Muxia 2022

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Auf meinem Reiseblog im Sabbatjahr 2026/27 sowie zu meinen früheren (Pilger-) Wegen. Hier auf der Startseite findest Du immer die drei aktuellsten Beiträge. Alle weiteren Posts, eine Karte mit meinem Standort bzw. der zurückgelegten Route usw. findest Du dann auf der Seite der jeweiligen Reise (aktuell: Südkorea).
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On my travel blog during my sabbatical year 2026/27, as well as about my earlier (pilgrimage) journeys. Here on the homepage you will always find the three most recent posts. All further entries, a map showing my current location or the route already covered, and more can be found on the page of the respective journey
(current: Japan).
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Neueste Beiträge:

  • Südkorea: Die ersten beiden Tage in Seoul

    Wieviele urbane Highlights passen in einen Tag? Und wieviele spannende Orte einer 28-Millionen-Metropole in vier Tage? Wieviele Fotos passen in den Handyspeicher? Und wieviele Eindrücke in die persönliche Festplatte? Seoul macht voll!

    Der Tag wird lang: Ich besuche Jogyesa, einen der wichtigsten Tempel des Seon-Buddhismus, der koreanischen Form des Zen. Mitten in der Stadt gelegen. Schlendere durch Isadong, ein modernes Viertel mit netten Läden und Kunst. Und Bukchon Hanok Village, hingegen ein Viertel mit historischen Hanok-Häusern und Gassen. Die Häuser sind bewohnt: Um 18 Uhr müssen die Touristen raus aus den Gassen. Die Königspaläste Changdeokgung und Changgyeonggung aus dem 15. Jahrhundert sind sehr weitläufige Anlagen mit einer Vielzahl von Gebäuden aus verschiedenen Epochen. Und die Stadtmauer Seoul City Wall im Naksan Park bietet, bereits zur blauen Stunde, schöne Blicke über die Stadt. Und am Dongdaemun Design Plaza DDP überrascht und fesselt mich die Light and Sound Show Daybreaker.

    Aus Kimono wird Hanbok: Die Menschen kommen in die historischen Anlagen nicht wegen der Kulturschätze, sondern um sich in deren Kulissen im gemieteten traditionellen Gewand fotografieren zu lassen. Das wird nicht ungern gesehen: Wer im Hanbok in Koreas „Hauptpalast“ Gyeongbokgung kommt, zahlt keinen Eintritt. Am War Memorial of Korea erschließt sich mir zwischen Monumentalbauten und Skulpturen, Panzern, Kriegsschiffen und Kampfflugzeugen nicht, ob hier der Frieden beschworen oder der Krieg verherrlicht wird. Ich komme aus Nagasaki.

    Der Buddhismus gelangte bereits im 4. Jahrhundert nach Korea. Ab dem 6. Jahrhundert war er Staatsreligion. Heute jedoch sind nur etwa 15 Prozent der Koreaner Buddhisten aber 30 Prozent Christen. Ich besuche den Abendgottesdienst einer sogenannten Megachurch: Die pfingstkirchliche Yoido Full Gospel Church hat rund eine halbe Million Gemeindemitglieder. Der Kirchenraum (Main Sanctuary) hat 14.000 Plätze. Damit möglichst alle, die kommen wollen, kommen können, werden am Sonntag sieben Gottesdienste hintereinander gefeiert. An meinem gewöhnlichen Mittwochabend sind es nur etwa 1.000 Besucher aber der Stimmung im riesigen Saal tut dies keinen Abbruch.

