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Auf meinem Reiseblog im Sabbatjahr 2026/27 sowie zu meinen früheren (Pilger-) Wegen. Hier auf der Startseite findest Du immer die drei aktuellsten Beiträge. Alle weiteren Posts, eine Karte mit meinem Standort bzw. der zurückgelegten Route usw. findest Du dann auf der Seite der jeweiligen Reise (aktuell: Indien).
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Neueste Beiträge:
- Tage 32 und 33 in Indien: Orchha

Eine kurze Bahnfahrt und eine zweistündige Wanderung bringen mich nach Orchha: Eine etwas vergessene -nehme ich irrig an- Kleinstadt im Grenzgebiet der Bundesstaaten Uttar Pradesh / Madhya Pradesh und damit meine erste Station in Madhya Pradesh. An der Landstraße besteige ich einen kleinen Hügel und entdecke einen ruhigen Platz mit vielen kleinsten Schreinen. Noch vor dem Ort stoße ich erst auf eine Prozession und dann auf einen ohrenbetäubend lauten Umzug: Es ist Ram Navami, Fest der Geburt Ramas. Der überregionale, wichtigste Tempel der Stadt ist ein Rama Tempel: Der Tag wird laut und bunt. Ungewöhnlich ist die Bauform des Ram Raja Tempels, die eher an einen Palast als an einen Tempel denken lässt. Und als einziger Ort in Indien wird Rama hier nicht in Form einer Gottheit, sondern als kriegerischer König verehrt. Und zur Verehrung kommen heute Tausende. Eine große spirituelle Party. Erst gegen Abend stelle auch ich mich in eine Schlange vor eines der Tempeltore. Das Tor ist geschlossen, es heißt auf das Arati zu warten. Nach einer Stunde strömen die Pilger in den Tempel. Ich werde mitgeströmt. Das Arati ist kurz und kaum zu sehen. Das Wichtigste für die Gläubigen und Rama-Verehrer kommt danach: Es gilt dem Heiligsten, der Rama-Skulptur, so nahe wie möglich zu kommen und die Opfergaben möglichst unmittelbar darzubringen. Das Gedränge ist unglaublich. Wer es nicht bis nach vorne schafft wirft seine Gaben über die Köpfe der Durchsetzungsstärkeren.
Der Rama Tempel ist nur eines der Highlights mit denen Orchha auf der vorläufigen Liste des UNESCO-Weltkulturerbes steht: Der Fort-Komplex am Fluss enthält u.a. die Paläste Jehangir Mahal und Raja Mahal aus der Zeit der Mogulkaiser: Innenhöfe, Türme und Türmchen, Dachterrassen, Wand- und Deckengemälde, plötzlich ist es das Indien aus Tausendundeine Nacht. Auch die Affen sind größer. Mein Highlight ist trotzdem der Chaturbhuj-Tempel direkt neben dem Ram Raja Tempel: Vom Raja Madhukar Shah im späten 16. Jahrhundert erbaut, hat er auf einem hohen Sockel einen mehrgeschossigen Aufbau und gilt mit seinem über hundert Meter hohen Hauptturm als einer der höchsten historischen Tempel in Indien. Mit einer Handlampe, für die engen Aufgänge, und einem Stock, wegen der Affen, bringt mich ein „Guide“ zur höchsten Plattform. Den Stock braucht er nicht. Aber er macht mich auf die Turmspitze gegenüber aufmerksam: Der Geier ist echt. Die Chhatris am Flussufer, Ehren- und Gedenkmale der Maharajas, sind einfach nur schön.
Am zweiten Vormittag mache ich einen Spaziergang zum etwas außerhalb liegenden Lakshmi-Narayan-Tempel. Aus dem frühen 17. Jahrhundert ist auch der eine wunderbare Mischung aus Tempel, Festung und Palast. Und es ist ruhig!
Für den zweiten Tollwut-Booster fahre ich zurück nach Jhansi.
- Tage 30/31 und 34 in Indien: Jhansi

