Muxia 2022

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Auf meinem Reiseblog im Sabbatjahr 2026/27 sowie zu meinen früheren (Pilger-) Wegen. Hier auf der Startseite findest Du immer die drei aktuellsten Beiträge. Alle weiteren Posts, eine Karte mit meinem Standort bzw. der zurückgelegten Route usw. findest Du dann auf der Seite der jeweiligen Reise (aktuell: Südkorea).
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On my travel blog during my sabbatical year 2026/27, as well as about my earlier (pilgrimage) journeys. Here on the homepage you will always find the three most recent posts. All further entries, a map showing my current location or the route already covered, and more can be found on the page of the respective journey
(current: Japan).
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Neueste Beiträge:

  • Tage 1 bis 5 in Taiwan: Taipei

    Ein neues Land. Nach Japan und Korea gilt es nun, gedanklich und mit dem Gefühl in Taiwan anzukommen. Und gleichzeitig in 3 1/2 Tagen die quirlige 2,5 Millionen Hauptstadt Taipei zu erleben. Sabbatjahr bleibt Herausforderung. Der erste Eindruck, der erste Abend, überrollt: Taiwan ist nicht irgendwie chinesisch, Taiwan ist China pur. Ganz anders als Japan und Südkorea, die auch sehr unterschiedlich waren. Kleine Flashbacks: Viele Eindrücke, Situationen, Gerüche erinnern mich plötzlich wieder an Indien. Light versteht sich.

    Eher zufällig gerate ich in den kleinen Tianhou Tempel, der zwischen den Geschäften in der Straße kaum auszumachen ist. Eine ungewöhnliche Mischung: Unmittelbar neben Mazu, der Göttin des Meeres aus dem chinesischen Volksglauben, wird der buddhistische Mönch Kukai, der mich auf der Pilgerreise durch Japan begleitet hat, verehrt. Ungewöhnlich für mich, nicht für Taiwan.

    Auch im großen Banga Lungshan Tempel verschmelzen Buddhismus, Daoismus und chinesische Volksreligion. Die Jiǎobēi Wahrsagehölzer liegen, davon unabhängig, an jedem Altar bereit und werden eifrig benutzt: Je nachdem, wie sie zum liegen kommen, signalisieren die halbmondförmigen Hölzer, ob die Gottheit die vorgetragene Bitte bejaht, verneint oder mit einem Lächeln („du kennst die Antwort selbst“) quittiert.

    Dem Gegenspieler Mao Zedungs und jahrzehntelangen Machthaber wird mit der pompösen Chiang-Kai-shek-Gedächtnishalle noch heute große Verehrung entgegengebracht. Den Tausenden Opfern seiner Diktatur hingegen im 228 Peace Memorial Park gedacht.

    Die bemerkenswertesten Stücke chinesischer Kulturgeschichte haben die Männer Chiang Kai-sheks aus der verbotenen Stadt nach Taiwan gebracht. Heute werden sie im National Palace Museum ausgestellt. Die bekanntesten und beliebtesten Ausstellungsstücke sind aber nicht die uralten buddhistischen Skulpturen oder das Porzellan, sondern ein Stück Fleisch und ein Chinakohl. Aus Jade.

    Nach dem dritten oder vierten Tempel nehme ich wahr, dass jeweils ein turmartiger, reich verzierter Ofen dazugehört: Jinlu, der Goldofen. Die Gläubigen verbrennen darin dicke Packen „Opferpapier“, Opfer und symbolische Verbindung zum Jenseitigen. Goldbeschichtetes Papier für die Götter, silbernes für die Ahnen.

    Im volksreligiösen Hsing Tian Kong Tempel wird Guan Gong als Gott der Kriegskünste verehrt. Auf Räucherstäbchen und Opferpapier hingegen wird aus Umweltschutzgründen verzichtet. Sehr ungewöhnlich. Dafür hat der Tempel seine eigene Zeremonie „um den erschreckten Geist zurückzuholen“.

