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Auf meinem Reiseblog im Sabbatjahr 2026/27 sowie zu meinen früheren (Pilger-) Wegen. Hier auf der Startseite findest Du immer die drei aktuellsten Beiträge. Alle weiteren Posts, eine Karte mit meinem Standort bzw. der zurückgelegten Route usw. findest Du dann auf der Seite der jeweiligen Reise (aktuell: Indien).
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On my travel blog during my sabbatical year 2026/27, as well as about my earlier (pilgrimage) journeys. Here on the homepage you will always find the three most recent posts. All further entries, a map showing my current location or the route already covered, and more can be found on the page of the respective journey (current: Indien).
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Neueste Beiträge:
- Tage 20 und 21 in Nepal: Von Muktinath über Pokhara nach Kathmandu

Für die Rückfahrt vom Heiligtum Muktinath nach Pokhara wähle ich einen Kleinbus. Der Rucksack kommt aufs Dach, ich bekomme den Beifahrersitz. Bereits nach einer halben Stunde geht nichts mehr: An einer steilen Engstelle kommt ein größerer Bus auf der beschneiten Lehmpiste nicht mehr weiter und blockiert die Fahrspur. Nach einer Stunde ist das Problem gelöst. An einer anderen Stelle heißt es warten bis ein Bagger einen kleinen Erdrutsch der vergangenen Nacht beiseite geräumt hat. Nach drei Stunden Fahrt gibt es eine halbe Stunde Pause an einer E-Tankstelle mit Restaurant. Der Van wird geladen. Nepal erscheint „rückständig“ aber auf Verbrenner setzt hier keiner mehr. Auf der Piste sind es 170 km und sieben Stunden. 4.470 Höhenmeter geht es (kumuliert) bergab.
In Pokhara gibt es, nach einem Gewitter, diesmal das, was mir beim ersten Aufenthalt verwehrt blieb: Fernsicht. Statt von einem Aussichtspunkt, sehe ich die Gipfel des Annapurna Massiv nochmal von der Dachterrasse des Guesthouse.
Auch beim Abendessen im kleinen Restaurant fragt mich der Wirt woher ich komme und was ich mache. Dass ich zu Fuß nach Muktinath gegangen bin gefällt ihm: Er kommt aus einem kleinen Dorf an meiner letzten Etappe. Er setzt sich zu mir, sieht sich mit mir meine Fotos vom Weg an und erzählt mir manches dazu. Er zeigt mir ein Glas mit den schwarzen Bohnen aus denen mein Dal gemacht ist. Im Dorf auf 3.500 Meter Höhe gewachsen. „Very healthy“.
Von Pokhara nach Kathmandu geht es mit einem luxuriösem Tourist Bus. 200 km beträgt die Entfernung von der zweitgrößten in die größte Stadt Nepals. Der Highway folgt schönen Flußtälern, ist aber auch nicht durchgehend asphaltiert und manchmal nur einspurig. So dauert auch diese Fahrt knapp sieben Stunden.
- Pilgerziel Muktinath und Dorf Ranipauwa

Muktinath: Sicher seit dem frühen Mittelalter, in seinen Ursprüngen vermutlich seit 2000 Jahren, Heiligtum und Pilgerziel sowohl im Hinduismus als auch im Buddhismus. Zentrum der Anlage, auf einem Felsvorsprung in knapp 3.800 Meter Höhe in Mustang, Himalaya, ist der Muktinath Vishnu Tempel, der auf das 9. bis 12. Jahrhundert zurückgeht, Teil der 108 Divya Desams, der heiligsten Vishnu-Tempel. Vor dem Tempel Mukti Kunda: Zwei rituelle Wasserbecken. Und seitlich und hinter dem Tempel Muktidhara: Die legendären 108 kuhmaulförmigen Wasserspeier mit eiskaltem Quellwasser. Hinduistische Gläubige tauchen in den Becken unter und laufen durch die 108 Wasserstrahlen um sich rituell zu reinigen, negatives Karma abzuwaschen und Moksha, Erlösung von der Wiedergeburt, zu erreichen. Daneben gibt es einen alten Shiva Tempel und den kleinen Bishnu Paduka Temple der symbolische Fußabdrücke Vishnus präsentiert. Und unter dem kleinen Schrein Patal Ganga liegt eine unterirdische Quelle, die in der Mythologie mit dem Ganges verbunden ist.
