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Auf meinem Reiseblog im Sabbatjahr 2026/27 sowie zu meinen früheren (Pilger-) Wegen. Hier auf der Startseite findest Du immer die drei aktuellsten Beiträge. Alle weiteren Posts, eine Karte mit meinem Standort bzw. der zurückgelegten Route usw. findest Du dann auf der Seite der jeweiligen Reise (aktuell: Indien).
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Neueste Beiträge:
- Tage 35 und 36 in Indien: Khajuraho

Tage der Welterbestätten: Nach Orchha und vor Sanchi und Agra, nun zwei Tage Khajuraho, 175 Kilometer südöstlich von Jhansi. Wikipedia.org: „Diese Stadt ist eines der beliebtesten Reiseziele Indiens. Khajuraho besitzt die größte Gruppe mittelalterlicher hinduistischer und jainistischer Tempel des Landes und ist berühmt für ihre erotischen Skulpturen aus der Zeit der Chandela-Dynastie.“ Die Tempel stammen durchgehen aus dem frühen 10. bis späten 11. Jahrhundert und haben, soweit noch erhalten, einen ähnlichen Aufbau: Auf einer hohen Plattform eine Vorhalle, eine Haupthalle und dahinter das Heiligtum, von einer Umwandlung umgeben unter den Shikara Türmen. Die über 20 Tempel gliedern sich in drei Baugruppen. Die Westgruppe befindet sich in einem weitläufigen schönen Park. Eigene Schreine haben der überlebensgroße Stier Shivas, Nandi, am großen Shiva-Tempel und Varaha, die Eber-Inkarnation Vishnus.
Der Matangeshvara-Tempel gehört baulich zur Westgruppe, befindet sich aber unmittelbar außerhalb des Parks (für den Eintritt zu bezahlen ist). Deshalb wird dieser Tempel aktiv genutzt und ist mit seinem 2,5 Meter hohen Shiva-Lingam auf einer über einen Meter hohen Plattform ein besonderes verehrter Kultort. Zur Ostgruppe gehören drei schöne Jain Tempel in einem Areal der Jain mit einem kleinen Museum. Die weiteren Tempel der Ost- und Südgruppen verteilen sich im alten Dorf und darum herum. Ich will nicht nur Tempel, sondern auch das ländliche zentrale Indien sehen und gehe die Runde, etwa 15 Kilometer, von Dorf zu Dorf zu Fuß. Die Menschen arbeiten mit einfachsten Mitteln auf den Feldern. Getreide wird mit Handsicheln geerntet. Große Rinder stehen im kleinen Teich: Es hat über 35 Grad. An der Ruine des Ghantai-Tempel komme ich mit ein paar Jungs ins Gespräch. Schnell werde ich von der Familie aus dem Nachbarhaus vereinnahmt. Ich erfahre dass der schöne blaue Vogel, der mir bereits am Vortag aufgefallen ist, die Hinduracke, ganz besonderes nützlich ist: Bitten und Anliegen, die man ihm offenbart, trägt er weiter zur Gottheit. Blau ist die Farbe Shivas. Und wenn Shiva gerade schläft wird der Vogel ihn wecken!
- Tage 32 und 33 in Indien: Orchha