  • Tag 35 in Südkorea wird zu Tag 1 in Taiwan

    Fünf Wochen Südkorea: Es war ein guter Zeitraum. Und gute Zeit! Rund 1.650 Kilometer bin ich rund um die Halbinsel gereist. Koreanische Kultur und Spiritualität wollte ich kennenlernen und durfte ich erleben. Durchwegs freundliche Menschen habe ich obendrein erlebt. Menschen die sich gefreut haben darüber, dass ich als Ausländer in ihr Land komme und soviel Zeit dafür mitbringe. Sehr positiv überrascht hat mich die Schönheit und Vielfalt der Natur des Landes mit seinen vielen Nationalparks und Wanderwegen. Trotzdem wird Südkorea für mich das Land der Hochhaussiedlungen bleiben: Die Menschen wohnen vertikal. Auch das Thema der Teilung Koreas, ohne Aussicht auf eine Wiedervereinigung, habe ich allgegenwärtig erlebt und lässt mich bewusster auf die deutsche Geschichte blicken.

    Von Japan kommend, konnte ich deutliche Unterschiede sehen. Mit der ästhetischen Schönheit und durchgängigen freundlichen Aufmerksamkeit Japans kann Südkorea nicht mithalten, aber es ist ein jüngeres, moderneres Land. Koreanischer Buddhismus unterscheidet sich deutlich vom japanischen und wird intensiver gelebt. Während die Gläubigen in Japan vor dem Tempel stehend diskret ihre Gebete verrichten, Mantras und Sutren rezitieren, kommen im koreanischen Tempel viele Niederwerfungen vor vielen Gottheiten zusammen. Und ein eifriges Gewuhsel dazwischen. Nach dem Shintoismus ist mir der Konfuzianismus näher gekommen. Und ein Berggeist. Und viele christliche Gemeinden verschiedener Konfessionen habe ich obendrein gesehen.

    Von den über das ganze Land verteilten 33 Tempeln der „Pilgerreise zu den 33 Gwaneum-Heiligtümern Koreas“ konnte ich gerade mal (oder immerhin) 13 Tempel besuchen. Das wäre Grund genug für eine weitere Koreareise: Das Land würde es lohnen!

    Japan vers. Südkorea: Eine Taxifahrt in Japan bedeutet eine kantige schwarze Limousine, die aussieht wie aus den 1980ern und es wahrscheinlich auch ist. Zur Schonung der braunen Bezüge liegen über Sitzflächen und Lehnen gehäkelte weiße Decken. Zur Schonung der Häkeldecken sind durchsichtige Plastikfolien darüber gespannt. Passend zur Limousine trägt der Fahrer schwarzen Anzug und Krawatte. Taxifahren in Südkorea bedeutet sich in die Ledersessel eines großen Tesla fallen zu lassen. Vielleicht ist noch etwas Ketchup vom vorherigen Fahrgast darauf, den Fahrer mit der coolen Basecap kümmert es wenig. Ich benutze -in beiden Ländern hervorragend- Bus und Bahn.

    Ostasien: Nach Japan und Korea möchte ich auch China erleben. R.o.C.: Republik of China. Taiwan. Wo Kultur, Spiritualität, Sprache und Essen heute wohl vielerorts chinesischer sind als in der Volksrepublik. Von Seoul/Incheon fliege ich nach Taipei. Ein Kurzstreckenflug und doch 1.500 Kilometer weiter in den Süden. Der Sommer endet nicht.

  • Tag 34 in Südkorea: Incheon

    In der Wahrnehmung meist nur die Airport-Insel (oder auch nur der überdimensionierte Airport) vor Seoul und auch für mich zunächst nur Sprungbrett zum Flughafen, ist Incheon doch eine Großstadt mit 2,9 Millionen Einwohnern, drittgrößte Stadt Südkoreas. Bereits im futuristischen Hauptbahnhof befindet sich das K-Culture Museum: Multimedia und buntes Licht… Auch bei meinem Rundgang an die Küste erlebe ich nochmal eine Essenz: Typisch Südkorea!