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Auf meinem Reiseblog im Sabbatjahr 2026/27 sowie zu meinen früheren (Pilger-) Wegen. Hier auf der Startseite findest Du immer die drei aktuellsten Beiträge. Alle weiteren Posts, eine Karte mit meinem Standort bzw. der zurückgelegten Route usw. findest Du dann auf der Seite der jeweiligen Reise (aktuell: Japan).
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Neueste Beiträge:
- Uwajima Ushi-oni Matsuri

Tausche Tempel gegen Dämonen: Um die Höhepunkte des Ushi-oni Sommerfestes zu erleben, reise ich mit der Bahn zurück nach Uwajima, das ich auf dem Pilgerweg bereits 14 Tage vorher passiert habe. Bühne und Festkomitee befinden sich in der überdachten, 600 Meter langen Einkaufsstraße. Offenbar muss jeder größere Ort in Japan eine solche Straße besitzen und so wie in anderen Orten, versprüht auch diese eher den Charm der 60er bis 80er Jahre und hat Leerstand. Aber heute ist ein Festtag. Er beginnt mit der Kinder-Ushi-oni-Parade und, zum Jubiläum, dem Sendai Suzume Odori, dem Spatzentanz einer Gruppe aus der Partnerstadt im Norden Japans. Alles wirkt noch sehr lokal.
Ushi-oni, Stier- bzw. Ochsendämonen aus der japanischen Mythologie, sind die Stars am Nachmittag. In der Parade werden sie durch die Stadt getragen. Mit ihren beweglichen langen Hälsen schauen sie in die Häuser und führen (Schein-) Angriffe insbesondere gegen das Festkomitee durch.
Tanzwettbewerb ist der Uwajima Odori Taikai. Während ich bereits auf dem Weg zum Schrein bin, kommen mir die Gruppen in der Kisaiya Road entgegen. Und tanzen synchron den Nagashi Odori Prozessionstanz.
Das spirituelle Fundament des Festes liegt im Shintoismus. Die Götter des Warei-Schrein, der mich bereits vor zwei Wochen beeindruckt hat, sollen besänftigt und milde gestimmt werden. Dazu nehmen die Gottheiten des Schreins vorübergehend in Mikoshi, goldenen tragbaren Schreinen, Platz und werden durch die Stadt getragen. Nach Flötenspielern und Trommlern marschieren Lampionträger an der Spitze der Prozession. Ein großer roter Ushi-oni folgt vor den drei Schreinen. Die Geistlichen des Schreins gehen am Ende in traditionellen Gewändern. Weitläufig zieht die Prozession durch die Stadt. Immer wieder werden die schweren Schreine vor einzelnen Häusern in die Höhe gestemmt. In einem ersten Höhepunkt umkreisen die Schreine vor dem Marunouchi-Schrein eine hohe Bambusstange. Dem zweiten Teilnehmer gelingt es an der Stange hoch zu klettern. Die Spitze der Stange biegt sich dabei bedrohlich. Die kleineren Mikoshi Schreine werden auf das Gelände des Marunouchi-Schrein gebracht. Die Geistlichen beider Schreine führen eine Shinto-Zeremonie durch. Die Prozessionsteilnehmer hingegen stärken sich mit Bier und Riceballs. Der eigentliche Höhepunkt wird erst noch folgen: Bei Dunkelheit erreicht die Prozession nach einem langen Weg endlich den Hafen. Mit Fackelschein und Trommeln wird jeder Schrein auf ein eigenes geschmücktes Boot geladen. Die Boote fahren mit den Prozessionsteilnehmern hinaus aufs Meer. Kehren aber zurück: An der Mündung des Suka-Fluss verlässt die Prozession die Boote und bewegt sich nun flussaufwärts im hüfttiefen Fluss zu Fuß zurück zum Warei-Schrein. Vor dem Schrein steht eine weitere, höhere Bambusstange im Fluss: Verbindung zum Himmel, die von einem Teilnehmer erklommen wird. Tatsächlich erreicht er die Shinto-typischen Papierstreifen im Wipfel der Stange. Nachdem sich die Zuschauer etwas zerstreut haben, gehe ich nochmal zum großen Schrein. Die kleinen wurden inzwischen hinein gebracht. Das Schrein Gebäude ist nun dunkel, aber offen. Von außen kann ich erahnen, wie die, nun in weiße Gewänder gekleideten, Geistlichen in einer besonderen Zeremonie die Gottheiten aus den Mikoshis heraus, zurück zu ihren angestammten Wohnsitzen tief hinten im Schrein bringen.
- Shikoku Henro, Tage 33 bis 41

