Herzlich willkommen!
Auf meinem Reiseblog im Sabbatjahr 2026/27 sowie zu meinen früheren (Pilger-) Wegen. Hier auf der Startseite findest Du immer die drei aktuellsten Beiträge. Alle weiteren Posts, eine Karte mit meinem Standort bzw. der zurückgelegten Route usw. findest Du dann auf der Seite der jeweiligen Reise (aktuell: Indien).
Schön, dass du dabei bist!
Welcome!
On my travel blog during my sabbatical year 2026/27, as well as about my earlier (pilgrimage) journeys. Here on the homepage you will always find the three most recent posts. All further entries, a map showing my current location or the route already covered, and more can be found on the page of the respective journey (current: Indien).
Glad you’re here!
Neueste Beiträge:
- Tage 1 bis 3 in Nepal: Lumbini

Wieder ab Gorakhpur bringt mich und drei Mitfahrer ein „shared Taxi“ zum 110 Kilometer nördlich gelegenen Grenzübergang Sonauli. Ausreisestempel vom Indian Immigration Office, zu Fuß durch den Ort und über die Grenze, zwei Stunden im Nepal Immigration Office für das Visa: Bereits am frühen Nachmittag bin ich in Lumbini.
Und vervollständige damit für mich die „Vier heiligsten Städte des Buddhismus“. Nach Bodh Gaya (Erleuchtung), Sernath (erste Lehrrede) und Kushinagar (endgültiges Nirvana), bzw. fünf mit Rajgir (erste Klostergründung und Lotus Sutra) in Indien, nun also Lumbini in Nepal, wo Siddhartha Gautama, der spätere Buddha, im Jahr 623 vor Christus geboren wurde.
Dem entsprechend werden es wieder „Tempel-Tage“. Anders als in den vorherigen Orten sind die Tempel und Klöster jedoch nicht im Ort verstreut, sondern befinden sich in einer ca. 5 x 2 Kilometer großen, weitläufigen Anlage, die auf Initiative des Vize-UN-Generalsekretär, Ende der 1970er Jahre als spirituelles Zentrum vom japanischen Architekt Kenzo Tange geplant wurde.
Herz des Tempel-Parks ist am Südende der Maya Devi Temple, umgeben vom Secred Garden mit Ruinen aus dem ersten Jahrtausend. Der neue Tempel ist nur eine Hülle: Darin bewegen sich die Pilger zwischen Grundmauern des wohl ersten Tempels aus dem 3. Jahrhundert vor Christus zu einer flachen Felsplatte, von der seit 2.300 Jahren ausgegangen wird, dass sie den exakten Geburtsort Buddhas markiert. Ich verbringe zwei Abende im bzw. am Tempel und lasse unter Räucherschwaden und Gebetsfahnen die buddhistischen Gesänge, Mantras und Meditationsformen verschiedener Traditionen und Sprachen auf mich wirken.
Durch einen zentralen Kanal verbunden, liegt am nördlichen Ende die World Peace Pagoda, eine weiße Stupa, die, wie die auf dem Geierberg in Rajgir, an der Donau in Wien und viele weitere weltweit, vom japanischen buddhistischen Orden Nipponzan Myōhōji erbaut wurde. Im zugehörigen japanischen Tempel kann ich an der Abendzeremonie bzw. Meditation teilnehmen.
Seit 1997 UNESCO-Weltkulturerbe, wurde und wird die Anlage laufend um neue Tempel und Klöster verschiedener Nationen und buddhistischer Organisationen erweitert. Strukturiert durch den Central Canal liegen die Tempel, entsprechend den beiden buddhistischen Hauptströmungen, in einer Ost und einer West Monastic Zone. Recht groß und farbenfroh (und daher offenbar beliebt) ist diesmal auch ein deutscher Beitrag in der Tradition des Dalai Lama dabei. In den weiten offenen Flächen zwischen den Gebäuden treiben sich wieder die Affen herum. Spannend, wenn bei Dunkelheit plötzlich zwei oder drei Dutzend von ihnen vor Dir auf dem Weg sitzen.
West Monastic Zone:
East Monastic Zone:
Natürlich ist Nepal viel mehr als Tempel und buddhistische Heiligtümer. Aus dem flachen Grenzgebiet zu Indien heraus, will ich morgen nach Pokhara an der Basis des Himalaya, am Annapurna-Massiv. - Tage 26 und 27 in Indien: Ayodhya

