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Auf meinem Reiseblog im Sabbatjahr 2026/27 sowie zu meinen früheren (Pilger-) Wegen. Hier auf der Startseite findest Du immer die drei aktuellsten Beiträge. Alle weiteren Posts, eine Karte mit meinem Standort bzw. der zurückgelegten Route usw. findest Du dann auf der Seite der jeweiligen Reise (aktuell: Japan).
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On my travel blog during my sabbatical year 2026/27, as well as about my earlier (pilgrimage) journeys. Here on the homepage you will always find the three most recent posts. All further entries, a map showing my current location or the route already covered, and more can be found on the page of the respective journey (current: Japan).
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Neueste Beiträge:
- Tage 55 und 56 in Japan: Koya-san

Eng verbunden sind der Pilgerweg Shikoku Henro auf der Insel Shikoku und der Tempelberg (bzw. Hochplateau) Koya-san auf der Hauptinsel Honshu. Im 8./9. Jahrhundert legte der Mönch Kukai in seiner Heimat die Grundlagen für den Pilgerweg und viele Tempel. Der Pilger wandert symbolisch mit Kukai. Im Jahr 816 erhielt Kukai vom Tenno die Erlaubnis (bzw den Auftrag) auf dem abgelegenen Berg Koya ein Klosterzentrum zu gründen. Kukai entwickelte sich zur Gründungsfigur und Koya-san zum geistigen Zentrum des Shingon-Buddhismus. Mehr als 2.000 Tempel soll es im 12. Jahrhundert auf Koya-san gegeben haben, heute sind es noch über hundert. Seit 835 befindet sich Kukai dort in seinem Mausoleum in ewiger Meditation, zwei Mal täglich bringen ihm die Mönche Essen vorbei.
Der Tradition entsprechend reise auch ich, mit dem Fernbus über Insel-Brücken, mit der Bahn über Osaka und mit dem Cable Car hoch auf den Berg, zum Koya-san um Kukai den Vollzug der Pilgerreise zu vermelden. Und um das Weltkulturerbe zu erleben. Der Weg führt durch Okunoin, den größten Friedhof Japans, mystisch im Wald uralter Zedern. Und gilt als Übergang von der weltlichen in die spirituelle Welt. Ab der dritten Brücke darf nicht mehr fotografiert werden. In der Torodo-Halle, unmittelbar vor dem Mausoleum, brennen mehr als 10.000 Laternen. Zwei von ihnen seit fast 1.000 Jahren.
Ich übernachte in einem der über 50 Tempel die Shukubo anbieten. Nach dem traditionellen buddhistisch vegetarischen Abendessen und dem Gewitter kann ich noch einen Nachtspaziergang zur zentralen Tempelanlage Danjo Garan machen.
Kongobuji aus dem 16. Jahrhundert, ist der Haupttempel des Shingon-Buddhismus auf dem Koya-san, dem alle weiteren untergeordnet sind und nationaler Kulturschatz. Die Innenräume mit wunderbar bemalten Schiebetüren und den größten Steingarten Japans kann ich besichtigen. Die weitläufige Tempelanlage Danjō Garan hingegen wurde bereits im 9. Jahrhundert von Kukai gegründet. Ihre leuchtend rote große Pagode „symbolisiert das Zentrum des esoterischen Kosmos“.
- Shikoku Henro, die letzten Tage

Zurück in Takamatsu, liegen noch die Tempel 84 bis 88 vor mir. Nochmal zwei Tage Pilgerwanderung. Nochmal die gewohnten Rituale an buddhistischen Tempeln und Shinto Schreinen. Nochmal treffe ich überraschend auf Pilger die ich kenne. Einer macht, als ich kurz von Naoshima erzähle, auf der Stelle kehrt und läuft zurück nach Takamatsu um The Art Island ebenfalls zu besuchen. Nochmal übernachte und esse ich in einem schönen traditionellen Ryokan. Nochmal bringt mich ein Cable Car hoch zum Tempel (Tempel 85). Und nochmal, ganz am Schluss (nach dem Besuch von Tempel 87 und dem Pilgermuseum ist es bereits Mittag), ein gewaltiger Anstieg: Knapp 700 Höhenmeter liegen vor Tempel 88, eine anspruchsvolle Bergwanderung. Sehr schön im Wald mit tollen Aussichten: Ein gutes Finale. Ketsugan, „die Vollendung des Besuchs aller 88 heiligen Orte“ wird vom Tempel-Office mit einem Zertifikat bescheinigt. Ich kann es bekommen nachdem die KI meinen Name in Katakana Schriftzeichen übertragen hat.
47 Tage (ohne Uwajima Festival und Naoshima Art Island) sind es geworden. 1.030 Kilometer bin ich zu Fuß gegangen und etwa 200 mit Bahn, Bus, Robway oder Cable Car gefahren. Der Weg und die Menschen am Weg waren spannend. Japan. Manches habe ich in den Tempelanlagen über und vom japanischen Buddhismus gelernt. Und ohne dass ich damit gerechnet hätte, ist mir der Shintoismus näher gekommen.
Der schönen Tradition entsprechend, kehre ich nach Tempel 88, nun mit der Bahn, nochmal zu Tempel 1 zurück. Orei-mairi schließt den Kreis und ist der Dankbesuch an dem Ort, an dem man zu Beginn der Pilgerreise für deren guten Verlauf gebetet hat. Auch ich darf dafür danken.
Ganz abgeschlossen ist die Pilgerreise damit noch nicht: Traditionell gehört nun ein Besuch bei Kukai am Tempelberg Koya-san dazu.
- Naoshima

Naoshima: The Art Island, Zentrum für Gegenwartskunst in Japan. Die Fähre bringt mich für zwei Tage auf die kleine Insel vor Takamatsu. Bereits am Hafen von Miyanoura grüßt Red Pumpkin von Yayoi Kusama, ein Wahrzeichen der Insel. Das 2025 eröffnete Naoshima New Museum of Art wurde, wie die weiteren großen Museen der Insel, vom japanischen Stararchitekt Tadao Ando designed. Minimalistisch, harmonisch in die Natur der Insel eingefügt und daher überwiegend unterirdisch. Es präsentiert zeitgenössische Kunst aus Asien, weitgehend für das Museum geschaffen. Die monumentale Installation „Head On“ des chinesischen Künstlers Cai Guo-Qiang hingegen wurde ursprünglich für das Guggenheim Museum in Berlin geschaffen. Mit seiner gläsernen Wand spielt es auf die Berliner Mauer und die Wiederholung historischer Fehler an.
Für das Art House Project in Honmura wurden leerstehende traditionelle Häuser von Künstlern in Kunstwerke verwandelt. Und damit Kunst in das Dorfleben integriert. Mein Favorit ist Minamidera von James Turrell: Ein Vorhang aus einem Minimum Licht. 10 Minuten absolute Dunkelheit benötigen die Augen bis er wahrnehmbar ist. Fotografieren wäre auch technisch nicht möglich. Am Abend besuche ich das Sento: Das Naoshima Public Bath „I Love Yu“ ist traditionelles Badehaus und surreale Gegenwartskunst.
Bewegend schön ist die Ausstellung im Chichu Art Museum. Reduziert auf drei Künstler auf drei unterirdischen Ebenen: Die großformatigen Seerosenbilder von Claude Monet, für die das Museum designet wurde, die Lichtinstallation von James Turrell (der mein Favorit bleibt) und Installationen von Walter De Maria, die wiederum für das Museum geschaffen wurden. Nichts davon darf fotografiert werden. Aber die Insel präsentiert noch viel mehr.









































































































































