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Auf meinem Reiseblog im Sabbatjahr 2026/27 sowie zu meinen früheren (Pilger-) Wegen. Hier auf der Startseite findest Du immer die drei aktuellsten Beiträge. Alle weiteren Posts, eine Karte mit meinem Standort bzw. der zurückgelegten Route usw. findest Du dann auf der Seite der jeweiligen Reise (aktuell: Südkorea).
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On my travel blog during my sabbatical year 2026/27, as well as about my earlier (pilgrimage) journeys. Here on the homepage you will always find the three most recent posts. All further entries, a map showing my current location or the route already covered, and more can be found on the page of the respective journey (current: Japan).
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Neueste Beiträge:
- Tage 8 und 9 in Taiwan: Hualien und Yuli

Der Local Train bringt mich nach Hualien, noch im Norden der Ostküste. Zugunsten des Ling Jiou Mountain Monastery in Fulong ist es bereits früher Abend. Zeit zur Versorgung am Night Market.
Ein Limited Express Train wird es nach Yuli. Die Kleinstadt liegt im flachen East Rift Valley zwischen dem Zentralgebirge und dem Küstengebirge. Offenbar optimal zum Reisanbau. Während ich zu Beginn meiner Reise in Japan noch das Pflanzen erlebte, beginnt nun hier die Reisernte. Vom Shinto Schrein aus der japanischen Besatzungszeit ist nur eine Ruine übrig. Aber im Stadttempel begegnet mir wieder die bunte Mischung, Synkretismus: Neben dem daoistischen Kriegsgott, dem der Tempel geweiht ist, steht die buddhistische Bodhisattva des Mitgefühls. Und aus dem chinesischen Volksglauben einer den ich bereits aus Taipei kenne: Yue Lao, der alte Mann unter dem Mond. Zuständig dafür, Menschen mit unsichtbaren rote Fäden zu verbinden und über die Verbindungen zu wachen. In manchen Tempeln einfach „The Matchmaker“ genannt. Die kleine katholische Kirche aus den 1950ern ist auch nicht weit. Taiwan ist Erdbebengebiet. Bei Yuli treffen die Eurasische Kontinentalplatte und die Philippinische Meeresplatte aufeinander. Dazwischen geraten kann man nicht: Der Radweg führt auf einer Brücke darüber.
- Tage 5 bis 8 in Taiwan: Fulong

Fulong: Zwei ruhige Tage im kleinen Küstenort, ganz im Nordosten Taiwans, zu Beginn der Taiwan-Rundreise. Auf dem historischen Caoling Trail wandere ich über die Berge der kleinen Halbinsel, durch subtropischen Regenwald und mit herrlichen Ausblicken auf die Pazifikküste vor, hinter und unter mir.
Und mache was alle Besucher hier machen: Umrunde die Landzungen auf dem Küstenweg mit dem Fahrrad. Der Rückweg, ein kleines Highlight, folgt nicht der Küste, sondern führt, über zwei Kilometer lang und fast schnurgerade, durch einen ehemaligen Eisenbahntunnel, der nun den Radfahrern vorbehalten ist.
Erst am zweiten Abend in Fulong stelle ich fest, dass auf dem Yingzai Shan Mountain, dem Adlerberg, über Fulong das Ling Jiou Mountain – Wu Sheng Monastery, eines der wichtigsten buddhistischen Klöster Taiwans liegt. Meister Hsin Tao gab Berg und Kloster den Namen Geierberg, in Bezug auf den Geierberg in Rajgir, Indien, den ich im Februar besucht habe, wo der historische Buddha das Lotus Sutra lehrte. Die Weiterreise lässt sich um einige Stunden verschieben. Da es keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt, gehe ich zu Fuß gut 2 1/2 Stunden den Berg hoch. Der Rückweg folgt dann nicht der kleinen Straße, sondern durchquert den Wald mit 500 Arhats, Schülern Buddhas, die ich aus Tempeln in Japan kenne. Wieder an der Küste gibt es dazu noch LJM FuCheng, ein nagelneues Besucherzentrum mit einer sehr modernen Ausstellung zum Chan-, chinesischen Zen, Buddhismus mit Elementen aus dem südostasiatischen und tibetischen Buddhismus.
- Tage 1 bis 5 in Taiwan: Taipei

Ein neues Land. Nach Japan und Korea gilt es nun, gedanklich und mit dem Gefühl in Taiwan anzukommen. Und gleichzeitig in 3 1/2 Tagen die quirlige 2,5 Millionen Hauptstadt Taipei zu erleben. Sabbatjahr bleibt Herausforderung. Der erste Eindruck, der erste Abend, überrollt: Taiwan ist nicht irgendwie chinesisch, Taiwan ist China pur. Ganz anders als Japan und Südkorea, die auch sehr unterschiedlich waren. Kleine Flashbacks: Viele Eindrücke, Situationen, Gerüche erinnern mich plötzlich wieder an Indien. Light versteht sich.
Eher zufällig gerate ich in den kleinen Tianhou Tempel, der zwischen den Geschäften in der Straße kaum auszumachen ist. Eine ungewöhnliche Mischung: Unmittelbar neben Mazu, der Göttin des Meeres aus dem chinesischen Volksglauben, wird der buddhistische Mönch Kukai, der mich auf der Pilgerreise durch Japan begleitet hat, verehrt. Ungewöhnlich für mich, nicht für Taiwan.
Auch im großen Banga Lungshan Tempel verschmelzen Buddhismus, Daoismus und chinesische Volksreligion. Die Jiǎobēi Wahrsagehölzer liegen, davon unabhängig, an jedem Altar bereit und werden eifrig benutzt: Je nachdem, wie sie zum liegen kommen, signalisieren die halbmondförmigen Hölzer, ob die Gottheit die vorgetragene Bitte bejaht, verneint oder mit einem Lächeln („du kennst die Antwort selbst“) quittiert.
Dem Gegenspieler Mao Zedungs und jahrzehntelangen Machthaber wird mit der pompösen Chiang-Kai-shek-Gedächtnishalle noch heute große Verehrung entgegengebracht. Den Tausenden Opfern seiner Diktatur hingegen im 228 Peace Memorial Park gedacht.
Die bemerkenswertesten Stücke chinesischer Kulturgeschichte haben die Männer Chiang Kai-sheks aus der verbotenen Stadt nach Taiwan gebracht. Heute werden sie im National Palace Museum ausgestellt. Die bekanntesten und beliebtesten Ausstellungsstücke sind aber nicht die uralten buddhistischen Skulpturen oder das Porzellan, sondern ein Stück Fleisch und ein Chinakohl. Aus Jade.
Nach dem dritten oder vierten Tempel nehme ich wahr, dass jeweils ein turmartiger, reich verzierter Ofen dazugehört: Jinlu, der Goldofen. Die Gläubigen verbrennen darin dicke Packen „Opferpapier“, Opfer und symbolische Verbindung zum Jenseitigen. Goldbeschichtetes Papier für die Götter, silbernes für die Ahnen.
Im volksreligiösen Hsing Tian Kong Tempel wird Guan Gong als Gott der Kriegskünste verehrt. Auf Räucherstäbchen und Opferpapier hingegen wird aus Umweltschutzgründen verzichtet. Sehr ungewöhnlich. Dafür hat der Tempel seine eigene Zeremonie „um den erschreckten Geist zurückzuholen“.


















































































































