Am Haupttempel komme ich mit einem Polizist der Nepal Police ins Gespräch, der mit einem Kollegen in der Anlage für Ordnung sorgt. Zu seiner Dienststelle im Nachbardorf, sagt er lächelnd, gehören zehn Beamte. Er selbst macht jeden Tag, das ganze Jahr über, Dienst am Tempel. Und mag es. Zu seiner schicken blauen Uniform gehört eine dicke Daunenjacke. An manchen Tagen, sagt er, ist es richtig kalt. Während der Lichtzeremonie am Abend schlägt er laut und ausdauernd die große Glocke. Auch ich kann an der Zeremonie teilnehmen. Nach dem eigentlichen Arati gehört dazu drei Mal zeremoniell den Tempel zu umrunden. Barfuß auf 3.800 Meter Höhe. Es beginnt leicht zu schneien.
Ziel der buddhistischen Pilger sind drei tibetisch-buddhistische Tempel bzw. kleine Klöster. Im Jwala Mai Gompa wird seit dem 8. Jahrhundert die Verbindung der Elemente Feuer und Wasser verehrt: Auf einer Quellwasserfläche schwebt eine natürliche Gasflamme. Der heutige Tempel ist neu. Unter der zentralen Buddha Skulptur befindet sich ein kleines Gitter. Auf dem Boden kniend ist durch das Gitter eine kleine blaue Flamme erkennbar. Spontan erinnert mich der Aufbau an St. Idda in Fischingen, am Jakobsweg in der Schweiz, wo Pilger durch eine ähnliche Öffnung unter dem Alter den Reliquien der Heiligen nah sein können. Offenbar suchen Menschen Anlass zur Verehrung. Daneben gibt es das alte Kloster Samba Gompa, das zunächst wie eine urtümliche Landwirtschaft wirkt, aber einen wunderbaren uralten Tempel enthält. Und das neuere buddhistische Kloster Narsing Gomba.
Beim Abendessen plaudere ich mit einem 26-jahrigen Inder. Er kommt aus der abgelegenen Tee-Region Darjeeling im Bundesstaat West Bengal. Sein Dorf und das Tal, sagt er, liebt er. Trotzdem ist er weg gegangen um bei einer Fluggesellschaft zu arbeiten und “to live my life”. Muktinath ist für ihn nur Zwischenstation am Abstieg vom Thorong Phedi Base Camp. Auf rund 4.500 Meter Höhe sei es großartig gewesen. Aber schlafen konnte er vor Kälte nicht. Trotzdem läuft er drei Mal unter den 108 Wasserspeiern durch. Das kann nicht schaden.
Das kleine Dorf Ranipauwa, hundert Höhenmeter unter dem Heiligtum Muktinath, besteht eigentlich nur aus Übernachtungs- und Versorgungsmöglichkeiten mit allem was die Pilger und Besucher brauchen oder brauchen sollen. Shaligram-Steine werden angeboten: Fossilen von Meerestieren, die der Kali Gandaki River aus dem Himalaya herausspült. Und die im Hinduismus als natürliche Verkörperung Vishnus verehrt werden. Und ein paar weitere Tempel und Schreine gibt es im Umfeld noch zu entdecken. Heute beginnt es bereits mittags zu schneien. Die dicken Flocken kommen waagrecht. Mancher indische Besucher erlebt zum ersten Mal Schnee.
Nepal ist faszinierend, freundlich und hat es bisher gut mit mir gemeint. Deshalb beschließe ich mein Visa auszureizen und will ins spirituelle Zentrum: Kathmandu.