Jhansi, Uttar Pradesh, 320 km südwestlich von Lucknow, ca. 700.000 Einwohner. Für mich zunächst nur Zwischenstopp und Verkehrsknoten. Auf dem Weg vom Bahnhof zum Hotel entdecke ich auf Maps eine Kirche: Im St. Jude’s Shrine (St. Judas Thaddäus), Bischofssitz, kann ich an einer vorgezogenen Ostermesse teilnehmen.
Auch den Emergency Room des Maharani Laxmi Bai Medical University Hospital kann ich erleben: Nachdem mich in Gorakhpur bei Dunkelheit unvermittelt ein Straßenhund in die Wade gebissen hat, sind trotz Grundimpfung zwei Tollwutbooster angezeigt. Hundebisse werden in Uttar Pradesh, wegen des hohen Tollwutvorkommen, als Notfall betrachtet: Im Emergency Room bekomme ich, nach kurzer Schilderung des Vorfalls, schnell und unbürokratisch die nötigen Injektionen. Nach Versicherung oder Bezahlung fragt niemand. Um die Termine zu ermöglichen plane ich um.
Dem Hospital gegenüber entdecke ich auf einem Straßenschild einen Hinweis auf den Karguvanji Jain Tempel, der in keinem Buch verzeichnet ist. Die Digambar-Jain sind eine Strömung die nicht nur Ahimsa, absolute Gewaltlosigkeit, sondern insbesondere Besitzlosigkeit, bis hin zu Kleidung, als Weg zur Erlösung betrachten. Am Tor bedarf es mehrerer Rücksprachen mit Entscheidungsträgern, bis klar ist ob ich das Areal betreten darf. Schuhe ausziehen, Hände und Füße waschen, dann führt mich ein Verantwortlicher ausführlich durch alle Bereiche. Das Pflaster ist brutal heiß: Die Funktion der weißen Streifen zwischen den Gebäuden wird schnell klar. Auch zu zwei spirituellen Lehrern soll ich mich setzen. Sie haben auch die Kleidung aufgegeben. Für mich ist es nach Pawapuri, in der ersten Woche meiner Reise, erstmals wieder ein Jain Tempel. Im Kern ist er 700 Jahre alt. Und wunderschön.
Auf dem Stadtplan entdecke ich einen Lakshmi Tempel am gleichnamigen See, wohl der relevanteste Hindu Tempel der Stadt. Ich will einen Abendspaziergang dort hin unternehmen. Natürlich ist ein Fußmarsch durch die Altstadt wieder ein krasses Unterfangen. Mehrmals gerade ich in ohrenbetäubende religiöse Umzüge, die die ohnehin überfüllten und lauten Straßen komplett blockieren. Die kämpferische Göttin Kali wird phrenetisch gefeiert. Am Lakshmi See finde ich ein ganzes Tempelareal. Während der Arati an einem kleinen Durga Tempel ist es ruhiger. Ich werde eingeladen dazu zu kommen.
- Tag 29 in Indien: Lucknow

Lucknow, Hauptstadt des Bundesstaates Uttar Pradesh, rund drei Millionen Einwohner, wahrscheinlich mehr. Auf der Durchreise habe ich nur einen halben Tag dafür geplant, aber meine Tage können lang sein. Die Sehenswürdigkeiten aus der Zeit der späten Mogule, 18. bis 19. Jahrhundert, konzentrieren sich auf das Stadtzentrum. Ich konzentriere mich heute nicht auf Tempel, sondern auf zwei außergewöhnliche Imambaras, schiitisch islamische Versammlungs- und Gedenkstätten. Die Halle der Bara Imambara ist riesig, ihre Gewölbedecke gehört zu den größten stützenlosen der Welt. Darüber befindet sich, unter zwei schönen Dachterrassen, ein dreidimensionales, d.h. sich über drei Stockwerke erstreckendes Labyrinth. Aus solches nehme ich es zunächst nicht sehr ernst, beinahe kostet mich das meinen halben Tag. Die kleinere Chhota Imambara glänzt mit ihrer Innenausstattung: „Palace of Lights“. Die Lage auf unserer Welt bleibt in den islamischen Heiligtümern nicht außen vor: Schmähende israelische und amerikanische Flaggen kleben auf Mülleimern.
Zwischen den beiden Imambaras steht das berühmte Stadttor Rumi Darwaza, das der muslimische Herrscher des damaligen Fürstentum ebenfalls im 18. Jahrhundert bauen ließ. Und ganz viel indisches Leben. Zum Abendessen gibt es wieder Streetfood bunt gemischt, vom Food Court am Tor.






























































































































