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Auf meinem Reiseblog im Sabbatjahr 2026/27 sowie zu meinen früheren (Pilger-) Wegen. Hier auf der Startseite findest Du immer die drei aktuellsten Beiträge. Alle weiteren Posts, eine Karte mit meinem Standort bzw. der zurückgelegten Route usw. findest Du dann auf der Seite der jeweiligen Reise (aktuell: Japan).
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On my travel blog during my sabbatical year 2026/27, as well as about my earlier (pilgrimage) journeys. Here on the homepage you will always find the three most recent posts. All further entries, a map showing my current location or the route already covered, and more can be found on the page of the respective journey (current: Japan).
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Neueste Beiträge:
- Shikoku Henro: Matsuyama

Entlang der Westküste Shikokus ändern sich die Charakteristiken des Weges und meiner Pilgerreise: Die Tempel konzentrieren sich überwiegend nahe größerer Orte und ich beginne einzelne Teilstrecken dazwischen mit der Bahn zu fahren, um dann sternförmig und mit leichtem Gepäck vom Ort zu den Tempeln zu wandern. Jeder Pilger entwickelt seinen eigenen Weg. Matsuyama ist die größte Stadt Shikokus. Ab hier sind es zwei Tageswanderungen: Die Tempel 48 bis 51 liegen im Stadtgebiet bzw am Stadtrand. Im Tempel 51, Steinhand-Tempel, kann ich ein Verbrennungsritual miterleben: Ema, Holztäfelchen auf denen die Tempelbesucher ihre Anliegen hinterlassen haben, werden vom Priester regelmäßig im Rahmen einer Zeremonie dem Feuer übergeben. Hinter T 51 führt ein langer, dunkler Tunnel durch den Hügel. Die goldene Teekanne auf der anderen Seite gibt Anlass zum Rätseln. Die Tempel 44 bis 46 liegen weiter außerhalb. Zwischen 44 und 45 führt der Weg anspruchsvoll über zwei Berge mit tollen Aussichten und sehr ruhigem Wald. Ich teile ihn mir mit einem Pilger aus Vancouver. Unsere Geschichten ähneln sich und den Geschichten, die ich von vielen Ausländern auf dem Henro höre: Nach seinem Jakobsweg durch Spanien suchte er nach einer vergleichbaren neuen Erfahrung und findet sie hier auf dem buddhistischen Pilgerweg.
Kimono-Selfi-Hotspot ist der historische Dogo-Onsen im gleichnamigen Stadtteil Matsuyamas. Und mit dem Isaniwa Schrein hoch über Dogo-Onsen gibt es hier auch abseits vom Pilgerweg einen bedeutenden Shinto-Schrein. Auch neue Schuhe sollte es in der Stadt für mich geben: Nach fünf Monaten auf Reisen sind die Absätze meiner Trekkingstiefel komplett runter. Sollte: Es bedarf zwei größerer Outdoor-Fachgeschäfte um ein einziges Paar meiner Größe von einem einzigen Modell zu bekommen.
- Shikoku Henro, Tage 25 bis 30