- Pilgerweg nach Muktinath, Nepal: Tage 5 bis 9

Als Tag der (Knie-) Schmerzen ist der Abstieg von Ghorepani (2.870 Höhenmeter) nach Tatopani (1.190 Höhenmeter) in die Etappenplanung eingepreist. Durch zwei Klimazonen geht es auf Pisten und Natursteintreppen zunächst durch den Bergwald und dann durch die subtropische Zone mit kleinen Dörfern der Margar-Volksgruppe, deren Gemüsegärten und Felder. So ist es tatsächlich eine tolle, farbenfrohe Wanderung, bevor es im letzten steilen Abstieg zum Kali-Gandaki-River hinunter geht, dem ich bereits bei der Busfahrt nach Pokhara (Opfergaben von der Brücke) begegnet bin und der hier, bzw in seinem oberen Verlauf (dem ich die kommenden Tage folgen werde) die tiefste Bergschlucht der Erde bildet.
Auf 17 km Strecke beträgt der Abstieg insgesamt 1.910 Höhenmeter. Die Knie halten durch. Nur auf der weit gespannten Hängebrücke vor Tatopani werden sie etwas weich. In Tatopani warten zur Erholung die „Natural Hot Spring“. Da der Eintrittspreis für nepalesische Staatsangehörige nur ein Bruchteil beträgt, sitzen in den beiden Becken Einheimische, Biker aus England (die der Schlucht folgen), Trekker aus Australien und Kanada (unterwegs zum Annapurna Base Camp) und ein deutscher Pilger (nach Muktinath) beisammen. Die Biker trinken kühles Bier, die Trekker Wasser, der Pilger Coke. Die Einheimischen schauen dem Treiben der Gäste zu. Das Wasser der Quellen ist tatsächlich hot.
Open end folge ich der Schlucht des Kali-Gandaki River steil aufwärts. An der linken Steilwand klebt die Straße bzw Piste über dem Fluss. An der rechten Wand, noch höher, mein Trail. Trotzdem ist es wieder eine schöne Wanderung durch kleinste Dörfer. Noch im subtropischen Bereich, wachsen Bananen und Orangen in den Gärten. Und Gras. Erst im letzten Drittel muss auch ich auf die linke Seite wechseln: Rechts gibt es keine Dörfer mehr sondern nur noch senkrechte Felswände und Geländeabbrüche. Auf 2000 Meter Höhe, in Ghasa, einem früheren Kontrollpunkt der Handelsroute zwischen Indien und Tibet, erreiche ich das tibetisch geprägte Lower Mustang. Zum dritten Mal wird meine Permit kontrolliert und gestempelt. End wird das kleine Dorf Lete auf 2.500 Höhenmetern.
Die Schlucht verändert ihren Charakter: Sie wird flacher: Das Ziel der Tagesetappe, Marpha, liegt mit 2.670 Meter nur rund 200 Meter höher als der Ausgangspunkt (allerdings führt der Trek dazwischen auch über einen 400 Meter höheren Pass). Der Fluss führt jetzt im Frühjahr wenig Wasser, hat aber ein mehrere hundert Meter breites Kiesbett gebildet. Nach und nach erreiche ich das sog. tibetische Hochland im Wetterschatten des Himalaya. Tatsächlich ist es am Vormittag das erste Mal klar und die Gipfel der beidseitigen 7.000er liegen in der Sonne. Lang folge ich dem Flussbett, durch das auch ein stürmischer Wind von den Bergen ins Tal pfeift. Dann wieder in den Bergwald, der hier jedoch nicht aus Rhodhodendren und Orchideen, sondern aus Kiefern und Wacholder besteht. Statt Bananen und Citrusfrüchten gibt es nun Apfelplantagen. Da die Wegführung im Wald unklar ist, gerade ich in ein militärisches Trainingscamp. Alle Stellungen sind nach Nordost gerichtet: Die Grenze zu China bzw Tibet ist weniger als 100 km entfernt. Wieder werde ich ausführlich befragt, dann aber zum Tee eingeladen. Am Nachmittag bringt ein Gewitter erst Hagel, dann Regen.
