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Auf meinem Reiseblog im Sabbatjahr 2026/27 sowie zu meinen früheren (Pilger-) Wegen. Hier auf der Startseite findest Du immer die drei aktuellsten Beiträge. Alle weiteren Posts, eine Karte mit meinem Standort bzw. der zurückgelegten Route usw. findest Du dann auf der Seite der jeweiligen Reise (aktuell: Indien).
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On my travel blog during my sabbatical year 2026/27, as well as about my earlier (pilgrimage) journeys. Here on the homepage you will always find the three most recent posts. All further entries, a map showing my current location or the route already covered, and more can be found on the page of the respective journey (current: Indien).
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Neueste Beiträge:
- Tage 65 und 66 in Indien: Haridwar

Mit dem Nachtzug (210 km, 5 Std.) komme ich von Chandigarh in den frühen Morgenstunden in Haridwar an. Mein erster Weg führt zu den Ghats (tatsächlich werde ich durch die Gassen zu den Ghats gedrückt): Nach Patna, am Beginn meiner Reise, Varanasi und Prayagraj, erreiche ich hier wieder den Ganges. In Haridwar tritt der heilige Fluss, als türkisgrüner, lebhafter Bergfluss aus dem Himalaya kommend, in die nordindische Ebene ein und wird für die Gläubigen zugänglich. Deshalb gehört die Stadt zu den sieben heiligen Städten im Hinduismus und ist, wie Prayagraj, eine von vier Städten in denen alle zwölf Jahre die Kumbh Mela stattfindet. Zuletzt, 2021, sollen hier über neun Millionen Menschen an den Fluss gekommen sein, davon 3,5 Millionen am Haupttag. Anders als in Varanasi sind die Ghats nicht historisch sondern weitläufig und neueren Datums. Offenbar um dem Großereignis gewachsen zu sein. Kanalisiert strömt der Ganges durch die Stadt und gibt ihr ihren besonderen Charakter. Und die Menschen strömen auch heute, am Morgen eines ganz normalen Tages, an den Fluss. Zentrum sind die Har Ki Pauri Ghats, wo auch ein Fußabdruck Vishnus verehrt wird. Aber das eigentliche Heiligtum ist der Fluss: Das rituelle Bad reinigt das Kharma, erfrischt an diesen heißen Tagen und muss mit dem Handy festgehalten werden. Vor Sonnenuntergang strömen die Menschen dann zum Arati. Die Zeremonie selbst ist kurz. Die eigentliche Show ist die Masse der Menschen.
Wichtigster Tempel ist der Maa Mansa Devi Mandir auf einem Hügel über der Stadt. Am Weg hinauf zum Tempel sitzen Menschen mit offener Hand und wartende Affen. Beiden wird gegeben: Gut für das Karma. Die Verehrung der Göttlichen Mutterkraft im Tempel ist historisch. Der heutige Bau überwiegend aus dem 20. Jahrhundert. Lange Gänge führen an vielen Scheinen vorbei, so dass jeder, auch neben der Göttin Devi, seiner favorisieren Gottheit opfern kann.
- Tage 63 und 64 in Indien: Chandigarh II

Um einen Kontrolltermin in der Dentalklinik wahrnehmen zu können, reise ich ein weiteres Mal nach Chandigarh. Beim Aussteigen aus dem klimatisierten Bus begrüßt mich die Planstadt Le Corbusier’s mit 40 Grad. Am Folgetag hat es 43 Grad. Kühler ist es in den Museen, die ich beim ersten Mal nur von außen sehen konnte: The Government Museum and Art Gallery sowie the Chandigarh Architecture Museum (City Museum). Neben den Ausstellungen ist die Architektur der Gebäude interessant. Das Architektur Museum ist einem Ausstellungspavillon Le Corbusiers für Zürich von 1965 abgeleitet worden. Es zeigt den Entstehungsprozess der Stadt. Im Kunstmuseum gibt es schöne Skulpturen des Buddhismus und des Hinduismus aus den vergangenen beiden Jahrtausenden zu sehen. Die Präsentation scheint seit den 1960er Jahren unverändert. Allerdings fehlt ein Teil: Wegen Wasserschäden zur Seite geräumt.
Natürlich inspiriert mich die Schautafel „Religious Buildings in Chandigarh“ zu neuen Erkundungen: Zu den wenigen sakralen Gebäuden die bereits im Masterplan vorgesehen wurden, gehören eine Kathedrale, realisiert 1977, ein Sikh-Tempel (1960) und eine Moschee (1969).
- Tage 60 und 61 in Indien: Triund Hill

Auf 1.700 Meter Höhe über dem Kangra-Tal in den Voralpen des Himalaya gelegen, ist McLeod Gani guter Ausgangspunkt verschiedener Trecks in die Berge. Die, wohl zu Recht, populärste Tour führt auf den Triund Hill und verspricht tolle Blicke auf die dahinter liegende Dhauladhar-Kette. Ich will nicht nur zum Triund Plateau, sondern hoch bis zum Gipfel und entscheide mich deshalb für die zweitägige Variante. Wozu schleppe ich sonst seit drei Monaten ein Zelt mit mir herum? Anders als in Nepal mit seinen farbenfrohen Wäldern, ist es hier bereits ab 2.000 Metern Höhe trocken und karg. Das Plateau auf 2.850 Meter bietet die letzten Möglichkeiten für Einkehr und Übernachtung. Es herrscht reges Treiben. Und es gibt auch genügend Platz für Cricket. Das Ziel der Wenigen, die weiter gehen, ist Snowline, der Beginn der Schneefelder. Selfies im Schnee sind in Indien begehrt. Ab hier bin ich auf den letzten hundert Höhenmetern allein. Technisch ist die Tour, vielleicht abgesehen vom Grat unter dem Gipfel, nicht schwierig. Aber 1.890 Höhenmeter auf 10,5 Kilometer wollen bestiegen werden. Auf dem kleinen Gipfelplateau finde ich einen hinduistischen Schrein und ein offenes Dach. Ob das Dach zum Tempel gehört oder eine Art Shelter ist, ist unklar. Als ich auch bei Einbruch der Dunkelheit noch allein bin, entscheide ich auf Shelter und baue mein Zelt darunter auf. Auf 3.280 Metern Höhe sitze ich den 4.500 Meter hohen Gipfeln der Dhauladhar-Kette direkt gegenüber. Preis für den Sonnenuntergang und -aufgang sind nicht Auf- und Abstieg, sondern die eiskalte Nacht dazwischen.



































































































