Muxia 2022

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Auf meinem Reiseblog im Sabbatjahr 2026/27 sowie zu meinen früheren (Pilger-) Wegen. Hier auf der Startseite findest Du immer die drei aktuellsten Beiträge. Alle weiteren Posts, eine Karte mit meinem Standort bzw. der zurückgelegten Route usw. findest Du dann auf der Seite der jeweiligen Reise (aktuell: Japan).
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On my travel blog during my sabbatical year 2026/27, as well as about my earlier (pilgrimage) journeys. Here on the homepage you will always find the three most recent posts. All further entries, a map showing my current location or the route already covered, and more can be found on the page of the respective journey
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Neueste Beiträge:

  • Tag 1 in Japan: Tokyo

    Zwölf Tage nach Delhi erreiche ich Tokyo. Der Unterschied zwischen den Metropolen und ihren jeweils rund 30 Millionen Einwohnern könnte deutlicher nicht sein. Aber der erste Eindruck ist klar: Japan ist gut!

    Für einen ersten Tag suche ich mir drei Bereiche aus: Asakusa mit dem Sensoji-Tempel, einem der ältesten der Stadt, dem Asakusa-jinja Shinto-Schrein und dem Tokyo-Skytree am Sumida-River. Den Uena Park mit seinen Tempel- und Museumsbauten und dem benachbarten Ameya Yokocho Markt. Shibuya mit moderner Architektur und japanischer Popkultur.

  • Die Indienreise

    Mit wenigen Tagen Abstand blicke ich zurück auf die große Reise: 94 Tage in Indien, 27 Tage in Nepal. 7.350 Kilometer habe ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln und 350 Kilometer zu Fuß auf Treks zurückgelegt. Und war doch, abgesehen vom Abstecher Richtung Bhopal, nur im Norden des Subkontinents unterwegs. Knapp 200 hinduistische oder buddhistische Tempel, islamische Moscheen, Jain-Tempel, Sikh-Gurudwaras, christliche Kirchen und einen Baha’i Tempel habe ich bewusst (so dass ich sie namentlich benennen kann) besucht.

    Eine gängige Formulierung behauptet, dass man Indien nur entweder lieben oder hassen kann. Dazwischen gebe es nichts. Nach meiner Reise teile ich diese Meinung nicht: Ich habe faszinierende spirituelle Orte erlebt, wie es sie so dicht wohl in kaum einem anderen Land der Welt gibt, aber auch allgegenwärtiges pures Chaos. Ich habe Menschen in tiefer Verehrung ihrer Gottheit und tief in ihrer spirituellen Praxis erlebt, aber auch rücksichtslose Menschenmassen und musste manchmal auch selbst rücksichtslos sein, um in den Menschenmassen zu bestehen. Die Ursprungsstätten des Buddhismus konnte ich mit Buddhisten aus vielen Ländern in tiefer Ruhe teilen; an nahezu jedem anderen Ort herrschte Lärm rund um die Uhr. Ich konnte 1.000 Jahre alte hinduistische Tempel und 2.000 Jahre alte buddhistische Stupas besuchen und habe außerhalb dieser Orte überall Müll, Schmutz und oft Gestank ertragen. Ich habe moderne, liebevolle Familien gesehen und Familien mit Kindern, die wie Prinzessinnen oder Prinzen bekleidet, geschmückt und geschminkt waren und kauernde Kinder an ihrem Arbeitsplatz in der Ziegelei. Und ein nacktes, schreiendes Kleinkind auf einer durchweichten Wellpappe auf einer Müllkippe. Nicht nur von Erwachsenen, sondern auch von Kindern und sehr kleinen Kindern wurde ich unzählige Male angebettelt. Kühe mit vergoldeten Hörnern wurden hingegen (nicht von mir) ungebeten gefüttert und geherzt. Ich wurde von wehrhaften Affen beraubt, von einem tollwutverdächtigen Hund gebissen (die Inkubationszeit ist nun wohl vorüber) und ein massiver Magen-Darm-Infekt hat mich letztlich mehrere Zähne gekostet. Und in zwei Kliniken wurde ich gut und unbürokratisch versorgt. In der Gangesebene und insbesondere im Himalaya habe ich wunderschöne Landschaften und traumhafte Berggipfel gesehen, aber die normalen Stadtbilder durchgängig geradezu als apokalyptisch wahrgenommen.

    Dazwischen bleibt die Faszination für ein Land, das mit unseren Maßstäben nicht zu erfassen ist. Und deshalb der Wunsch, dass diese erste große Indienreise nicht meine einzige bleiben wird.

  • Tage 91 bis 93 in Indien: Delhi / New Delhi II

    Delhi wirkt auf mich wie eine Essenz Indiens und (abgesehen vom Himalaya) meiner Reise. Besucher sind, Ende Mai bei 45 Grad Hitze, offenbar nicht mehr viele in der Stadt. Qutub Minar wurde ab 1199 unter Qutb-ud-din Aibak gebaut. Der Turm markiert den Beginn der muslimischen Herrschaft in Delhi durch die frühen Sultane und ist auch 800 Jahre später noch das höchste Minarett Indiens. Zur Gesamtanlage gehören u.a. eine der frühesten Moscheen Nordindiens mit einer Eisensäule mit einer Sanskrit-Inschrift aus dem 4. Jahrhundert. Die seit 1600 Jahren kaum rostet. Das moderne Indien repräsentieren Central Secretariat und India Gate: Der Regierungssitz und ein Triumphbogen in Erinnerung an die im ersten Weltkrieg gefallenen indischen Soldaten. Verbunden durch die schnurgerade Prachtstraße Kartavya Path, am Abend ein Fest aus Licht und Farbe.

    Wie Qutub Minar ist auch Humayun’s Tomb Weltkulturerbestätte. Ein großer Gartenkomplex umgibt das beeindruckende Mausoleum für den zweiten Mogulkaiser Humayun. Aus dem 16. Jahrhundert ist es architektonischer Vorläufer des Taj Mahal.

    Die Hitze und den Smog vermeintlich gewöhnt, unternehme ich am letzten Tag meiner Reise nochmal einen langen Gang zu Fuß durch die Stadt. Der hinduistische Lakshmi-Narayan-Tempelkomplex wurde von einer reichen Industriellenfamilie gestiftet und 1939 von Mahatma Gandhi eingeweiht: Mit der Maßgabe dass er für Angehörige aller Kasten geöffnet bleiben muss. Eher zufällig passiere ich die Sacret Heart Cathedral von 1929, die Kathedrale der Erzdiözese Delhi. Das Friedensgebet des Heiligen Franziskus ist in Englisch und Hindi plakatiert. Einer der eindrucksvollsten und wichtigsten Sikh-Tempel der Stadt ist der Bangla Sahib Gurudwarav. Auch das weiße Marmorpflaster ist brutal heiß. Und die Bauten des Jantar Mantra muten wie Kunst der klassischen Moderne an, tatsächlich sind es astronomische Meßinstrumente einer Sternwarte des Maharaja Sawai Jai Singh II aus dem frühen 18. Jahrhundert.