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Auf meinem Reiseblog im Sabbatjahr 2026/27 sowie zu meinen früheren (Pilger-) Wegen. Hier auf der Startseite findest Du immer die drei aktuellsten Beiträge. Alle weiteren Posts, eine Karte mit meinem Standort bzw. der zurückgelegten Route usw. findest Du dann auf der Seite der jeweiligen Reise (aktuell: Indien).
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- Tage 4 bis 9 in Nepal: Pokhara

An der Ticket-Hütte in Lumbini werden mir Tickets für den kleinen (18 Plätze) oder großen (Reise-) Bus angeboten. Da die Fahrzeit des kleinen zwei Stunden kürzer ist, entscheide ich mich für diesen. Wie sich herausstellt fährt der große Bus wohl in weitem Bogen über den neuen Highway, während mein kleiner den sog. Siddhartha Highway, direkt durch und über die Berge nimmt. 7 1/2 Stunden dauert die Fahrt über 200 km halsbrecherische Pisten und Pässe. Manche Mitfahrer übergeben sich. Fahrzeug und Fahrer scheinen aber vertrauenswürdig. Auf der Brücke über den heiligen Kali Gandaki River (dessen Schluchten ich im Himalaya wieder treffen möchte) bleibt der Bus auf der ohnehin engen Fahrbahn plötzlich stehen. Einige Fahrgäste springen hinaus und werfen tütenweise Blumen oder andere, offenbar zu diesem Zweck mitgebrachte, Opfergaben in den Fluss. Dann geht die Fahrt weiter.
Pokhara: Geografische Mitte und zweitgrößte (320.000 Einw.) Stadt Nepals. Gelegen am Phewa Lake auf rund 800 Metern Höhe, noch im subtropischen Bereich. Die 8.000er des Annapurna Massiv und des ehem. „verbotenen“ Königreichs Mustang sind aber nur noch 50 Kilometer entfernt. Bei passendem Wetter sollen die Hügel um Pokhara spektakuläre Ausblicke in den Himalaya bieten. Ich habe angenehmes Wetter aber (jahreszeitlich typisch) Dunst statt Ausblicke.
Ziele meiner Wanderungen sind zunächst die World Peace Pagoda des japanisch buddhistischen Nipponzan Myohoji Ordens (nach Rajgir und Lumbini bereits die dritte auf meiner Route, aber auch in Wien gibt es eine) auf dem Anadu Hill und der Shiva Tempel auf dem Pumdikot Hill über dem See.
Pokhara ist freundlich. Anders als ich die Städte in Nordindien erlebt habe, gibt es genug Platz, selbst für Fußgänger, und Grün in den Straßen. Die Häuser sind keine Ruinen und haben kleine Gärten (oft steht eine Kuh darin). Es ist sauber und relativ ruhig. Auch die Menschen sind freundlich. Die Lake Side ist stark vom touristischen Treiben geprägt. Dem armen Nepal sei der Umsatz vergönnt. Selbst wandere ich tagelang durch die Straßen der Stadt, ihre Außenbereiche und über die umgebenden Hügel.
Devi’s Fall ist ein Naturphänomen in der Stadt: Der Wasserfall verschwindet einfach, d.h. er stürzt in eine unterirdische Schlucht. Dabei stürzt er auch durch die direkt daneben liegende Gupteshwor Cave. In der tiefen Höhle befindet sich ein natürlicher Lingam. Deswegen und weil sich hier die Elemente verbinden, wird die Höhle als Shiva Heiligtum bzw Tempel verehrt. Mehrfach gewundene Treppen führen zum eigentlichen Höhleneingang hinab. Eine weitere Schlucht entlang, wandere ich östlich aus der Stadt hinaus. In einem Vorort entdecke ich eine kleine christliche Kirche. Von meiner offensichtlichen Neugierde aufmerksam geworden, öffnet mir der zweite Gemeindevorstand den Kirchenraum im Obergeschoss. Jeden Samstag kommen hier 50 bis 80 Gemeindemitglieder zum Gottesdienst zusammen. Im Bereich Pokhara gibt es drei solcher Gemeinden. Ich werde zum Tee mit Jeevan und der Vorständin der Gemeinde im Gemeindesaal unter dem Kirchenraum eingeladen. Einige Jugendliche essen nachdem sie ein Lied für ein Fest eingeübt haben.
Eher zur Vorbereitung für den Weg nach Muktinath als der Aussicht (denn die ist nicht zu erwarten) wegen, besteige ich den 1600 Meter hohen Sarangkot. Überraschend erwartet mich oben ein schöner alter Bhagwati-Tempel und eine neue, 15 Meter hohe, Panchamukhi (fünf Gesichter) Ganesha Statue.
