Herzlich willkommen!
Auf meinem Reiseblog im Sabbatjahr 2026/27 sowie zu meinen früheren (Pilger-) Wegen. Hier auf der Startseite findest Du immer die drei aktuellsten Beiträge. Alle weiteren Posts, eine Karte mit meinem Standort bzw. der zurückgelegten Route usw. findest Du dann auf der Seite der jeweiligen Reise (aktuell: Japan).
Schön, dass du dabei bist!
Welcome!
On my travel blog during my sabbatical year 2026/27, as well as about my earlier (pilgrimage) journeys. Here on the homepage you will always find the three most recent posts. All further entries, a map showing my current location or the route already covered, and more can be found on the page of the respective journey (current: Japan).
Glad you’re here!
Neueste Beiträge:
- Kumano Kodo, Tage 1 bis 3

Kumano Kodo: Nach dem Shikoku Henro, der hinter mir liegt, die zweite wichtige Pilgerreise in Japan. Eine Abstufung ist nicht möglich: Während der Henro eine buddhistische Reise ist, ist der Kumano shintoistisch. Während der Henro mit seinen 88 Tempeln eine über 1.100 Kilometer lange Rundwanderung um die Insel Shikoku ist, ist der Kumano ein Netz kürzerer Pilgerwege durch die Kii-Halbinsel zwischen drei Großschreinen. Während der Henro in seinen Grundzügen auf den Mönch Kukai im 7./8. Jahrhundert zurückgeht, ist die Tradition des Pilgerns auf dem Kumano Kodo seit dem 10. Jahrhundert belegt. Und für mich ist der Kumano nicht einfach noch ein Pilgerweg sondern er zeigt mir seinen ganz anderen Charakter: Während auf Shikoku die 88 Tempel im Vordergrund stehen, ist am Kumano tatsächlich der Weg das Ziel: Absolute Ruhe, spürbar uralte Wege durch mystische Wälder, großartige Aussichten, Naturerlebnis. Und abgesehen von den drei Hauptschreinen nur gelegentlich ein kleiner oder kleinster Schrein am Weg, der an den spirituellen Background erinnert. Sein Symbol, die dreibeinige Krähe Yatagarasu, steht für Führung, richtigen Weg und Beistand. UNESCO Welterbe „Sacred Sites and Pilgrimage Routes in the Kii Mountain Range“. Mountain Range: Zwischen 850 und 1.250 Höhenmeter Aufstieg sind es täglich.
Ich entscheide mich für eine sechstägige Variante. In der schönen privaten Pilgerherberge hängen die Compostela aus Santiago de Compostela an der Wand. Das ältere japanische Paar spricht gerne über seine Pilgerwanderungen durch Frankreich, Spanien und Portugal. Mit der gasbefeuerten urtümlichen Pongashi-ki werden zum Dinner, d.h. für einen von vielen Gängen, Mais, Rais und Nudeln gepufft. Den zweiten Abend verbringe ich in Yunomine Onsen. Selbst das einfache Hostel hat sein eigenes Thermalbad. Im kleinen Quellbecken an der Straße werden Eier und Gemüse gekocht. Ein leichter Schwefelgeruch hängt über dem Ort.
Am dritten Tag erreiche ich den wunderbar reduzierten Hauptschrein Kumano Hongu Taisha. Im Welterbezentrum wird die Partnerschaft mit dem Camino de Santiago sehr ernst genommen. Da ich nun beide Wege, den spanischen und den japanischen, belegen kann, werde ich als „Dual Pilgrim“ geradezu geehrt.
- Tage 57 und 58 in Japan: Wakayama

Für eine kleine Pause zwischen den beiden Pilgerreisen Shikoku Henro und Kumano Kodo, mache ich einen Zwischenstopp in der 350.000 Einwohner-Stadt Wakayama an der Kii-Meerenge. Schön über der Stadt gelegen sind sowohl die Samurai-Burg als auch der Tempel Kimii-dera. In der Haupthalle des Tempels wird eine elf Meter hohe Kanoon-Statue präsentiert. Die eigentliche, „geheime“ Hauptkultfigur hingegen wird der Öffentlichkeit nur alle 50 Jahre gezeigt. Und vor der Stadt liegt Kataonami Beach.
- Tage 55 und 56 in Japan: Koya-san

Eng verbunden sind der Pilgerweg Shikoku Henro auf der Insel Shikoku und der Tempelberg (bzw. Hochplateau) Koya-san auf der Hauptinsel Honshu. Im 8./9. Jahrhundert legte der Mönch Kukai in seiner Heimat die Grundlagen für den Pilgerweg und viele Tempel. Der Pilger wandert symbolisch mit Kukai. Im Jahr 816 erhielt Kukai vom Tenno die Erlaubnis (bzw den Auftrag) auf dem abgelegenen Berg Koya ein Klosterzentrum zu gründen. Kukai entwickelte sich zur Gründungsfigur und Koya-san zum geistigen Zentrum des Shingon-Buddhismus. Mehr als 2.000 Tempel soll es im 12. Jahrhundert auf Koya-san gegeben haben, heute sind es noch über hundert. Seit 835 befindet sich Kukai dort in seinem Mausoleum in ewiger Meditation, zwei Mal täglich bringen ihm die Mönche Essen vorbei.
Der Tradition entsprechend reise auch ich, mit dem Fernbus über Insel-Brücken, mit der Bahn über Osaka und mit dem Cable Car hoch auf den Berg, zum Koya-san um Kukai den Vollzug der Pilgerreise zu vermelden. Und um das Weltkulturerbe zu erleben. Der Weg führt durch Okunoin, den größten Friedhof Japans, mystisch im Wald uralter Zedern. Und gilt als Übergang von der weltlichen in die spirituelle Welt. Ab der dritten Brücke darf nicht mehr fotografiert werden. In der Torodo-Halle, unmittelbar vor dem Mausoleum, brennen mehr als 10.000 Laternen. Zwei von ihnen seit fast 1.000 Jahren.
Ich übernachte in einem der über 50 Tempel die Shukubo anbieten. Nach dem traditionellen buddhistisch vegetarischen Abendessen und dem Gewitter kann ich noch einen Nachtspaziergang zur zentralen Tempelanlage Danjo Garan machen.
Kongobuji aus dem 16. Jahrhundert, ist der Haupttempel des Shingon-Buddhismus auf dem Koya-san, dem alle weiteren untergeordnet sind und nationaler Kulturschatz. Die Innenräume mit wunderbar bemalten Schiebetüren und den größten Steingarten Japans kann ich besichtigen. Die weitläufige Tempelanlage Danjō Garan hingegen wurde bereits im 9. Jahrhundert von Kukai gegründet. Ihre leuchtend rote große Pagode „symbolisiert das Zentrum des esoterischen Kosmos“.



































































