Marpha gehört zu den Panch Gaun, den fünf historisch wichtigen Dörfern der Mustang-Region und liegt an der alten Handelsroute zwischen Tibet und Indien. Die Menschen gehören der Volksgruppe der Thakali an und pflegen eine Mischung aus tibetisch-buddhistischen und hinduistischen Traditionen. Der alte Ortskern ist geprägt von typischen niedrigen Natursteinhäusern mit flachen Lehmdächern, die wiederum mit Brennholzstapeln eingerahmt sind. Über dem Dorf liegt ein schönes, für Besucher offenes, tibetisch-buddhistisches Kloster. Marpha bezeichnet sich als „Dorf der Apfelgärten“. Apple pie und Apple Brandy wird offeriert. Zum Dessert gibt es heute Apfelküchlein.
Ab Marpha (2.670 HMR) folge ich weiter dem Flussbett des Kali Gandaki River. Mustang: Landschaft und Kultur sind faszinierend. Das Vorankommen ist schwierig weil hinter jeder Biegung ein neuer einzigartiger Blick wartet. Und einem der Talwind von den Gipfeln, pro zwei Schritten vorwärts, wieder einen Schritt zurück drückt. Immer wieder wird der Blick von der Nordwand des 7.061 Meter hohen Nilgiri North angezogen. Neben der erwarten Aussicht und der kleinen Stupa, stoße ich auf dem Kuthsab Hügel überraschend auf das jahrhundertealte tibetisch-buddhistische Ternga Nigmaw Monastery und kann es besuchen. Am Ziel in Kagbeni (2.850 HMR) führt mich und erklärt mir ein 17-jähriger Mönch des dortigen Klosters den 600 Jahre alten und den neuen Tempel. Am Fresko zum Rad des Samsara hält er mir einen langen Vortrag darüber in Nepal-Englisch. Im alten Tempel hängen die geheimnisvollen tibetischen Masken, die zu besonderen Festen getragen werden. Fotografieren darf ich nur im neuen Tempel. Abendessen und Übernachtung gibt es heute bei Yac Donalds.
Zwischen Kagbeni und Ranipauwa liegen heute die letzten 1.000 Höhenmeter meines Weges. Vom Tal des Kali Gandaki River geht es in die Schlucht des Jhong Kola. Das Hochland und die umliegenden Gipfel können nur mit Superlative beschrieben werden. Im kleinen Dorf Jharkot gibt es nochmal ein tibetisch-buddhistisches Kloster. Auch hier wird mir der Tempel („five or six hundred years old“) geöffnet.
Ranipauwa ist das letzte kleine Dorf mit Übernachtungsmöglichkeiten vor Muktinath. Von hier aus führt nur noch eine lange Treppe (nochmal über 100 Höhenmeter) zum Heiligtum mit seinen Tempeln. Mein Ziel, meinen Pilgertraum Muktinath im Himalaya, habe ich damit am frühen Nachmittag tatsächlich erreicht.
Neun Tage durfte ich die 148 km von Pokhara/Birethanti nach Muktinath, am Annapurna Massiv und im Lower Mustang, gehen. Bzw. auf- und absteigen: Für die knapp 2.800 Höhenmeter zwischen Start und Ziel hat mich meine Route 8.175 Meter auf- und 5.430 Meter absteigen lassen. Jeder Tag, manchmal auch halber Tag, hatte seinen eigenen faszinierenden Charakter. 1 1/2 Tage möchte ich nun in Muktinath verbringen und die Tempel und die Rituale der buddhistischen und hinduistischen Pilger und Sadus auf mich wirken lassen.




























































































































































