Das Wetter bleibt dunstig. Nicht wenige Reisende interessieren sich offenbar eh nicht für die Berge sondern beschränken sich gerne darauf, am Lake zu rauchen, was an den Hängen des Himalaya wächst. Weitere Tempel sind eher von lokaler Bedeutung, haben aber gerade deswegen ihren Charme. Seit dem verheerenden Erdbeben von 2015 bauen die Mönche und Novizen des buddhistischen Matepani Monastery, der Volksgruppe der Nyeshang, ihr Kloster wieder auf. Der große Tempel scheint fast fertig. Erst dann kommen die Gebäude für die Bewohner an die Reihe.
Am Tag der Parlamentswahlen steht das Land regelrecht still. Deshalb verbringe ich fünf statt der ursprünglich geplanten drei bis vier Tage in Pokhara. Zu sehen gibt es genug. Am Wahltwag bereite ich mich auf die Pilgerwanderung nach Muktinath vor. Nur am Nachmittag zieht es mich nochmal zum Phewa Lake: Mit dem SUP paddle ich hinaus zur kleinen Tempelinsel mit dem Tal Barahi Durga Tempel. Der Tempel ist Baustelle, auf dem See ist es angenehm.
Morgen soll es weiter gehen: Ich freue mich auf ein (vielleicht das) Highlight meiner Reise: Das voraussichtlich etwa zehntägige Pilgertrekking, zunächst im Annapurna Massiv, zum Klosterheiligtum Muktinath im Mustang Distrikt.
- Tage 1 bis 3 in Nepal: Lumbini

Wieder ab Gorakhpur bringt mich und drei Mitfahrer ein „shared Taxi“ zum 110 Kilometer nördlich gelegenen Grenzübergang Sonauli. Ausreisestempel vom Indian Immigration Office, zu Fuß durch den Ort und über die Grenze, zwei Stunden im Nepal Immigration Office für das Visa: Bereits am frühen Nachmittag bin ich in Lumbini.
Und vervollständige damit für mich die „Vier heiligsten Städte des Buddhismus“. Nach Bodh Gaya (Erleuchtung), Sernath (erste Lehrrede) und Kushinagar (endgültiges Nirvana), bzw. fünf mit Rajgir (erste Klostergründung und Lotus Sutra) in Indien, nun also Lumbini in Nepal, wo Siddhartha Gautama, der spätere Buddha, im Jahr 623 vor Christus geboren wurde.
Dem entsprechend werden es wieder „Tempel-Tage“. Anders als in den vorherigen Orten sind die Tempel und Klöster jedoch nicht im Ort verstreut, sondern befinden sich in einer ca. 5 x 2 Kilometer großen, weitläufigen Anlage, die auf Initiative des Vize-UN-Generalsekretär, Ende der 1970er Jahre als spirituelles Zentrum vom japanischen Architekt Kenzo Tange geplant wurde.
Herz des Tempel-Parks ist am Südende der Maya Devi Temple, umgeben vom Secred Garden mit Ruinen aus dem ersten Jahrtausend. Der neue Tempel ist nur eine Hülle: Darin bewegen sich die Pilger zwischen Grundmauern des wohl ersten Tempels aus dem 3. Jahrhundert vor Christus zu einer flachen Felsplatte, von der seit 2.300 Jahren ausgegangen wird, dass sie den exakten Geburtsort Buddhas markiert. Ich verbringe zwei Abende im bzw. am Tempel und lasse unter Räucherschwaden und Gebetsfahnen die buddhistischen Gesänge, Mantras und Meditationsformen verschiedener Traditionen und Sprachen auf mich wirken.
Durch einen zentralen Kanal verbunden, liegt am nördlichen Ende die World Peace Pagoda, eine weiße Stupa, die, wie die auf dem Geierberg in Rajgir, an der Donau in Wien und viele weitere weltweit, vom japanischen buddhistischen Orden Nipponzan Myōhōji erbaut wurde. Im zugehörigen japanischen Tempel kann ich an der Abendzeremonie bzw. Meditation teilnehmen.
Seit 1997 UNESCO-Weltkulturerbe, wurde und wird die Anlage laufend um neue Tempel und Klöster verschiedener Nationen und buddhistischer Organisationen erweitert. Strukturiert durch den Central Canal liegen die Tempel, entsprechend den beiden buddhistischen Hauptströmungen, in einer Ost und einer West Monastic Zone. Recht groß und farbenfroh (und daher offenbar beliebt) ist diesmal auch ein deutscher Beitrag in der Tradition des Dalai Lama dabei. In den weiten offenen Flächen zwischen den Gebäuden treiben sich wieder die Affen herum. Spannend, wenn bei Dunkelheit plötzlich zwei oder drei Dutzend von ihnen vor Dir auf dem Weg sitzen.