Osettai: So wie der Pilgerweg seine eigenen Traditionen und Rituale hat, haben auch die Menschen am Weg ihren traditionellen Umgang mit den Pilgern. Osettai ist die gängige Praxis Pilgern Hilfe anzubieten und kleine Geschenke zu machen. An einem Tempel sitzt eine ältere Frau und schenkt jedem Pilger eine hübsche Origamiarbeit. Auf solche Situationen etwas vorbereitet, überreiche ich ihr eine Postkarte mit Motiven der fränkischen Heimat. Das freut sie offenbar so, dass ich wiederum, exklusiv, ein handgenähtes Täschen für Taschentücher bekomme. Nach rund 700 Kilometern auf dem Weg schleppe ich eine ansehnliche Sammlung von Origamiarbeiten mit mir herum. Meine Postkarten werden nicht ausreichen. Staubig und verschwitzt als Pilger zu Fuß erkennbar, bekomme ich in manchen Tempelbüros ein kaltes Getränk oder japanische Süßigkeiten. Einmal ein kleines besticktes Handtuch. In Dörfern laufen mir rufend Leute hinterher, um mir ein Getränk, Kekse oder Obst zu schenken. So lerne ich Kawachi Bankan kennen, die japanische Pampelmuse, die speziell in der Präfektur Ehime angebaut wird. Ungefragt bietet mir, nachdem ich gerade im strömenden Regen losgetrottet bin, eine Autofahrerin an mich mitzunehmen. 25 km bis zum nächsten Tempel. Man sollte Osettai nicht ablehnen. Ein Autofahrer hält neben mir und reicht mir aus dem Fenster eine Packung Kekse. Ein anderer eine Tüte mit einer Dose Eiskaffee und einer Flasche Wasser. Gekühlt, er muss mich bereits vor dem Einkauf gesehen haben. Am Ausgang des neuen schönen Onsen fragt mich eine Mitarbeiterin was ich in Japan mache. Als ich bestätige, dass ich den Pilgerweg zu Fuß gehe, gibt sie mir, Osettai, mein Eintrittsgeld zurück. Eine kleine Herausforderung wird das Geschenk einer Bäuerin (?) die mitten in der Tagesetappe mit dem Moped neben mir anhält: Zwei rohe Eier.
Quer über das Südende Shikokus folge ich dem Weg zur Westküste der Insel. Aus dem Pazifik wird die Seto-Inlandsee. Schräg gegenüber liegt Hiroshima, dazwischen viele kleine Inseln. In Uwajima beeindruckt der Warei-Jinja Schrein. Sein Steintor soll eines der höchsten Torii Japans sein. Und, direkt am Fischereihafen, Sushiemon mit dem denkbar besten, frischesten Sushi.
In Unomachi bedeuten mir Anwohner dass ich etwas warten soll. So kann ich Ōji-jinja Natsu-matsuri miterleben: Den Festumzug des Sommerfestes des Oji-Schreins. Es ist ein kleiner lokaler aber vielleicht gerade deswegen authentischer Umzug, in den insbesondere Kinder und Jugendliche eingebunden sind. Dem Umzug voran wird Ushi-oni, ein typischer Rind-Dämon getragen. Die Gottheit des Schreins folgt in einem goldenen Mini-Schrein. In Ozu hingegen wurde vor dem Schrein für einige Tage ein Schilfring aufgebaut. Der Schreinpriester lädt per Aushang dazu ein, diesen in einer vorgegebenen Art und Weise mehrfach zu durchschreiten. Ein Reinigungsritual, das ich von einer Seniorengruppe beobachten kann. Beim heutigen Tempel Bekkaku 8 „Brücke der zehn Nächte“ soll Pilgermönch Kukai im 9. Jahrhundert gezwungen gewesen sein unter einer Brücke zu schlafen. Und geklagt haben dass sich die eine Nacht wie zehn angefühlt habe. Heute gibt es gleich zwei Statuen des schlafenden Kukai unter der Brücke der Route 56. Durch Uchiko führt eine Straße mit schön restaurierten historischen Häusern. Seit 2011 ist es Partnerstadt von Rothenburg o.d.T.
- Shikoku Henro, Tage 21 bis 24

Zum Kap Ashizuri! Weitere 85 km liegen zwischen den Tempeln 37 und 38. Weiter durch Wälder, über Hügel, entlang Flüssen und der Route 56, nicht zuletzt durch einen 1.620 Meter langen Straßentunnel. Und dann einen Tag entlang der Pazifikküste an der Halbinsel, über Strände zum südlichsten Punkt Shikokus, dem Kap Ashizuri. Das Kap liegt auf dem selben Breitengrad wie San Diego in Kalifornien oder der Norden Marokkos. Es sind die letzten Tage der Regenzeit.
Am Kap, sehr beeindruckend mit seiner hohen Steilküste, wartet John Manjiro, im 19. Jahrhundert nach einem Schiffbruch der erste Japaner in Amerika, der später entscheident zur Öffnung Japans beigetragen hat. Und der abgelegene Tempel 38, Kongofuku-ji, der „Tempel des ewigen Segens“. Seine historischen Gebäude gruppieren sich um einen schönen Teich.






































































