  • Tag 90 in Japan

    90 Tage Japan. Ich habe ein kulturell und spirituell spannendes und vielseitiges, außergewöhnlich ästhetisch schönes und freundliches Land erlebt. Deshalb habe ich den Zeitraum meines Visums bis zum letzten Nachmittag ausgereizt. An den uralten und doch lebendigen Pilgertraditionen auf dem Shikoku Henro, dem Kumano Kodo und auch am Mount Fuji teilhaben zu können, hat bleibende Eindrücke hinterlassen. Den bei uns thematisierten Overtourismus oder gar davon genervte Japaner, habe ich an keiner Stelle, auch nicht an den Hotspots in Tokyo, Kyoto, Nara oder Osaka erlebt (bin im Sommer aber auch außerhalb der gängigen Saison gereist). Vielmehr ausgesprochen freundliche und interessierte Menschen die mir durchwegs das Gefühl gaben sich zu freuen, dass ich, von weit her, durch ihr Land reise. Gerade weil ich über 1.100 Kilometer durch Japan gewandert bin, habe ich das Gefühl das Land gut kennengelernt zu haben. Und doch habe ich nur einen Ausschnitt (die Mitte) der langen Inselkette gesehen. So bleibt auch hier der Wunsch, dass die große Japanreise nicht die letzte war.

    Tag 90 in Japan wird zu Tag 1 in Südkorea: Da die Menschen nicht schlauer werden, muss ich so schlau sein zu akzeptieren, dass die große Pilgerwanderung durch Israel in der momentanen traurigen Lage im Nahen Osten nicht stattfinden kann.

    Und beschließe in der Region zu bleiben und aus der Japanreise eine Ost-Asien-Reise zu machen: Nach der Kultur und Spiritualität Indiens und Japans, möchte ich auch die Koreas und Chinas erleben: Südkorea und Taiwan. Nur ein Kurzstreckenflug ist es von Fukuoka nach Seoul.

  • Tage 87 bis 89 in Japan: Nagasaki

    Rund 400 Bahnkilometer liegen zwischen Hiroshima und Nagasaki auf der Insel Kyushu, der südwestlichsten und letzten Station meiner Japanreise. Ein Katzensprung, denn der Shinkansen fährt auf dieser Linie bis zu 300 km/h. Beim ersten Abendspaziergang entdecke ich eine moderne Hafenstadt. Und Dejima: Auf der künstlichen Insel im Hafen lebten im 17. Jahrhundert Portugiesen und während der Abschließung Japans, vom 17. bis Mitte des 19. Jahrhunderts, Holländer. Die kleine holländische Siedlung, heute Freilichtmuseum, und die kleine Insel waren über Jahrhunderte Japans einziges Fenster in die westliche Welt und einzige Möglichkeit zum Austausch von Waren und Wissen. Und prägten Nagasaki international und europäisch, während das für den Rest Japans undenkbar war.

    Aufgrund starker Bewölkung erfolgte der zweite Atombombenabwurf der Geschichte am 09. August 1945 nicht über der eigentlich vorgesehenen Stadt Kokura und auch nicht über den außerhalb gelegenen Mitsubishi-Werften, sondern über dem christlich geprägten Urakami-Viertel im Zentrum der Stadt. Über 70.000 Menschen starben unmittelbar, etwa genauso viele, darunter Zehntausende Kinder, erlitten schwere und schwerste Verletzungen. Wieder besuche ich ein Friedensmuseum, eine Gedächtnishalle und einen Friedenspark. Und die Urakami Kathedrale: 1925 vollendet und geweiht, war sie die größte katholische Kirche Ostasiens. Rund 500 Meter vom Hypozentrum der Atombombe entfernt, wurde sie 20 Jahre später vollständig zerstört. Eine mehrere Meter große, vom Turm geschleuderte Glockenhaube liegt noch heute zu Füßen der wieder aufgebauten Kathedrale.

    Nagasaki steht auch für die Geschichte der Christen in Japan: Ende des 16. Jahrhunderts wurde das Christentum unter drakonischen Strafen verboten. 1597 wurden auf dem Nishizaka Hill 26 Christen, die 26 Märtyrer von Japan, zur Abschreckung öffentlich gekreuzigt. Als „Hidden Christians“ bewahrten die Menschen ihren Glauben trotzdem mehr als 200 Jahre lang im Untergrund. In der ausschließlich für Ausländer erbauten Oura Kirche, heute die älteste Kirche Japans, offenbarten im Jahr 1865 Gläubige einem französischen Priester dass diese verborgenen Gemeinden immer noch existierten.