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Auf meinem Reiseblog im Sabbatjahr 2026/27 sowie zu meinen früheren (Pilger-) Wegen. Hier auf der Startseite findest Du immer die drei aktuellsten Beiträge. Alle weiteren Posts, eine Karte mit meinem Standort bzw. der zurückgelegten Route usw. findest Du dann auf der Seite der jeweiligen Reise (aktuell: Indien).
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Neueste Beiträge:
- Kathmandu: Die zweiten drei Tage

Herz der historischen Altstadt Kathmandus, genauer der Zwillingsstadt Lalitpur, ist der Patan Darbar Square mit dem ehem. königlichen Palast und einer Vielzahl auf ihn ausgerichteter Tempel aus der Epoche der Malla-Könige im 17. Jahrhundert. Um den Platz überhaupt betreten und sehen zu können, muss ich als Ausländer eine Gebühr bezahlen. Darin enthalten ist jedoch der Eintritt in das tolle kulturhistorische Museum im Palast. So ist es fair. Noch vor dem Darbar Square findet sich der buddhistische Hiranya Varna Mahavihar, mit seinem Klosterhof aus dem 12. und dem Tempel aus dem frühen 15. Jahrhundert, „the golden Temple“.
Wieder aus dem Buch „Verborgene Heiligtümer“ (Martin Gray) habe ich den Hinweis auf Budhanilkanta: Weniger ein Tempel sondern ein offenes Wasserbecken mit einer ungewöhnlichen, großen liegenden Vishnu-Skulptur aus dem frühen Mittelalter. Mit dem wwWeb in der Hosentasche und einem entsprechenden Fußmarsch ist auch das Verborgene erreichbar. Eine große Anzahl Vishnu-Verehrer ist bereits da.
Neben Boudhanath, der größten Stupa Nepals, ist ein weiterer Stupa Ziel der Pilger und Besucher Kathmandus: Swayambhunath Stupa auf einem Hügel im Süd-Westen, dem gegenüber liegenden Bereich des Kathmandu Tals. Er gilt als ältester Stupa Nepals und einer der ältesten der Welt. Seine inneren Bauteile stammen aus dem fünften Jahrhundert. Vor Christus. Beim schweren Erdbeben 2015 wurden viele umliegenden Gebäude stark beschädigt. Der Stupa blieb weitgehend erhalten. Auch UNESCO-Weltkulturerbe. Eine historische, steile Treppe führt hinauf auf den Hügel. Der buddhistische Stupa ist unmittelbar von zwei hinduistischen, turm-artigen Shiva-Tempeln flankiert. Auch der Rest des kleinen Plateaus ist dicht mit kleinen Tempeln, Schreinen und einem kleinen Kloster bebaut. Warum der Stupa auch Monkey Temple genannt wird liegt auf der Hand.
Und auch Kathmandu:
Sechs Tage Kathmandu und insgesamt vier Wochen Nepal. Der Zeitrahmen meines Visa läuft ab. Zeit nach Indien zurückzukehren.
- Kathmandu: Die ersten drei Tage

