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Auf meinem Reiseblog im Sabbatjahr 2026/27 sowie zu meinen früheren (Pilger-) Wegen. Hier auf der Startseite findest Du immer die drei aktuellsten Beiträge. Alle weiteren Posts, eine Karte mit meinem Standort bzw. der zurückgelegten Route usw. findest Du dann auf der Seite der jeweiligen Reise (aktuell: Indien).
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Neueste Beiträge:
- Tage 11 bis 16 in Indien: Varanasi

Mit der Bahn reise ich weiter in die heilige Stadt am Ganges und so von Bihar in den Bundesstaat Uttar Pradesh. Eine Stadt der Superlative: Mit etwa 3200 Jahren ist Varanasi einer der am längsten durchgängig besiedelten Orte der Welt. Mit ca. 1,8 Millionen Menschen ist es nur die fünft größte Stadt in Uttar Pradesh, aber eine der bevölkerungsdichtesten Großstädte der Welt. Insbesondere aber ist Varanasi heiligste Stadt im Hinduismus und hat für viele Hindus eine einzigartige Stellung: Varanasi gilt als Wohnort Shivas der dort besonders präsent sein soll. Der Ganges wird als Göttin, Mutter Ganga, verehrt. Stundenlang laufe ich entlang der Ghats und durch die Straßen und Gassen der Altstadt und versuche zu sehen was ist sehe.
Herzstück der Stadt sind die Ghats, Uferstufen und Plattformen die zum heiligen Fluss führen. Kilometerlang ziehen sie sich dem Ganges entlang. Ort für Rituale, heilige Bäder, Kremierungen. Sadus, Asketen, eine Unmenge von Pilgern aus ganz Indien und Asien. Dazwischen einzelne Suchende und Touristen aus dem Westen. Und viele Einheimische die auf die unterschiedlichste Art dafür sorgen wollen, dass all die Besucher auch etwas Geld da lassen.
In Varanasi zu sterben, dort am Ganges verbrannt und als Asche dem Fluß übergeben zu werden, gilt im Hinduismus als Möglichkeit den Kreislauf der Wiedergeburten zu verlassen. Die Feuer brennen an zwei Ghats Tag und Nacht. Den Ritualen ausführlich zu folgen macht sprachlos. Fotografieren ist grenzwertig. Gleichzeitig wirkt alles offen und alltäglich: Am Harishchandra Ghat lassen lachende Kinder neben den Feuern einen Drachen steigen. Die Blechwände am Manikarnika Ghat sollen offenbar nicht die Verbrennungen sondern die daneben liegenden Baustellen abschirmen. Der Tod wird als normaler Teil des Lebens betrachtet und nicht als Ende sondern als Übergang verstanden.
Arati, die Lichtzeremonie, normalerweise zu Ehren und am Altar einer bestimmten Gottheit, gibt es in Varanasi zu Ehren Mutter Ganga im ganz großen Stil an mehreren Ghats bei Sonnenaufgang und am Abend. An ein Durchkommen ist dann dort nicht mehr zu denken.
Hinter den Ghats liegt die Altstadt, durchzogen von überfüllten Straßen und engsten Gassen. Manchmal geht darin selbst für Fußgänger nichts mehr. Irgendwie komme ich immer wieder raus.
Natürlich ist eine heilige Stadt gesättigt mit Tempeln und Schreinen (und eine Kirche, St. Thomas, entdecke ich, aber die ist geschlossen). Der wichtigste Tempel ist der 230 Jahre alte, goldene Kashi Vishwanath Tempel. Als Shiva-Tempel in der Stadt Shivas zumindest für Shiva-Anhänger der wichtigste Tempel überhaupt. Ein weitläufiger moderner „Korridor“ um den Tempel kanalisiert die Massen. Nach erheblichem bürokratischem Aufwand, Entrichtung einer Gebühr und Sicherheitskontrollen die dem Flughafen Frankfurt Ehre gemacht hätten, komme ich, geführt mit einer kleinen Gruppe, bis ins Innere und benötige so nur ein bis zwei Stunden um einen kurzen Blick auf den Lingam werfen zu können. Der normale Pilger investiert dafür einen halben Tag anstehen.
iIn der Hierarchie danach kommen der Annapurna Devi und der Kal Bhairav Tempel. Während der, der Frau und Versorgerin Shivas gewidmete Tempel im Inneren überraschend weitläufig und farbenfroh ist, ist der, dem zerstörerischen Aspekt Shivas gewidmete, dunkel und tatsächlich furchteinflösend eng. Das Drängen der Massen durch die engen Gassen, die Zugang gewähren, ist vor beiden Tempeln gleich. Rom im heiligen Jahr 2025 ( >> Franziskusweg) war, verglichen mit diesem ganz normalen Tag im Februar in Varanasi, Kindergeburtstag.
Der 120 Jahre alte, national symbolische Tulsi Mandas Mandir (Mutter Indien) beherbergt die größte Reliefkarte Indiens. Ich kann meine Route zwischen Ganges und Himalaya nachvollziehen. Die Alamgir Moschee steht auf den Grundmauern eines Vishnu-Tempels, den der Mogul-Herrscher vor 350 Jahren dafür abreißen ließ.
Bei aller Faszination ist es nach fünf Tagen Varanasi wahrlich genug. Ich will weiter, ca. 125 km westwärts, nach Prayagrei (Allahabad).
- Tag 14 in Indien: Sarnath

