Muxia 2022

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Auf meinem Reiseblog im Sabbatjahr 2026/27 sowie zu meinen früheren (Pilger-) Wegen. Hier auf der Startseite findest Du immer die drei aktuellsten Beiträge. Alle weiteren Posts, eine Karte mit meinem Standort bzw. der zurückgelegten Route usw. findest Du dann auf der Seite der jeweiligen Reise (aktuell: Indien).
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On my travel blog during my sabbatical year 2026/27, as well as about my earlier (pilgrimage) journeys. Here on the homepage you will always find the three most recent posts. All further entries, a map showing my current location or the route already covered, and more can be found on the page of the respective journey
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Neueste Beiträge:

  • Pilgerweg nach Muktinath, Nepal: Tage 1 bis 4

    Aus dem Buch „Pilgern – Wege der Stille“ (Dieter Glokowski) ist mir der Pilgerweg zum Klosterheiligtum Muktinath seit Jahren als „einer der bedeutendsten Pilgerpfade der Welt“ bekannt und zu einem kleinen Pilgertraum geworden. Das Buch beschäftigt sich in erster Linie mit dem spirituellen und kulturellen Aspekten. Ob und wie ich den Weg im Annapurna Massiv und Lower Mustang im Himalaya tatsächlich praktisch bewältigen kann, bespreche ich mit hilfsbereiten Locals in Pokhara. Wie sich herausstellt ist der uralte Pilgerweg auf weiten Teilen identisch mit dem südwestlichen neuen Annapurna Circuit Trek. Pokhara liegt auf 800 Höhenmeter, Muktinath auf 3.800. Dazwischen liegen jedoch mehrere Pässe und die spektakuläre, tiefe Schlucht des Kali Gandaki Flusses. Etwa zehn Tage sind realistisch.

    Ein Fahrer bringt mich zum Trekking Start Point und Check Post Birethanti. Die Permit wird kontrolliert und abgestempelt. Dann kann es los gehen. Auf einer Distanz von 15 km steige ich von 1.020 auf 2.110 Höhenmeter hoch zum ersten Etappenort Ghandruk. Noch bewege ich mich in einem landwirtschaftlich geprägten grünen Bereich. Euphorbia, unsere „Weihnachtssterne“, stehen als Bäume und Büsche in roter und gelber Blüte. Ich komme durch kleinste Dörfer. Die Einwohner, überwiegend der Volksgruppe der Gurung zugehörig, beginnen die steil angeordneten, terrassenförmigen Felder zu bestellen. Im Winter haben die Büffel im Dorf für Mist gesorgt. Nun wird der Mist im Korb auf dem Rücken zu den Feldern getragen. Auf jede Terrasse wird ein Korb Mist ausgebracht. Es sind viele Terrassen. Nach dem Startpunkt sitzen plötzlich wieder einige Affen am Weg. Kurz prüfe ich wie meine Bananen verstaut sind. Knapp 1000 Meter höher, sehe ich erstmals Himalaya-Languren mit ihren weißen Krägen in den Bäumen. Diese sind deutlich größer als die anderen Affen, aber scheu.

    Ghandruk ist ein typisches (und als solches bekanntes) Dorf der Gurung (Gurkhas…). Die niedrigen Steinhäuser mit Schieferdach und oft Lehm verputzt, scheinen am Steilhang zu kleben. Zwischen den ersten und den letzten Häusern des Dorfes liegen ca. 200 Höhenmeter. Straßen gibt es im Ortskern nicht, kaum Wege, die Häuser sind stattdessen durch steile Natursteintreppen verbunden. Die hier vorherrschenden Religionen sind mit einem kleinen tibetisch buddhistischem Kloster und einem kleinen Shiva Tempel präsent.

