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Auf meinem Reiseblog im Sabbatjahr 2026/27 sowie zu meinen früheren (Pilger-) Wegen. Hier auf der Startseite findest Du immer die drei aktuellsten Beiträge. Alle weiteren Posts, eine Karte mit meinem Standort bzw. der zurückgelegten Route usw. findest Du dann auf der Seite der jeweiligen Reise (aktuell: Indien).
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Neueste Beiträge:
- Tage 71 und 72 in Indien: Char Dham I – Yamunotri

Char Dham Yatra: „Pilgerreise zu den vier heiligen Orten“. Im Hinduismus wohl die wichtigste Pilgerreise überhaupt. U.a. zu den Quellen der heiligen Flüsse Yamuna und Ganges. Dem gläubigen Hindu gilt sie als religiöser Verdienst und verspricht Reinigung und Segnung, letztlich ein Schritt Richtung Moksha, Befreiung aus dem Kreislauf von Geburt und Tod. Die vier heiligen Orte, bzw. Tempel, Yamunotri, Gangotri, Kedarnath und Badrinath, liegen im westlichen Himalaya auf Höhen zwischen 3.100 und 3.600 Metern. Luftlinie wären sie nur etwa 120 km voneinander entfernt. Tatsächlich liegen zwischen ihnen jedoch die bis zu 7.100 Meter hohen Gipfel des Garhwal-Himalaya, so dass die Strecke der gesamten Reise auf Straßen oder Wegen knapp 1.500 Kilometer beträgt.
Mit meinen mühsam erworbenen Ticket bin ich um 06:30 am Busbahnhof. Es funktioniert, ich bekomme meinen Platz, allerdings wenig Platz. Zehn Stunden wird die Fahrt dauern. Eine waghalsige Fahrt über abenteuerliche Bergstraßen, zuletzt nur noch Pisten. Ziel ist das Dorf Janki Chatti, der letzte mit Fahrzeugen erreichbare Ort vor Yamunotri. Ab Rishikesh sind es 230 km, von 375 auf 2.600 Höhenmeter. Kumuliert quälen sich Fahrzeug und Fahrgäste über 6.000 Höhenmeter. Anfangs ist die Stimmung im Bus gut. Pilger unterwegs: Es wird gesungen. Am Ende heißt es nur noch durchhalten: Manche übergeben sich direkt aus dem Fenster. In Janki Chatti ist es lausig kalt und es regnet heftig.
An dessen Ursprung wird in Yamunotri die Göttin Yamuna, bzw., in einer Person, der Fluss Yamuna verehrt. Neben dem Ganges der zweite Heilige Fluss Indiens. Nach 1.350 Kilometern wird er in Prayagraj in den Ganges münden, am Triveni Sangam, zu dem ich vor elf Wochen mit dem Ruderkahn gebracht worden bin (und nicht ausgestiegen bin). Dazwischen liegen auf seiner und meiner Reise Mathura, Vrindavan, Agra und Delhi. Als Ursprung gilt der Ort des Tempels Yamunotri auf knapp 3.200 Metern Höhe. Sechs Kilometer beträgt der Aufstieg. Wer nicht gehen kann oder will (viele wollen nicht), lässt sich tragen: Von Pferden oder von Menschen: Im Korb (Kandi) auf dem Rücken eines einzelnen, oder im Tragestuhl Palki. Der Weg durch und über der steilen, tiefen Schlucht des Yamuna wäre wunderschön. Tatsächlich steht die Situation auf dem völlig überfüllten Weg den Straßenverhältnissen in den Städten nichts nach: Schreiend und stoßend verschaffen sich Träger und Führer der Pferde ihre Bahn. Die Fußpilger können sehen wo sie bleiben. Und drängeln gegenseitig. Trotzdem ist die Stimmung am Ziel gelöst. Die Menschen verehren die Göttin am Fluss und im Tempel. Und mit einem Bad in der heißen Quelle, die unter dem Tempel entspringt.
- Tage 67 bis 70 in Indien: Rishikesh

