Muxia 2022

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Auf meinem Reiseblog im Sabbatjahr 2026/27 sowie zu meinen früheren (Pilger-) Wegen. Hier auf der Startseite findest Du immer die drei aktuellsten Beiträge. Alle weiteren Posts, eine Karte mit meinem Standort bzw. der zurückgelegten Route usw. findest Du dann auf der Seite der jeweiligen Reise (aktuell: Indien).
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On my travel blog during my sabbatical year 2026/27, as well as about my earlier (pilgrimage) journeys. Here on the homepage you will always find the three most recent posts. All further entries, a map showing my current location or the route already covered, and more can be found on the page of the respective journey
(current: Indien).
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Neueste Beiträge:

  • Tage 83 bis 86 in Indien: Rishikesh II

    Die Rückreise von Badrinath nach Rishikesh bedeutet nochmal eine lange waghalsige Busfahrt von 3.150 auf 360 Höhenmeter. Zwölf Stunden für 290 Kilometer.. An der Strecke liegt noch ein besonderer Ort: Devprayag. Hier mündet der Alaknanda-River, dem die Straße seit Badrinath gefolgt ist, in den Bhagirathi-River, dem Oberlauf des Ganges, der aus Gangotri/Gaumukh kommt. Ab dieser Vereinigung wird der Heilige Fluss auch offiziell Ganges genannt. Eine Zwischenübernachtung will ich dafür nicht mehr extra einlegen. Aber verdrehe mir im Bus den Kopf um den Zusammenfluss des eher bräunlichen Alaknanda mit dem grünen Wasser des Bhagirathi zu sehen. Die Straße folgt dem Ganges bis Rishikesh.

    Elefanten habe ich in Indien bislang nur in Gorakhpur gesehen: Als Lasttiere mitten im Verkehr einer vierspurigen Hauptstraße. Die Tiere wirken ruhig, trotzdem ist es ein bedrückender Anblick. Ab Rishikesh kann ich mir eine Fahrt zum nahen Rajaji National Park und eine „Jeep Safari“ organisieren. Rajaji gehört nicht zu den großen bedeutenden Parks aber die Natur der Gangesebene ist schön und er bietet Tieren einen wichtigen Rückzugsort. Von Tigern gibt es erwartungsgemäß nur frische Spuren im Sand zu sehen. Aber die Elefanten leben frei.

    Nach der kräftezehrenden Char Dham Yatra plane ich drei ruhigere Tage in Rishikesh ein. Und komme vom Regen in die Traufe: Aus der eisigen Kälte des Himalaya in 44 bis 46 Grad Hitze. Nochmal besuche ich den Sivananda-Ashram, folge den Ghats am Ganges und nehme schließlich mit der traditionellen Arati am Sri Sathya Sai Ghat Abschied vom Heiligen Fluss, der ab dem Start in Patna, über Varanasi, Prayagraj, Haridwar, Rishikesh, Gangotri und Gaumukh, die zentrale Achse meiner Reise war.

  • Tag 82 in Indien: Mana

    Mit einem einstündigen Fußmarsch ab Badrinath erreiche ich Mana: Das letzte Dorf Indiens. Bzw. im eigenen Selbstverständnis „First Indian Village Mana“. Knapp 30 Kilometer dahinter liegt die Grenze zu Tibet / China. Allerdings am Mana-Pass, nochmal ca. 2.600 Meter höher. Plötzlich wehen wieder tibetische Flaggen. Und die Gesichtszüge und das Verkaufsangebot mancher Menschen muten tibetisch an. Der kleine Saraswati-Tempel liegt direkt am Saraswati-Wasserfall, kurz bevor der in den Alaknanda mündet. Die großen goldenen Skulpturen der Pandavas zeigen die mythologischen Figuren aus der Bhagavad Gita auf ihrem letzten Gang, den sie ab hier vom Himalaya in den Himmel angetreten haben sollen. Und mythologisch „Erste Liga“ sind zwei kleine Höhlen am Ort: In der Vyas Gufa soll der Weise Vyasa das große Epos Mahabharata (einschl. der Bhagavad Gita) gesehen und diktiert haben. In der Ganesh Gufa hat es der göttliche Schreiber Ganesha niedergeschrieben. Trotzdem ist der Run auf diese Heiligtümer eher gering. Die Pilger konzentrieren sich auf den Badrinath-Tempel. In Mana herrscht sonnige Ausflugsstimmung.