    Am nächsten Morgen steige ich sonnig zunächst auf steilen Treppen zum 2.300 Meter hoch gelegenen Tempel auf, der der Gurung Gottheit Meshram Barah gewidmet ist. Dann geht es zunächst wieder abwärts, bevor mein Weg auf 9 Kilometer kontinuierlich zum Etappenziel Tadapani auf 2.700 HMR aufsteigt. Ab deutlich über 2.000 Meter wandere ich durch den wunderschönen „montanen Himalaya-Bergwald“: Rhododendren sind hier mächtige Bäume und blühen in den Baumkronen knallrot. An den bemosten Stämmen blühen Orchideen. Dazwischen stehen große Farne. Zwischen den Bäumen zeigt sich kurz ein Tier das mir wie ein kleiner Bär erscheint. Tatsächlich ist es ein Himalaya-Gelbkehlmarder. Tadapani, das mit Fahrzeugen nicht mehr erreicht werden kann, ist nicht mehr als ein kleiner Etappenort. Auch heute machen die Wolken den Blick auf den, genau gegenüber liegenden, 7.000 Meter hohen, „Fishtail Mountain“ zunichte. Aber auch hier ist es freundlich.

    Am Morgen hat sich der Bergwald in einen mystischen Nebelwald verwandelt. Es geht weiter steil bergauf. Die Luft ist gefüllt mit Feuchtigkeit und dem Duft der Nepalesischen Papierpflanze. Und wird langsam dünner: Nach zwei Stunden sind 3.000 Höhenmeter erreicht. Ab etwa 3.200 Meter endet der Wald abrupt. Die steilen Hänge sind mit goldgelben Gras bewachsen. Dazwischen Rhododendren, die nun keine Bäume sondern nur noch Büsche sind. Und zunehmend kleinblättriger Bambus. Der Bambus nährt den Roten Panda. Der aber ist wohl dämmerungsaktiv und lässt sich nicht blicken. Auch die Schneereste nehmen zu. Im Bach gluckert das Wasser unter einer Eisplatte. Nach gerade acht Kilometer ist das Etappenziel Dobato, eigentlich nur drei einfache Lodges, auf 3.426 Meter erreicht. Nach einer Suppe steige ich noch zum Mulde View Point auf 3.637 Höhenmeter auf. Die Hoffnung, über die Wolken zu kommen und endlich die umliegenden 7 und 8000er zu sehen, erfüllt sich nicht: Die kleine Gebetsmühle, die den höchsten Punkt markiert, liegt in dichtem Nebel. Die Nacht über 3.400 HMR wird lausig kalt.

    Zum Sonnenaufgang nochmal zum Mulde View Point aufzusteigen hat auch heute keinen Sinn. Beim Nepali traditional Breakfast jedoch wird es etwas heller, Lücken reißen in die Wolken und geben kurz den Blick auf die Spitze des 7.219 Meter hohen Annapurna South frei. Und schließen sich genauso schnell wieder. Das Tagesziel Ghorepani liegt mit 2.870 Meter deutlich tiefer als Dobato. Dazwischen liegen mehrere Pässe, so dass es am Ende des Tages ein Abstieg von über 1.100 Meter wird. Zunächst aber geht es nochmal auf 3.600 HMR hoch. Dann überwiegend auf einem schönen Kammweg weiter. Nebel und Niesel gehen fließend ineinander über. Pünktlich unter 3.200 Meter beginnt wieder der blühende Bergwald. Während ich bisher eher abseits unterwegs war, stoße ich in Ghorepani auf den Annapurna-Circuit, „eine der berühmtesten Trekkingrouten der Welt“. Dessen südwestlichen Teil will ich in den kommenden Tagen bis Muktinath folgen.

  • Tage 4 bis 9 in Nepal: Pokhara

    An der Ticket-Hütte in Lumbini werden mir Tickets für den kleinen (18 Plätze) oder großen (Reise-) Bus angeboten. Da die Fahrzeit des kleinen zwei Stunden kürzer ist, entscheide ich mich für diesen. Wie sich herausstellt fährt der große Bus wohl in weitem Bogen über den neuen Highway, während mein kleiner den sog. Siddhartha Highway, direkt durch und über die Berge nimmt. 7 1/2 Stunden dauert die Fahrt über 200 km halsbrecherische Pisten und Pässe. Manche Mitfahrer übergeben sich. Fahrzeug und Fahrer scheinen aber vertrauenswürdig. Auf der Brücke über den heiligen Kali Gandaki River (dessen Schluchten ich im Himalaya wieder treffen möchte) bleibt der Bus auf der ohnehin engen Fahrbahn plötzlich stehen. Einige Fahrgäste springen hinaus und werfen tütenweise Blumen oder andere, offenbar zu diesem Zweck mitgebrachte, Opfergaben in den Fluss. Dann geht die Fahrt weiter.

