Herzlich willkommen!
Auf meinem Reiseblog im Sabbatjahr 2026/27 sowie zu meinen früheren (Pilger-) Wegen. Hier auf der Startseite findest Du immer die drei aktuellsten Beiträge. Alle weiteren Posts, eine Karte mit meinem Standort bzw. der zurückgelegten Route usw. findest Du dann auf der Seite der jeweiligen Reise (aktuell: Indien).
Schön, dass du dabei bist!
Welcome!
On my travel blog during my sabbatical year 2026/27, as well as about my earlier (pilgrimage) journeys. Here on the homepage you will always find the three most recent posts. All further entries, a map showing my current location or the route already covered, and more can be found on the page of the respective journey (current: Indien).
Glad you’re here!
Neueste Beiträge:
- Tage 30/31 und 34 in Indien: Jhansi

Jhansi, Uttar Pradesh, 320 km südwestlich von Lucknow, ca. 700.000 Einwohner. Für mich zunächst nur Zwischenstopp und Verkehrsknoten. Auf dem Weg vom Bahnhof zum Hotel entdecke ich auf Maps eine Kirche: Im St. Jude’s Shrine (St. Judas Thaddäus), Bischofssitz, kann ich an einer vorgezogenen Ostermesse teilnehmen.
Auch den Emergency Room des Maharani Laxmi Bai Medical University Hospital kann ich erleben: Nachdem mich in Gorakhpur bei Dunkelheit unvermittelt ein Straßenhund in die Wade gebissen hat, sind trotz Grundimpfung zwei Tollwutbooster angezeigt. Hundebisse werden in Uttar Pradesh, wegen des hohen Tollwutvorkommen, als Notfall betrachtet: Im Emergency Room bekomme ich, nach kurzer Schilderung des Vorfalls, schnell und unbürokratisch die nötigen Injektionen. Nach Versicherung oder Bezahlung fragt niemand. Um die Termine zu ermöglichen plane ich um.
Dem Hospital gegenüber entdecke ich auf einem Straßenschild einen Hinweis auf den Karguvanji Jain Tempel, der in keinem Buch verzeichnet ist. Die Digambar-Jain sind eine Strömung die nicht nur Ahimsa, absolute Gewaltlosigkeit, sondern insbesondere Besitzlosigkeit, bis hin zu Kleidung, als Weg zur Erlösung betrachten. Am Tor bedarf es mehrerer Rücksprachen mit Entscheidungsträgern, bis klar ist ob ich das Areal betreten darf. Schuhe ausziehen, Hände und Füße waschen, dann führt mich ein Verantwortlicher ausführlich durch alle Bereiche. Das Pflaster ist brutal heiß: Die Funktion der weißen Streifen zwischen den Gebäuden wird schnell klar. Auch zu zwei spirituellen Lehrern soll ich mich setzen. Sie haben auch die Kleidung aufgegeben. Für mich ist es nach Pawapuri, in der ersten Woche meiner Reise, erstmals wieder ein Jain Tempel. Im Kern ist er 700 Jahre alt. Und wunderschön.
Auf dem Stadtplan entdecke ich einen Lakshmi Tempel am gleichnamigen See, wohl der relevanteste Hindu Tempel der Stadt. Ich will einen Abendspaziergang dort hin unternehmen. Natürlich ist ein Fußmarsch durch die Altstadt wieder ein krasses Unterfangen. Mehrmals gerade ich in ohrenbetäubende religiöse Umzüge, die die ohnehin überfüllten und lauten Straßen komplett blockieren. Die kämpferische Göttin Kali wird phrenetisch gefeiert. Am Lakshmi See finde ich ein ganzes Tempelareal. Während der Arati an einem kleinen Durga Tempel ist es ruhiger. Ich werde eingeladen dazu zu kommen.
- Tag 29 in Indien: Lucknow

Lucknow, Hauptstadt des Bundesstaates Uttar Pradesh, rund drei Millionen Einwohner, wahrscheinlich mehr. Auf der Durchreise habe ich nur einen halben Tag dafür geplant, aber meine Tage können lang sein. Die Sehenswürdigkeiten aus der Zeit der späten Mogule, 18. bis 19. Jahrhundert, konzentrieren sich auf das Stadtzentrum. Ich konzentriere mich heute nicht auf Tempel, sondern auf zwei außergewöhnliche Imambaras, schiitisch islamische Versammlungs- und Gedenkstätten. Die Halle der Bara Imambara ist riesig, ihre Gewölbedecke gehört zu den größten stützenlosen der Welt. Darüber befindet sich, unter zwei schönen Dachterrassen, ein dreidimensionales, d.h. sich über drei Stockwerke erstreckendes Labyrinth. Aus solches nehme ich es zunächst nicht sehr ernst, beinahe kostet mich das meinen halben Tag. Die kleinere Chhota Imambara glänzt mit ihrer Innenausstattung: „Palace of Lights“. Die Lage auf unserer Welt bleibt in den islamischen Heiligtümern nicht außen vor: Schmähende israelische und amerikanische Flaggen kleben auf Mülleimern.
Zwischen den beiden Imambaras steht das berühmte Stadttor Rumi Darwaza, das der muslimische Herrscher des damaligen Fürstentum ebenfalls im 18. Jahrhundert bauen ließ. Und ganz viel indisches Leben. Zum Abendessen gibt es wieder Streetfood bunt gemischt, vom Food Court am Tor.
- Zurück nach Indien

Unterwegs: Von Kathmandu, Nepal nach Gorakhpur, Nordindien und weiter nach Lucknow, Uttar Pradesh. Ein Reisebus bringt mich zunächst zum Grenzübergang Sonauli. Wieder eine abenteuerliche Piste durch Täler und Dörfer Nepals. Neun Stunden benötigt der Royal Star für die 200 km. Ich habe ein Ticket bis zur Grenze, bin zuletzt aber der letzte Fahrgast im Bus. Der Einfachheit halber und im Angesichts des Staus vor der Grenze, beauftragt und bezahlt der Bus-Schaffner eine Autorikscha für die letzte Meile für mich. Ausreiseformalitäten aus Nepal, zu Fuß über die Grenze und durch das Dorf zum indischen Immigration Office und die Einreise dort benötigen diesmal nur eine Stunde. Für die Weiterfahrt nach Gorakhpur wähle ich spontan einen local bus. Nochmal 3 1/2 Stunden für 100 Kilometer. Nach einer kurzen Nacht fahre ich mit der Bahn weiter nach Lucknow. 275 km, 6 Stunden. Im Zug plaudere ich mit einem jungen Bahningenieur auf dem Weg zur Arbeit: Deutschland wäre sein Traum für seine Masterarbeit und um die schnellen deutschen Züge zu erleben. Die trägen, unendlich langen und tagelang fahrenden indischen Züge sind allerdings erstaunlich pünktlich und zuverlässig. Lucknow, vor acht Tagen noch in Schnee und Kälte im Himalaya, bin ich nun in der flachen indischen Ebene bei deutlich über 30 Grad. Bis Delhi wären es nur noch etwa 500 km. Ich habe allerdings andere Pläne.


















































