Tempel, Tempel, Tempel. Kilometer, Kilometer, Kilometer. Und Höhenmeter.
Von Matsuyama bis zum nächsten Zwischenstopp sind es neun Tage, 180 Kilometer, 20 Tempel. Trotzdem bleiben der Weg und die Tempelanlagen abwechslungsreich und immer wieder überraschend. Neben dem eher unauffälligen Tempel 55 findet sich die imposante Schrein-Anlage Oyamazumi-jinja. Tempel 61, Koon-ji wurde in den 1970er Jahren neu gebaut und ist einer Sporthalle dieser Zeit nicht unähnlich. Die Tempel 68 und 69 Teilen sich ein Gelände. Das Hondo von T 69 ist traditionell, das Hondo von T 68 ein gut designter Betonbau von 2003.
Der Pilgerweg verläuft weiter entlang der Seto-Inlandsee, durch die Städte Imabari und Niihama und ihre ausgedehnten flachen Vororte und immer wieder hoch zu abgelegenen Bergtempeln. Auf- und Abstieg ab Meereshöhe zu Tempel 60, Yokomine-ji, auf 750 Metern Höhe, ist eine Tagestour. Zum höchsten Punkt der Pilgerreise, Tempel 66, Tempel an den Wolken, auf 912 Metern Höhe, bringt mich die Ropeway.
- Shikoku Henro: Matsuyama

Entlang der Westküste Shikokus ändern sich die Charakteristiken des Weges und meiner Pilgerreise: Die Tempel konzentrieren sich überwiegend nahe größerer Orte und ich beginne einzelne Teilstrecken dazwischen mit der Bahn zu fahren, um dann sternförmig und mit leichtem Gepäck vom Ort zu den Tempeln zu wandern. Jeder Pilger entwickelt seinen eigenen Weg. Matsuyama ist die größte Stadt Shikokus. Ab hier sind es zwei Tageswanderungen: Die Tempel 48 bis 51 liegen im Stadtgebiet bzw am Stadtrand. Im Tempel 51, Steinhand-Tempel, kann ich ein Verbrennungsritual miterleben: Ema, Holztäfelchen auf denen die Tempelbesucher ihre Anliegen hinterlassen haben, werden vom Priester regelmäßig im Rahmen einer Zeremonie dem Feuer übergeben. Hinter T 51 führt ein langer, dunkler Tunnel durch den Hügel. Die goldene Teekanne auf der anderen Seite gibt Anlass zum Rätseln. Die Tempel 44 bis 46 liegen weiter außerhalb. Zwischen 44 und 45 führt der Weg anspruchsvoll über zwei Berge mit tollen Aussichten und sehr ruhigem Wald. Ich teile ihn mir mit einem Pilger aus Vancouver. Unsere Geschichten ähneln sich und den Geschichten, die ich von vielen Ausländern auf dem Henro höre: Nach seinem Jakobsweg durch Spanien suchte er nach einer vergleichbaren neuen Erfahrung und findet sie hier auf dem buddhistischen Pilgerweg.
Kimono-Selfi-Hotspot ist der historische Dogo-Onsen im gleichnamigen Stadtteil Matsuyamas. Und mit dem Isaniwa Schrein hoch über Dogo-Onsen gibt es hier auch abseits vom Pilgerweg einen bedeutenden Shinto-Schrein. Auch neue Schuhe sollte es in der Stadt für mich geben: Nach fünf Monaten auf Reisen sind die Absätze meiner Trekkingstiefel komplett runter. Sollte: Es bedarf zwei größerer Outdoor-Fachgeschäfte um ein einziges Paar meiner Größe von einem einzigen Modell zu bekommen.
























































































































