    Pokhara: Geografische Mitte und zweitgrößte (320.000 Einw.) Stadt Nepals. Gelegen am Phewa Lake auf rund 800 Metern Höhe, noch im subtropischen Bereich. Die 8.000er des Annapurna Massiv und des ehem. „verbotenen“ Königreichs Mustang sind aber nur noch 50 Kilometer entfernt. Bei passendem Wetter sollen die Hügel um Pokhara spektakuläre Ausblicke in den Himalaya bieten. Ich habe angenehmes Wetter aber (jahreszeitlich typisch) Dunst statt Ausblicke.

    Ziele meiner Wanderungen sind zunächst die World Peace Pagoda des japanisch buddhistischen Nipponzan Myohoji Ordens (nach Rajgir und Lumbini bereits die dritte auf meiner Route, aber auch in Wien gibt es eine) auf dem Anadu Hill und der Shiva Tempel auf dem Pumdikot Hill über dem See.

    Pokhara ist freundlich. Anders als ich die Städte in Nordindien erlebt habe, gibt es genug Platz, selbst für Fußgänger, und Grün in den Straßen. Die Häuser sind keine Ruinen und haben kleine Gärten (oft steht eine Kuh darin). Es ist sauber und relativ ruhig. Auch die Menschen sind freundlich. Die Lake Side ist stark vom touristischen Treiben geprägt. Dem armen Nepal sei der Umsatz vergönnt. Selbst wandere ich tagelang durch die Straßen der Stadt, ihre Außenbereiche und über die umgebenden Hügel.

    Devi’s Fall ist ein Naturphänomen in der Stadt: Der Wasserfall verschwindet einfach, d.h. er stürzt in eine unterirdische Schlucht. Dabei stürzt er auch durch die direkt daneben liegende Gupteshwor Cave. In der tiefen Höhle befindet sich ein natürlicher Lingam. Deswegen und weil sich hier die Elemente verbinden, wird die Höhle als Shiva Heiligtum bzw Tempel verehrt. Mehrfach gewundene Treppen führen zum eigentlichen Höhleneingang hinab. Eine weitere Schlucht entlang, wandere ich östlich aus der Stadt hinaus. In einem Vorort entdecke ich eine kleine christliche Kirche. Von meiner offensichtlichen Neugierde aufmerksam geworden, öffnet mir der zweite Gemeindevorstand den Kirchenraum im Obergeschoss. Jeden Samstag kommen hier 50 bis 80 Gemeindemitglieder zum Gottesdienst zusammen. Im Bereich Pokhara gibt es drei solcher Gemeinden. Ich werde zum Tee mit Jeevan und der Vorständin der Gemeinde im Gemeindesaal unter dem Kirchenraum eingeladen. Einige Jugendliche essen nachdem sie ein Lied für ein Fest eingeübt haben.

    Eher zur Vorbereitung für den Weg nach Muktinath als der Aussicht (denn die ist nicht zu erwarten) wegen, besteige ich den 1600 Meter hohen Sarangkot. Überraschend erwartet mich oben ein schöner alter Bhagwati-Tempel und eine neue, 15 Meter hohe, Panchamukhi (fünf Gesichter) Ganesha Statue.

    Das Wetter bleibt dunstig. Nicht wenige Reisende interessieren sich offenbar eh nicht für die Berge sondern beschränken sich gerne darauf, am Lake zu rauchen, was an den Hängen des Himalaya wächst. Weitere Tempel sind eher von lokaler Bedeutung, haben aber gerade deswegen ihren Charme. Seit dem verheerenden Erdbeben von 2015 bauen die Mönche und Novizen des buddhistischen Matepani Monastery, der Volksgruppe der Nyeshang, ihr Kloster wieder auf. Der große Tempel scheint fast fertig. Erst dann kommen die Gebäude für die Bewohner an die Reihe.