West Monastic Zone:
East Monastic Zone:
Natürlich ist Nepal viel mehr als Tempel und buddhistische Heiligtümer. Aus dem flachen Grenzgebiet zu Indien heraus, will ich morgen nach Pokhara an der Basis des Himalaya, am Annapurna-Massiv. - Tage 26 und 27 in Indien: Ayodhya

Wieder ab Gorakhpur, fahre ich am frühen Morgen mit einem modernen und unglaublich langen Zug, von einem Bahnhof mit einem der längsten Bahnsteige der Welt, ca. 165 km nach Westen. Ein großer Affe sitzt zwischen den Wartenden am Bahnsteig, erregt aber weiter keine Aufmerksamkeit.
Ayodhya gehört wie Varanasi zu den Sapta Puri, den sieben heiligen Orten des Hinduismus: Wichtiges Pilgerziel und verehrt als Geburtsort von Lord Rama, dem siebten Avatar von Gott Vishnu. Zentral sind zum einen auch hier die Ghats, diesmal am Fluss Ghagara, der in Tibet entspringt, durch Nepal fließt und nach über 1000 Kilometern in den Ganges münden wird. Neben Rama wird hier besonders sein treuester Diener, Affengott Hanuman, verehrt. Der Affe am Bahnsteig in Gorakhpur war nur eine Vorhut: Hier in Ayodhya sind sie plötzlich überall. Dass mir einer, als ich beim Fotografieren kurz nicht darauf achte, blitzschnell die halb volle Schachtel Ladoo wegnimmt (und gleich gezielt aufreißt): Geschenkt, ich hätte damit rechnen müssen. Aber den dabei steckenden Objektivdeckel hole ich trotz seiner gefletschten Zähne zurück, da kenne ich keinen Spaß.
Anders als ich es bisher in Indien erlebt habe, ist in Ayodhya aber auch der Konflikt zwischen der hinduistischen Mehrheit und der islamischen Minderheit geradezu in Beton gegossen: Am exakten Geburtsort von Gott Rama soll ein Hindu-Tempel gestanden haben, den der Mogul-Herrscher um 1530 abreisen und durch eine Moschee ersetzen ließ. 1992 wurde die Moschee von einem (wohl gelenkten) Mob gestürmt und zerstört. Mit Auslöser für die landesweiten Unruhen 1992 mit etwa 2000 Todesopfern. 2001 sprach ein Gericht das Gelände der hinduistischen Gemeinschaft zu. Der neue gigantische Rama Tempel, ein national hinduistisches Symbol, wurde im Jahr 2024 eröffnet. www.tagesschau.deTrotzdem will ich auch diesen neuen Tempel besuchen. Zwei Sicherheitskontrollen, eine großflächige Schleusung und für mich zwei Passkontrollen sind erforderlich. Daher gibt es kaum Gedränge. Elektronische Geräte (Handys) in die Anlage zu bringen wird wieder strikt unterbunden. Architektur und Ausschmückung, alles monochrom in Sandstein, sind trotz der Giganterie gelungen. Beim Verlassen des Geländes bekomme ich, wie jeder Besucher, aus einer Großküche heraus ein warmes Essen und ein Getränk gereicht.
Gleich danach im Stellenwert der Pilger kommt der Hanuman Tempel aus dem 18. Jahrhundert. Kontrollen und Schleusung gibt es hier nicht, das Gedränge ist wieder brutal. Von der alten Hanuman -Skulptur bekomme ich lediglich einen Berg Blüten zu sehen. Einen schönen ruhigen Besuch habe ich hingegen am nächsten Morgen im Tempel Kanak Bhawan (Goldener Palast), einem palastartigen Bau aus dem 19. Jahrhundert, der der Legende nach auf den Palast von Lord Hanuman und Sita zurückgehen soll. Den Zugang zum traditionellen Shri Rajdwar Mandir, ebenfalls Rama geweiht, entdecke ich eher zufällig und bin dort fast allein.
An vielen Tagen sollen bis zu 100.000 Menschen, insbesondere Rama- und Hanuman-Verehrer nach Ayodhya kommen. Trotzdem bin ich scheinbar der einzige Mensch in der Stadt der nicht aus Indien stammt. Die vergangenen Tage in Maghar, Kushinagar und Ayodhya waren gut und bereichernd. Vielleicht habe ich mich inzwischen, soweit das für uns möglich ist, an Nordindien gewöhnt. Trotzdem freue ich mich auf Nepal: Morgen möchte ich über die Grenze.
























































































































































