Beständigkeit durch Erneuerung. Zuletzt im Jahr 2013 zum 64. Mal.
Zum Pilgerkontext des Ise Jingu gehört auch Futami an der Küste. Meoto-Iwa, die „verheirateten Felsen“, sind Postkartenmotiv und symbolisieren die Vereinigung männlicher und weiblicher Kräfte. Traditionell reinigten sich die Pilger hier im Meer, bevor sie nach Ise weiterzogen. Ich reinige mich am Abend in Ise im Onsen, dessen Außenbecken in dieser Tradition täglich mit Meerwasser gefüllt wird.
Mikimoto Pearl Island in Toba bei Ise gilt als Geburtsort der Zuchtperle. Kōkichi Mikimoto gelang hier Ende des 19. Jahrhunderts erstmals erfolgreiche Perlenzucht. Und der Aufbau einer internationalen Luxusmarke. Vor der kleinen Insel mit dem Perlenmuseum führen Ama, sehr nett, ihr historisches Handwerk vor: Ohne Atemgeräte tauchen sie zur Muschelernte bis zu 20 Meter tief.
- Kumano Kodo, Tage 4 bis 6

Zwei weitere Tage durch die Wälder und über die Berge der Halbinsel. Der Ōgumotori-goe ist ein historischer Bergabschnitt: „Überquerung des großen Wolkenpasses“. Mit dem Gepäck meiner mehrmonatigen Reise auf dem Rücken. Aus dem Wald heraustretend, stehe ich direkt vor dem zweiten Großschrein, Kumano Nachi Taisha. Reduziert ist er nicht: Leuchtend rot liegen der Schrein und seine großen Torii am Berghang. Direkt daneben, die historische Verbindung der Religionen ist spürbar, der zurückhaltende buddhistische Tempel Seiganto-ji. Doch der eigentliche Hingucker, Titelbild mancher Japanbücher, liegt etwas darunter: Sanjūdō, die dreistöckige Pagode des Seiganto-ji, vor dem über 130 Meter hohen Wasserfall Nachi-no-Ōtaki.
Meine Übernachtung in Nachi fällt glücklich: Am Abend wird das lokale Fest Nachikatsuura-chō Hanabi Taikai gefeiert. Gedenken an die Verstorbenen und Ahnen. Am Blue Beach, mit viel Streetfoot und einem 45 minütigen Feuerwerk.
Etwas abseits der Berge und eher über Straßen erreichbar, liegt der dritte große Schrein, Kumano Hayatama Taisha in Shingu. Nach der Überlieferung sollen die Kumano-Gottheiten zuerst am Gotobiki-iwa, einem riesigen heiligen Felsen, herabgestiegen sein. Mich bringt der Bus. Der Aufstieg zum Kamikura-jinja, dem kleinen Schrein am Felsen, erfolgt über eine gewaltige, hohe, steile Naturstein-Treppe. Der ruhige Platz oben ist wunderschön, der Ausblick über die Stadt zum Pazifik spektakulär. Meine Kumano Kodo Pilgerreise endet hier ganz unspektakulär.
- Kumano Kodo, Tage 1 bis 3

Kumano Kodo: Nach dem Shikoku Henro, der hinter mir liegt, die zweite wichtige Pilgerreise in Japan. Eine Abstufung ist nicht möglich: Während der Henro eine buddhistische Reise ist, ist der Kumano shintoistisch. Während der Henro mit seinen 88 Tempeln eine über 1.100 Kilometer lange Rundwanderung um die Insel Shikoku ist, ist der Kumano ein Netz kürzerer Pilgerwege durch die Kii-Halbinsel zwischen drei Großschreinen. Während der Henro in seinen Grundzügen auf den Mönch Kukai im 7./8. Jahrhundert zurückgeht, ist die Tradition des Pilgerns auf dem Kumano Kodo seit dem 10. Jahrhundert belegt. Und für mich ist der Kumano nicht einfach noch ein Pilgerweg sondern er zeigt mir seinen ganz anderen Charakter: Während auf Shikoku die 88 Tempel im Vordergrund stehen, ist am Kumano tatsächlich der Weg das Ziel: Absolute Ruhe, spürbar uralte Wege durch mystische Wälder, großartige Aussichten, Naturerlebnis. Und abgesehen von den drei Hauptschreinen nur gelegentlich ein kleiner oder kleinster Schrein am Weg, der an den spirituellen Background erinnert. Sein Symbol, die dreibeinige Krähe Yatagarasu, steht für Führung, richtigen Weg und Beistand. UNESCO Welterbe „Sacred Sites and Pilgrimage Routes in the Kii Mountain Range“. Mountain Range: Zwischen 850 und 1.250 Höhenmeter Aufstieg sind es täglich.
Ich entscheide mich für eine sechstägige Variante. Zunächst auf dem klassischen Abschnitt Nakahechi. In der schönen privaten Pilgerherberge hängen die Compostela aus Santiago de Compostela an der Wand. Das ältere japanische Paar spricht gerne über seine Pilgerwanderungen durch Frankreich, Spanien und Portugal. Mit der gasbefeuerten urtümlichen Pongashi-ki werden zum Dinner, d.h. für einen von vielen Gängen, Mais, Rais und Nudeln gepufft. Den zweiten Abend verbringe ich in Yunomine Onsen. Selbst das einfache Hostel hat sein eigenes Thermalbad. Im kleinen Quellbecken an der Straße werden Eier und Gemüse gekocht. Ein leichter Schwefelgeruch hängt über dem Ort.
Am dritten Tag erreiche ich den wunderbar reduzierten Hauptschrein Kumano Hongu Taisha. Im Welterbezentrum wird die Partnerschaft mit dem Camino de Santiago sehr ernst genommen. Da ich nun beide Wege, den spanischen und den japanischen, belegen kann, werde ich als „Dual Pilgrim“ geradezu geehrt.






































































































