    Am Tag der Parlamentswahlen steht das Land regelrecht still. Deshalb verbringe ich fünf statt der ursprünglich geplanten drei bis vier Tage in Pokhara. Zu sehen gibt es genug. Am Wahltwag bereite ich mich auf die Pilgerwanderung nach Muktinath vor. Nur am Nachmittag zieht es mich nochmal zum Phewa Lake: Mit dem SUP paddle ich hinaus zur kleinen Tempelinsel mit dem Tal Barahi Durga Tempel. Der Tempel ist Baustelle, auf dem See ist es angenehm.

    Morgen soll es weiter gehen: Ich freue mich auf ein (vielleicht das) Highlight meiner Reise: Das voraussichtlich etwa zehntägige Pilgertrekking, zunächst im Annapurna Massiv, zum Klosterheiligtum Muktinath im Mustang Distrikt.

  • Tage 1 bis 3 in Nepal: Lumbini

    Wieder ab Gorakhpur bringt mich und drei Mitfahrer ein „shared Taxi“ zum 110 Kilometer nördlich gelegenen Grenzübergang Sonauli. Ausreisestempel vom Indian Immigration Office, zu Fuß durch den Ort und über die Grenze, zwei Stunden im Nepal Immigration Office für das Visa: Bereits am frühen Nachmittag bin ich in Lumbini.

    Und vervollständige damit für mich die „Vier heiligsten Städte des Buddhismus“. Nach Bodh Gaya (Erleuchtung), Sernath (erste Lehrrede) und Kushinagar (endgültiges Nirvana), bzw. fünf mit Rajgir (erste Klostergründung und Lotus Sutra) in Indien, nun also Lumbini in Nepal, wo Siddhartha Gautama, der spätere Buddha, im Jahr 623 vor Christus geboren wurde.

    Dem entsprechend werden es wieder „Tempel-Tage“. Anders als in den vorherigen Orten sind die Tempel und Klöster jedoch nicht im Ort verstreut, sondern befinden sich in einer ca. 5 x 2 Kilometer großen, weitläufigen Anlage, die auf Initiative des Vize-UN-Generalsekretär, Ende der 1970er Jahre als spirituelles Zentrum vom japanischen Architekt Kenzo Tange geplant wurde.

    Herz des Tempel-Parks ist am Südende der Maya Devi Temple, umgeben vom Secred Garden mit Ruinen aus dem ersten Jahrtausend. Der neue Tempel ist nur eine Hülle: Darin bewegen sich die Pilger zwischen Grundmauern des wohl ersten Tempels aus dem 3. Jahrhundert vor Christus zu einer flachen Felsplatte, von der seit 2.300 Jahren ausgegangen wird, dass sie den exakten Geburtsort Buddhas markiert. Ich verbringe zwei Abende im bzw. am Tempel und lasse unter Räucherschwaden und Gebetsfahnen die buddhistischen Gesänge, Mantras und Meditationsformen verschiedener Traditionen und Sprachen auf mich wirken.

    Durch einen zentralen Kanal verbunden, liegt am nördlichen Ende die World Peace Pagoda, eine weiße Stupa, die, wie die auf dem Geierberg in Rajgir, an der Donau in Wien und viele weitere weltweit, vom japanischen buddhistischen Orden Nipponzan Myōhōji erbaut wurde. Im zugehörigen japanischen Tempel kann ich an der Abendzeremonie bzw. Meditation teilnehmen.

    Seit 1997 UNESCO-Weltkulturerbe, wurde und wird die Anlage laufend um neue Tempel und Klöster verschiedener Nationen und buddhistischer Organisationen erweitert. Strukturiert durch den Central Canal liegen die Tempel, entsprechend den beiden buddhistischen Hauptströmungen, in einer Ost und einer West Monastic Zone. Recht groß und farbenfroh (und daher offenbar beliebt) ist diesmal auch ein deutscher Beitrag in der Tradition des Dalai Lama dabei. In den weiten offenen Flächen zwischen den Gebäuden treiben sich wieder die Affen herum. Spannend, wenn bei Dunkelheit plötzlich zwei oder drei Dutzend von ihnen vor Dir auf dem Weg sitzen.

    West Monastic Zone:

    East Monastic Zone:


    Natürlich ist Nepal viel mehr als Tempel und buddhistische Heiligtümer. Aus dem flachen Grenzgebiet zu Indien heraus, will ich morgen nach Pokhara an der Basis des Himalaya, am Annapurna-Massiv.