Nur knapp 30 Kilometer sind es mit der Bahn, dem Ganges flussaufwärts, von Haridwar nach Rishikesh. „Die Welthauptstadt des Yoga“ ist im Bereich der Altstadt mit den südlichen Ghats nicht weniger chaotisch und laut als ich es bereits gewohnt bin. Hier gibt es aber auch den historischen, schönen und überraschend ruhigen Shri Bharat (Vishnu) Tempel. Und das traditionelle Arati am Triveni Ghat.
Da ich meinen Yoga-Teacher-Trainings-Cours 2023 in der Tradition von Sivananda Yoga absolviert habe, freue ich mich besonders auf den großen Sivananda Ashram in Rishikesh. Als Divine Life Society 1936 von Swami Sivananda gegründet, ist der Ashram Keimzelle und noch heute Hauptsitz der Society bzw. Sivananda Yoga. Neben dem Visvanath (Shiva) Tempel ist insbesondere der „Holy Samadhi Shrine“ in Gedenken an Swami Sivananda Herz der Anlage. Abends kann ich dort am zweistündigen Satsang teilnehmen. Im kleinen Sri Swami Sivananda Tapasya Smriti Kutir, auf der gegenüber liegenden Seite des Ganges, praktizierte er in den zehn Jahren vor der Ashram-Gründung.
Ein Ashram anderer Natur ist Chaurasi Kutia bzw. Maharishi Mahesh Yogi Ashram, in dem The Beatles 1968 mehrere Monate beim Guru Maharishi Mahesh verbrachten, Transzendentale Meditation übten, sonst was machten und u.a. die Songs für das White Album schrieben. Seit 1977 sind die Gebäude, heute im Randbereich eines Naturschutzgebiets, dem Verfall überlassen aber ihr Wohnhaus, The Beatles Bungalow, die Residenz von Maharishi Mahesh Yogi, in der sie bei ihm lernten, die Tempelruine und viele Meditationszellen sind noch gut erkennbar.
Spätestens seit dem Aufenthalt der Beatles versteht sich Rishikesh als Welthauptstadt des Yoga. Nördlich der Altstadt reihen sich beidseits des Ganges, zwischen Ghats und Tempeln, aktive und aufgegebene Ashrams aus den letzten Jahrzehnten. Von mancher Hauswand grüßt ein Guru aus den 1970ern. Dazwischen und um die Hängebrücke Lakshman Jhula findet der spirituell oder esoterisch motivierte Reisende alles was er so braucht oder brauchen soll.
An der Basis des Himalaya gelegen, ist Rishikesh aber auch Pilgerzentrum und Tor für mein letztes großes Vorhaben in Indien: Char Dham Yatra, die Pilgerreise zu vier Zielen im Himalaya. Die Organisation ist eine echte Herausforderung und erschließt sich nur nach und nach bzw hoffentlich während der Reise. Aber nach drei Anläufen an drei Tagen halte ich in Rishikesh die erforderliche Registrierung und ein Busticket zum ersten Ziel in Händen.
- Tage 65 und 66 in Indien: Haridwar

Mit dem Nachtzug (210 km, 5 Std.) komme ich von Chandigarh in den frühen Morgenstunden in Haridwar an. Mein erster Weg führt zu den Ghats (tatsächlich werde ich durch die Gassen zu den Ghats gedrückt): Nach Patna, am Beginn meiner Reise, Varanasi und Prayagraj, erreiche ich hier wieder den Ganges. In Haridwar tritt der heilige Fluss, als türkisgrüner, lebhafter Bergfluss aus dem Himalaya kommend, in die nordindische Ebene ein und wird für die Gläubigen zugänglich. Deshalb gehört die Stadt zu den sieben heiligen Städten im Hinduismus und ist, wie Prayagraj, eine von vier Städten in denen alle zwölf Jahre die Kumbh Mela stattfindet. Zuletzt, 2021, sollen hier über neun Millionen Menschen an den Fluss gekommen sein, davon 3,5 Millionen am Haupttag. Anders als in Varanasi sind die Ghats nicht historisch sondern weitläufig und neueren Datums. Offenbar um dem Großereignis gewachsen zu sein. Kanalisiert strömt der Ganges durch die Stadt und gibt ihr ihren besonderen Charakter. Und die Menschen strömen auch heute, am Morgen eines ganz normalen Tages, an den Fluss. Zentrum sind die Har Ki Pauri Ghats, wo auch ein Fußabdruck Vishnus verehrt wird. Aber das eigentliche Heiligtum ist der Fluss: Das rituelle Bad reinigt das Kharma, erfrischt an diesen heißen Tagen und muss mit dem Handy festgehalten werden. Vor Sonnenuntergang strömen die Menschen dann zum Arati. Die Zeremonie selbst ist kurz. Die eigentliche Show ist die Masse der Menschen.
Wichtigster Tempel ist der Maa Mansa Devi Mandir auf einem Hügel über der Stadt. Am Weg hinauf zum Tempel sitzen Menschen mit offener Hand und wartende Affen. Beiden wird gegeben: Gut für das Karma. Die Verehrung der Göttlichen Mutterkraft im Tempel ist historisch. Der heutige Bau überwiegend aus dem 20. Jahrhundert. Lange Gänge führen an vielen Scheinen vorbei, so dass jeder, auch neben der Göttin Devi, seiner favorisieren Gottheit opfern kann.

































































































































