Für einen Tag fahre ich aus der Stadt Shivas, Varanasi, in das benachbarte buddhistische Sarnath. Für die jeweils knapp 15 Kilometer traue ich mich (nachdem ich mich an die TukTuk-Fahrten durch den chaotischen Verkehr etwas gewöhnt habe) erstmals auf das Verkehrsmittel das mir als Alleinreisenden geziemt: Sozius auf dem (Uper-)Bike.
Auch Sarnath gehört zu den vier heiligsten Orten im Buddhismus: Nach seiner Erleuchtung in Bodh Gaya ging Gautama Buddha vor etwa 2550 Jahren nach Sernath. Dort traf er zunächst fünf frühere Mitstreiter aus seiner Askesezeit, die nun seine ersten Schüler wurden (Beginn der buddhistischen Gemeinschaft). In einem Gazellenhain hielt er an sie seine erste Lehrrede (Beginn der buddhistischen Lehre, Drehen des Dharma-Rades).
Heute ist der Gazellenhain eines der wichtigsten buddhistischen Pilgerziele und ein archäologischer Park. Und einige Gazellen gibt es auch noch. Den genauen Platz der Lehrrede markiert die Dhamekh Stupa aus dem 3. Jhd. vor Chr. Darum herum finden sich Ruinen und Grundmauern von Klöstern und Tempeln aus dem ersten Jahrtausend. Etwas außerhalb markiert die Chaukhandi Stupa den Platz des Zusammentreffens mit den ersten Schülern. Wieder treffe ich auf buddhistische Pilgergruppen aus ganz Asien die ihre unterschiedlichen Rituale praktizieren. Trotzdem ist es deutlich ruhiger als in Bodh Gaya.
Als Geburtsort des 11. Thirtankara (erleuchteter Lehrer) ist Sarnath und sein Jain-Tempel ferner ein wichtiges Pilgerziel im Jainismus.
An der Ring Road um den Park befinden sich, ähnlich wie in Bodh Gaya, eine Vielzahl von Klöstern und Tempeln verschiedener buddhistischer Nationen und Gemeinschaften. Anders als ich Indien bisher erlebt habe, ist es in der Kleinstadt relativ ruhig und ich genieße einen fast unbehelligten (nur gelegentlich sprechen mich ein paar neugierige Jugendliche an oder winken mir Kinder aus Distanz zu) Spaziergang, von Tempel zu Tempel durch den Ort
Den Abend verbringen ich wieder an den Ghats am Ganges in Varanasi.
- Tage neun und zehn in Indien: Bhabua

Den Impuls, den Mundeshwari-Devi-Tempel bei Bhabua zu besuchen, habe ich aus dem Buch „Verborgene Heiligtümer“ von Martin Gray. Tatsächlich sind nicht nur der Tempel, sondern die ganze Gegend, auf halber Strecke zwischen Bodh Gaya und Varanasi, verborgen.
Doch hier realisiert sich für mich die heimliche Hoffnung jedes Indien-Reisenden: Zu einer Hochzeitsfeier eingeladen zu werden.
Der Mundeshwari-Devi-Tempel geht zurück auf eine heilige Stätte aus dem zweiten Jhd. n. Chr. Der heutige, ungewöhnliche achteckige Bau stammt aus dem Jahr 625, soll aber auch Inschriften aus dem 4. Jhd. enthalten. Damit gilt der Tempel als einer der ältesten, wenn nicht gar der älteste Tempel Indiens.
Der Tempel liegt auf einem Hügel außerhalb. Zum Unverständnis der TukTuk-Fahrer und der vielen die unterwegs ungefragt anhalten um mich mitzunehmen, gehe ich die acht Kilometer vom letzten größeren Dorf hin und zurück zu Fuß und genieße die relative Ruhe außerhalb dem Lärm und Chaos in den Orten und die Sonne über dem heute grünen Bihar.
Am Tempel bin ich wieder Exot. Außer mir sind viele regionale Pilger hier, die ihre Rituale praktizieren. Dass ihr Tempel in einem deutschen Buch beschrieben wird und ich deshalb herkomme, begeistert die Menschen, die mich befragen. Wieder erhalte ich eine kleine Führung, werde unterwiesen und darf exklusiv an die uralte Darstellung der Göttin Mundeshwari, Form der Durga, weibliche göttliche Urkraft, herantreten und sie berühren.
Morgen reise ich weiter, es wartet ein „Schwergewicht“: Varanasi, heilige Stadt am Ganges.















































































































