  • Tage 81 und 82 in Indien: Char Dham IV – Badrinath

    Letzte Etappe meiner Char Dham Yatra ist der Tempel in Badrinath. Relativ einfach: Ort und Tempel sind mit dem Bus direkt erreichbar. Obwohl Sonprayag und Badrinath Luftlinie nur etwa 40 km voneinander entfernt sind, ist die Fahrt über Pässe und durch das Tal des Alaknanda wieder 230 km lang. Es erfordert kumuliert mehr als 9.200 Höhenmeter aufwärts um das Ziel auf 3.100 Meter zu erreichen. In Bus lasse ich mich von drei Heranwachsenden befragen. Sie selbst kommen aus Kerala, ganz im Süden Indiens, haben aber nur für die halbe Char Dham Zeit und wollen auf der Rückreise noch nach Varanasi. Der Höhe entsprechend ist es auch in Badrinath lausig kalt. Weder die Länge der Warteschlange noch die voraussichtliche Wartezeit lässt sich am Ende der Schlange zum Tempel abschätzen. Mir scheint zunächst dass es ruhiger als in Kedarnath ist und so stellt ich mich ohne Schuhe ans Ende der Schlange. Nach 1 1/2 Stunden kann ich einen Becher heiße Milch kaufen, die die eiskalten Füße jedoch nicht erreicht. Nach knapp 3 1/2 Stunden erreiche ich das Gedränge vor dem Tor des Tempels. Nochmal der Vergleich: In Europa habe ich solche Massen von Menschen weder im Heiligen Jahr 2025 in Rom, noch im Heiligen Jahr 2022 in Santiago de Compostela erlebt. In Indien sind es ganz normale Tage an Tempeln auf über 3.000 Meter Höhe im Himalaya. Auch die indischen Pilger haben eiskalte Füße, nehmen das aber genauso als gegeben hin wie die stundenlangen Wartezeiten, die tagelangen schwierigen Busfahrten und die chaotischen Aufstiege. Wichtig ist ihnen Darshan: Der kurze Augenblick in dem sie der Gottheit im Tempel in die Augen sehen und von der Gottheit gesehen werden. Um dann von den Nachdrängenden wieder hinausgeschoben zu werden. Bis zum Tor des Tempels stehen sie (und ich) dafür ruhig an. Nur als ein paar Heranwachsende sich durch die gespannten Seile nach vorne mogeln wollen, wird es ausgesprochen unruhig. Eine Frau wirft einen Stein. Im Badrinath-Tempel wird Vishnu verehrt, der Tempel ist eines der wichtigsten Vishnu-Heiligtümer Indiens. Im großen Innenhof hinter der farbenfrohen Fassade steht der eigentliche Tempel aus Granit aus dem frühen 19. Jahrhundert.

    Mir selbst ist Darshan nicht wichtig und ich gehe auch nicht davon aus durch die Char Dham Yatra einen Kreislauf von Wiedergeburten zu durchbrechen. Aber es berührt mich, dass ich diese vier heiligen Orte, die Quelle der Yamuna in Yamunotri, den Oberlauf des Ganges in Gangotri, das Shiva-Heiligtum in Kedarnath und das Vishnu-Heiligtum in Badrinath, zu denen Menschen mythologisch bereits ewig, nachweislich mindestens seit dem 8. Jahrhundert kommen um ihre Spiritualität zu leben und ihrem Gott nahe zu sein, ebenfalls besuchen durfte. Auf die gleiche Weise wie der indische Pilger heute. Nur mit entspannterem Zeitansatz: 11 Tage sind es geworden plus drei fantastische Tage Trek nach Gaumukh und Tapovan. Und 1.330 Kilometer haarsträubende Busfahrten.