Kathmandu, Hauptstadt und politisches, kulturelles und spirituelles Zentrum Nepals. Einst drei konkurrierende Königsstädte, heute ein Großraum mit drei zusammen gewachsenen Städten und zwei bis drei Millionen Einwohnern. Die große Mehrheit der Menschen sind Hindus. Aber historisch sind Hinduismus und Buddhismus hier miteinander verflochten und insbesondere seit der Besetzung Tibets prägen der tibetische Buddhismus und Exil-Tibeter das Stadtbild mit.
Spirituelles Zentrum des tibetischen Buddhismus ist der Boudhanath Stupa, größter Stupa Nepals und einer der größten der Welt. Zurückgehend auf das sechste Jahrhundert und seit 1979 UNESCO-Weltkulturerbe. Ständig umrunden hunderte Mönche, Pilger und Besucher im Uhrzeigersinn den Stupa, beten, meditieren, rezidieren Mantras, drehen Gebetsmühlen, schauen oder plaudern. Ich reihe mich ein.
Das eigentliche (hinduistische) spirituelle Herz Kathmandus und Nepals aber ist Pashupatinath. In der Mythologie das legendäre Flusstal in dem Shiva mit seiner Frau Göttin Parvati in Gestalt von Gazellen lebten und deshalb per se heilig. Belegt seit 400 n. Chr. Eine weitläufige, über Jahrhunderte gewachsene Tempelanlage zieht sich über einen Hügel und entlang dem Fluss Bagmati. Ebenfalls Weltkulturerbe. Die beiden größten Tempel sind mir als nicht-Hindu nicht zugänglich. Darüber hinaus verbringe ich den Tag zwischen und in den weiteren Tempeln, erlebe Zeremonien, Rituale und Kremierungen, Sadus, Pilger und Besucher, Affen und Kühe. Am Hanuman Tempel holen sich die Affen was von den Opfergaben fressbar scheint. Manche Gläubige geben es ihnen direkt in die Hand: Mandarinen stehen hoch im Kurs. Der große Bishwasworup Tempel kann seit dem Erdbeben von 2015 nicht mehr betreten werden. Der kleine Parvati Tempel aus dem 17. Jahrhundert ist mit Schnitzereien aus dem Kamasutra verziert. Nach einer langen Dürre wurde Parvati dort regelmäßig mit Tieropfern gnädig gestimmt. Darüber thront der Shiva Haupttempel. Seine Dächer sind vergoldete Kupferplatten, Tore und Fassaden sind aus Silber. Dazwischen stehen unzählige (manche zählen 108) kleinere Tempel und Schreine.
Im Kontext mit Pashupatinath gilt der Bagmati Fluss als heilig. Dort zu sterben, dem Feuer und dem Fluss übergeben zu werden, gilt gläubigen Hindus, ähnlich wie am Ganges in Varanasi, als sichere Möglichkeit den Kreislauf der Wiedergeburten zu durchbrechen oder wenigstens als Mensch wiedergeboren zu werden. Viele alte Gebäude zwischen den Tempeln von Pashupatinath sind einfache Hospize: Die Menschen kommen zum Sterben. Das Weitere findet ganz offen am Fuß der Tempel zwischen den Pilgern und Besuchern statt: Unter orangen Tüchern wird der Verstorbene auf einer Blechbahre zu den Arya Ghats gebracht. Auf einer Steinrampe direkt am Fluss werden die Tücher geöffnet und Füße und Gesicht mit dem Wasser des Bagmati rituell gereinigt. Auf der traditionellen Bambusbahre wird der Körper dann unter neuen Tüchern zu den Verbrennungsplätzen an den Surya Ghats auf der anderen Seite der Brücke getragen. Mit einem Ghee-getränkten Strohbüschel wird der Scheiterhaufen, nach fünfmaliger Umrundung, am Kopfende entzündet. Die Verbrennung dauert etwa drei Stunden. Was übrig bleibt wird direkt dem Fluss übergeben. In Pashupatinath brennen die Feuer täglich von morgens bis abends. Die letzte Leiche wird noch gereinigt während hunderte Menschen darauf warten dass am gegenüber liegenden Ufer das Arati beginnt. Kleinkinder unter sechs Monaten werden nicht verbrennt sondern begraben. Genauso wie heilige Männer (und Frauen), denn diese gehen direkt in das Nirvana über.
Zwei der größten und wichtigsten Exil-tibetischen Klöster sind Kapan und Shechen mit jeweils über 400 Mönchen. Während in Kapan die Wege von Mönchen und Besuchern getrennt sind, kann ich im Shechen Monastery verschiedene Zeremonien miterleben. Bei Sonnenschein wandere ich zum Kapan Monastery, das auf einem Hügel außerhalb liegt. Dort überrascht mich ein Gewitter. Da der Regen kein Ende nimmt, bitte ich den Mönch an der Pforte mir zu helfen ein Taxi zu organisieren. Aus unerfindlichen Gründen funktioniert das nicht. Schließlich erklärt der Mönch mich selbst fahren zu wollen, reicht mir einen Regenschirm und verweist auf seinen Motorroller. Er mit Wetterjacke über der Robe, Helm und Handschuhen, ich im Hemd mit Regenschirm als Sozius hinter ihm: Eine denkwürdige Fahrt durch die Rush Hour Kathmandus. Und hoffentlich gut für sein Karma!
Um meine Ziele zu erreichen wandere ich stundenlang durch die Stadt. Nicht unbedingt die Fortbewegungsart, die Reisenden in Kathmandu empfohlen wird. Aber meine Art um die Stadt auch jenseits von Weltkulturerbestätten erleben.
- Tage 20 und 21 in Nepal: Von Muktinath über Pokhara nach Kathmandu

Für die Rückfahrt vom Heiligtum Muktinath nach Pokhara wähle ich einen Kleinbus. Der Rucksack kommt aufs Dach, ich bekomme den Beifahrersitz. Bereits nach einer halben Stunde geht nichts mehr: An einer steilen Engstelle kommt ein größerer Bus auf der beschneiten Lehmpiste nicht mehr weiter und blockiert die Fahrspur. Nach einer Stunde ist das Problem gelöst. An einer anderen Stelle heißt es warten bis ein Bagger einen kleinen Erdrutsch der vergangenen Nacht beiseite geräumt hat. Nach drei Stunden Fahrt gibt es eine halbe Stunde Pause an einer E-Tankstelle mit Restaurant. Der Van wird geladen. Nepal erscheint „rückständig“ aber auf Verbrenner setzt hier keiner mehr. Auf der Piste sind es 170 km und sieben Stunden. 4.470 Höhenmeter geht es (kumuliert) bergab.
In Pokhara gibt es, nach einem Gewitter, diesmal das, was mir beim ersten Aufenthalt verwehrt blieb: Fernsicht. Statt von einem Aussichtspunkt, sehe ich die Gipfel des Annapurna Massiv nochmal von der Dachterrasse des Guesthouse.
Auch beim Abendessen im kleinen Restaurant fragt mich der Wirt woher ich komme und was ich mache. Dass ich zu Fuß nach Muktinath gegangen bin gefällt ihm: Er kommt aus einem kleinen Dorf an meiner letzten Etappe. Er setzt sich zu mir, sieht sich mit mir meine Fotos vom Weg an und erzählt mir manches dazu. Er zeigt mir ein Glas mit den schwarzen Bohnen aus denen mein Dal gemacht ist. Im Dorf auf 3.500 Meter Höhe gewachsen. „Very healthy“.
Von Pokhara nach Kathmandu geht es mit einem luxuriösem Tourist Bus. 200 km beträgt die Entfernung von der zweitgrößten in die größte Stadt Nepals. Der Highway folgt schönen Flußtälern, ist aber auch nicht durchgehend asphaltiert und manchmal nur einspurig. So dauert auch diese Fahrt knapp sieben Stunden.









































































































































