Wieder ab Gorakhpur, fahre ich am frühen Morgen mit einem modernen und unglaublich langen Zug, von einem Bahnhof mit einem der längsten Bahnsteige der Welt, ca. 165 km nach Westen. Ein großer Affe sitzt zwischen den Wartenden am Bahnsteig, erregt aber weiter keine Aufmerksamkeit.
Ayodhya gehört wie Varanasi zu den Sapta Puri, den sieben heiligen Orten des Hinduismus: Wichtiges Pilgerziel und verehrt als Geburtsort von Lord Rama, dem siebten Avatar von Gott Vishnu. Zentral sind zum einen auch hier die Ghats, diesmal am Fluss Ghagara, der in Tibet entspringt, durch Nepal fließt und nach über 1000 Kilometern in den Ganges münden wird. Neben Rama wird hier besonders sein treuester Diener, Affengott Hanuman, verehrt. Der Affe am Bahnsteig in Gorakhpur war nur eine Vorhut: Hier in Ayodhya sind sie plötzlich überall. Dass mir einer, als ich beim Fotografieren kurz nicht darauf achte, blitzschnell die halb volle Schachtel Ladoo wegnimmt (und gleich gezielt aufreißt): Geschenkt, ich hätte damit rechnen müssen. Aber den dabei steckenden Objektivdeckel hole ich trotz seiner gefletschten Zähne zurück, da kenne ich keinen Spaß.
Anders als ich es bisher in Indien erlebt habe, ist in Ayodhya aber auch der Konflikt zwischen der hinduistischen Mehrheit und der islamischen Minderheit geradezu in Beton gegossen: Am exakten Geburtsort von Gott Rama soll ein Hindu-Tempel gestanden haben, den der Mogul-Herrscher um 1530 abreisen und durch eine Moschee ersetzen ließ. 1992 wurde die Moschee von einem (wohl gelenkten) Mob gestürmt und zerstört. Mit Auslöser für die landesweiten Unruhen 1992 mit etwa 2000 Todesopfern. 2001 sprach ein Gericht das Gelände der hinduistischen Gemeinschaft zu. Der neue gigantische Rama Tempel, ein national hinduistisches Symbol, wurde im Jahr 2024 eröffnet. www.tagesschau.deTrotzdem will ich auch diesen neuen Tempel besuchen. Zwei Sicherheitskontrollen, eine großflächige Schleusung und für mich zwei Passkontrollen sind erforderlich. Daher gibt es kaum Gedränge. Elektronische Geräte (Handys) in die Anlage zu bringen wird wieder strikt unterbunden. Architektur und Ausschmückung, alles monochrom in Sandstein, sind trotz der Giganterie gelungen. Beim Verlassen des Geländes bekomme ich, wie jeder Besucher, aus einer Großküche heraus ein warmes Essen und ein Getränk gereicht.
Gleich danach im Stellenwert der Pilger kommt der Hanuman Tempel aus dem 18. Jahrhundert. Kontrollen und Schleusung gibt es hier nicht, das Gedränge ist wieder brutal. Von der alten Hanuman -Skulptur bekomme ich lediglich einen Berg Blüten zu sehen. Einen schönen ruhigen Besuch habe ich hingegen am nächsten Morgen im Tempel Kanak Bhawan (Goldener Palast), einem palastartigen Bau aus dem 19. Jahrhundert, der der Legende nach auf den Palast von Lord Hanuman und Sita zurückgehen soll. Den Zugang zum traditionellen Shri Rajdwar Mandir, ebenfalls Rama geweiht, entdecke ich eher zufällig und bin dort fast allein.
An vielen Tagen sollen bis zu 100.000 Menschen, insbesondere Rama- und Hanuman-Verehrer nach Ayodhya kommen. Trotzdem bin ich scheinbar der einzige Mensch in der Stadt der nicht aus Indien stammt. Die vergangenen Tage in Maghar, Kushinagar und Ayodhya waren gut und bereichernd. Vielleicht habe ich mich inzwischen, soweit das für uns möglich ist, an Nordindien gewöhnt. Trotzdem freue ich mich auf Nepal: Morgen möchte ich über die Grenze.
- Tage 23 und 24 in Indien: Kushinagar

Mit dem Bus fahre ich etwa 50 Kilometer nach Osten. Nach dem eher „schwierigen“ Gorakhpur ist die Kleinstadt Kushinagar, zumindest der Ortsteil mit den buddhistischen Heiligtümern, geradezu eine Oase.
Nach Bodh Gaya, dem Ort der Erleuchtung und Sarnath, dem Ort der ersten Lehrrede, nun also Kushinagar, der Ort des Sterbens bzw. des Erreichens von Parinirvana, restlosem Nirvana, des Gautama Buddha um 483 vor Christus. Auch hier ist der Ansturm geringer als in Bodh Gaya aber ich erlebe wieder buddhistische Pilgergruppen aus ganz Asien.
Zentral ist der, auf uralten Fundamenten erbaute, moderne Mahaparinirvana-Tempel mit einer hoch verehrten, über sechs Meter langen, liegenden bzw ins Nirvana übergehenden, Buddha-Statue aus dem 5. Jahrhundert. Umgeben ist der Tempel von Grundmauern von Klöstern und Tempeln aus dem frühen ersten Jahrtausend und soll den genauen Sterbeplatz kennzeichnen. Ich verbringe den Nachmittag im und am Tempel mit Pilgergruppen aus Thailand und Kambodscha.
Etwas außerhalb liegt die Ramabhar Stupa mit Bauelementen aus dem 3. Jhd. v. Chr., die den Ort markiert an dem der Leichnam Buddhas verbrannt wurde. „Buddha’s Relic Distribution Site“ hingegen ist der Platz, von dem seit 1500 Jahren davon ausgegangen wird, dass hier der Streit um seine Reliquien (bzw. Asche) entbrannte, bevor ein Brahmane sie in acht Teile aufteilte und so acht Regionalfürste in ihren Reichen Stupas für die Reliquien errichten konnten. Der Matha-Kuar-Schrein beherbergt eine sitzende Buddha Statue aus dem 10. Jahrhundert.
Neben diesen Hauptbereichen gibt es wieder einige Tempel buddhistischer Nationen die hier auch vertreten sein wollen. Trotzdem ist es ruhiger und nicht alle Tempel sind geöffnet.
Schlecht unterwegs: Mein sog. Leibriemen, den ich beim Dienstantritt empfangen habe, ist nach 35 Jahren steten Gebrauchs in zwei Teile gerissen. Gut in Indien: Ein Schuster, der wie die meisten Handwerker mit einfachsten Mitteln direkt an der Straße arbeitet, repariert ihn mir routiniert und schwärzt noch schnell das spröde Leder.




























































































