Eine kurze Bahnfahrt und eine zweistündige Wanderung bringen mich nach Orchha: Eine etwas vergessene -nehme ich irrig an- Kleinstadt im Grenzgebiet der Bundesstaaten Uttar Pradesh / Madhya Pradesh und damit meine erste Station in Madhya Pradesh. An der Landstraße besteige ich einen kleinen Hügel und entdecke einen ruhigen Platz mit vielen kleinsten Schreinen. Noch vor dem Ort stoße ich erst auf eine Prozession und dann auf einen ohrenbetäubend lauten Umzug: Es ist Ram Navami, Fest der Geburt Ramas. Der überregionale, wichtigste Tempel der Stadt ist ein Rama Tempel: Der Tag wird laut und bunt. Ungewöhnlich ist die Bauform des Ram Raja Tempels, die eher an einen Palast als an einen Tempel denken lässt. Und als einziger Ort in Indien wird Rama hier nicht in Form einer Gottheit, sondern als kriegerischer König verehrt. Und zur Verehrung kommen heute Tausende. Eine große spirituelle Party. Erst gegen Abend stelle auch ich mich in eine Schlange vor eines der Tempeltore. Das Tor ist geschlossen, es heißt auf das Arati zu warten. Nach einer Stunde strömen die Pilger in den Tempel. Ich werde mitgeströmt. Das Arati ist kurz und kaum zu sehen. Das Wichtigste für die Gläubigen und Rama-Verehrer kommt danach: Es gilt dem Heiligsten, der Rama-Skulptur, so nahe wie möglich zu kommen und die Opfergaben möglichst unmittelbar darzubringen. Das Gedränge ist unglaublich. Wer es nicht bis nach vorne schafft wirft seine Gaben über die Köpfe der Durchsetzungsstärkeren.
Der Rama Tempel ist nur eines der Highlights mit denen Orchha auf der vorläufigen Liste des UNESCO-Weltkulturerbes steht: Der Fort-Komplex am Fluss enthält u.a. die Paläste Jehangir Mahal und Raja Mahal aus der Zeit der Mogulkaiser: Innenhöfe, Türme und Türmchen, Dachterrassen, Wand- und Deckengemälde, plötzlich ist es das Indien aus Tausendundeine Nacht. Auch die Affen sind größer. Mein Highlight ist trotzdem der Chaturbhuj-Tempel direkt neben dem Ram Raja Tempel: Vom Raja Madhukar Shah im späten 16. Jahrhundert erbaut, hat er auf einem hohen Sockel einen mehrgeschossigen Aufbau und gilt mit seinem über hundert Meter hohen Hauptturm als einer der höchsten historischen Tempel in Indien. Mit einer Handlampe, für die engen Aufgänge, und einem Stock, wegen der Affen, bringt mich ein „Guide“ zur höchsten Plattform. Den Stock braucht er nicht. Aber er macht mich auf die Turmspitze gegenüber aufmerksam: Der Geier ist echt. Die Chhatris am Flussufer, Ehren- und Gedenkmale der Maharajas, sind einfach nur schön.
Am zweiten Vormittag mache ich einen Spaziergang zum etwas außerhalb liegenden Lakshmi-Narayan-Tempel. Aus dem frühen 17. Jahrhundert ist auch der eine wunderbare Mischung aus Tempel, Festung und Palast. Und es ist ruhig!
Für den zweiten Tollwut-Booster fahre ich zurück nach Jhansi.
- Tage 30/31 und 34 in Indien: Jhansi

Jhansi, Uttar Pradesh, 320 km südwestlich von Lucknow, ca. 700.000 Einwohner. Für mich zunächst nur Zwischenstopp und Verkehrsknoten. Auf dem Weg vom Bahnhof zum Hotel entdecke ich auf Maps eine Kirche: Im St. Jude’s Shrine (St. Judas Thaddäus), Bischofssitz, kann ich an einer vorgezogenen Ostermesse teilnehmen.
Auch den Emergency Room des Maharani Laxmi Bai Medical University Hospital kann ich erleben: Nachdem mich in Gorakhpur bei Dunkelheit unvermittelt ein Straßenhund in die Wade gebissen hat, sind trotz Grundimpfung zwei Tollwutbooster angezeigt. Hundebisse werden in Uttar Pradesh, wegen des hohen Tollwutvorkommen, als Notfall betrachtet: Im Emergency Room bekomme ich, nach kurzer Schilderung des Vorfalls, schnell und unbürokratisch die nötigen Injektionen. Nach Versicherung oder Bezahlung fragt niemand. Um die Termine zu ermöglichen plane ich um.
Dem Hospital gegenüber entdecke ich auf einem Straßenschild einen Hinweis auf den Karguvanji Jain Tempel, der in keinem Buch verzeichnet ist. Die Digambar-Jain sind eine Strömung die nicht nur Ahimsa, absolute Gewaltlosigkeit, sondern insbesondere Besitzlosigkeit, bis hin zu Kleidung, als Weg zur Erlösung betrachten. Am Tor bedarf es mehrerer Rücksprachen mit Entscheidungsträgern, bis klar ist ob ich das Areal betreten darf. Schuhe ausziehen, Hände und Füße waschen, dann führt mich ein Verantwortlicher ausführlich durch alle Bereiche. Das Pflaster ist brutal heiß: Die Funktion der weißen Streifen zwischen den Gebäuden wird schnell klar. Auch zu zwei spirituellen Lehrern soll ich mich setzen. Sie haben auch die Kleidung aufgegeben. Für mich ist es nach Pawapuri, in der ersten Woche meiner Reise, erstmals wieder ein Jain Tempel. Im Kern ist er 700 Jahre alt. Und wunderschön.
Auf dem Stadtplan entdecke ich einen Lakshmi Tempel am gleichnamigen See, wohl der relevanteste Hindu Tempel der Stadt. Ich will einen Abendspaziergang dort hin unternehmen. Natürlich ist ein Fußmarsch durch die Altstadt wieder ein krasses Unterfangen. Mehrmals gerade ich in ohrenbetäubende religiöse Umzüge, die die ohnehin überfüllten und lauten Straßen komplett blockieren. Die kämpferische Göttin Kali wird phrenetisch gefeiert. Am Lakshmi See finde ich ein ganzes Tempelareal. Während der Arati an einem kleinen Durga Tempel ist es ruhiger. Ich werde eingeladen dazu zu kommen.






































































































































































