Herzlich willkommen!
Auf meinem Reiseblog im Sabbatjahr 2026/27 sowie zu meinen früheren (Pilger-) Wegen. Hier auf der Startseite findest Du immer die drei aktuellsten Beiträge. Alle weiteren Posts, eine Karte mit meinem Standort bzw. der zurückgelegten Route usw. findest Du dann auf der Seite der jeweiligen Reise (aktuell: Indien).
Schön, dass du dabei bist!
Welcome!
On my travel blog during my sabbatical year 2026/27, as well as about my earlier (pilgrimage) journeys. Here on the homepage you will always find the three most recent posts. All further entries, a map showing my current location or the route already covered, and more can be found on the page of the respective journey (current: Indien).
Glad you’re here!
Neueste Beiträge:
- Tage 23 und 24 in Indien: Kushinagar

Mit dem Bus fahre ich etwa 50 Kilometer nach Osten. Nach dem eher „schwierigen“ Gorakhpur ist die Kleinstadt Kushinagar, zumindest der Ortsteil mit den buddhistischen Heiligtümern, geradezu eine Oase.
Nach Bodh Gaya, dem Ort der Erleuchtung und Sarnath, dem Ort der ersten Lehrrede, nun also Kushinagar, der Ort des Sterbens bzw. des Erreichens von Parinirvana, restlosem Nirvana, des Gautama Buddha um 483 vor Christus. Auch hier ist der Ansturm geringer als in Bodh Gaya aber ich erlebe wieder buddhistische Pilgergruppen aus ganz Asien.
Zentral ist der, auf uralten Fundamenten erbaute, moderne Mahaparinirvana-Tempel mit einer hoch verehrten, über sechs Meter langen, liegenden bzw ins Nirvana übergehenden, Buddha-Statue aus dem 5. Jahrhundert. Umgeben ist der Tempel von Grundmauern von Klöstern und Tempeln aus dem frühen ersten Jahrtausend und soll den genauen Sterbeplatz kennzeichnen. Ich verbringe den Nachmittag im und am Tempel mit Pilgergruppen aus Thailand und Kambodscha.
Etwas außerhalb liegt die Ramabhar Stupa mit Bauelementen aus dem 3. Jhd. v. Chr., die den Ort markiert an dem der Leichnam Buddhas verbrannt wurde. „Buddha’s Relic Distribution Site“ hingegen ist der Platz, von dem seit 1500 Jahren davon ausgegangen wird, dass hier der Streit um seine Reliquien (bzw. Asche) entbrannte, bevor ein Brahmane sie in acht Teile aufteilte und so acht Regionalfürste in ihren Reichen Stupas für die Reliquien errichten konnten. Der Matha-Kuar-Schrein beherbergt eine sitzende Buddha Statue aus dem 10. Jahrhundert.
Neben diesen Hauptbereichen gibt es wieder einige Tempel buddhistischer Nationen die hier auch vertreten sein wollen. Trotzdem ist es ruhiger und nicht alle Tempel sind geöffnet.
Schlecht unterwegs: Mein sog. Leibriemen, den ich beim Dienstantritt empfangen habe, ist nach 35 Jahren steten Gebrauchs in zwei Teile gerissen. Gut in Indien: Ein Schuster, der wie die meisten Handwerker mit einfachsten Mitteln direkt an der Straße arbeitet, repariert ihn mir routiniert und schwärzt noch schnell das spröde Leder.
- Tag 22 in Indien: Gorakhpur

Gorakhpur, ca. 800.000 Einwohner, nur noch etwa 100 km von der Grenze zu Nepal entfernt. Wie für die meisten Reisenden hier, dient es mir als Verkehrsknoten zu den verschiedenen Zielen dieser Tage.
Tatsächlich habe ich es jedoch aus einem anderen Grund auf meine Route gesetzt: Die Stadt wurde nach Gorakhnath benannt, Yogilehrer, Mystiker und zentraler Meister der Nath-Yoga-Tradition aus dem 11. Jahrhundert. Zentrale Elemente unseres heutigen Hatha-Yoga stammen aus dieser frühen Nath-Traditon: Pranayama, Kundalini und Asanas. Für Nath-Yogis kommt hinzu: Askese und die Verehrung von Shiva als höchstem Prinzip.
Hauptzentrum dieser Tradition ist der Gorakhnath Tempel in Gorakhpur, eine große Tempelanlage (im Wesentlichen jedoch aus dem 20. Jhd.) mit Klosterstruktur. Zwei Sicherheitsschleusen und die Befragung eines Uniformierten muss ich durchlaufen, noch Schuhe aus, dann wird mir freundlich Zugang gewährt.
Natürlich ist Gorakhpur nicht nur Tempelanlage:
- Tag 21 in Indien: Maghar

Es gelingt in Gorakhpur einen Linienbus ausfindig zu machen, der mich für den Tag ins 30 km westlich gelegenen Maghar bringt. Durch die Kleinstadt laufe ich dort zum, am gegenüberliegenden Ende gelegenen, Kabir Chaura Maghar: Platz seiner letzten Hütte, Sterbeort und Gedenkstätte des großen Lyrikers und Mystikers Kabir (15. Jhd.).
Kabir predigte die Loslösung von religiösen Systemen, Dogmen und äußeren Ritualen zugunsten der Konzentration auf das Innere und Wesentliche (die Liebe). Obwohl er in Varanasi lebte soll er zum Sterben in das (kein Moksha verheißende) Maghar gegangen sein, um zu zeigen: Spirituelle Wahrheit hängt nicht vom Ort ab (was, okay, dem Konzept meiner Reise widerspricht).
Obwohl er sich für die Einheit der Religionen einsetzte, sollen sich nach seinem Tod Muslime und Hindus um seinen Leichnam gestritten haben. Der Legende nach fanden sie unter dem Leichentuch aber nur Blumen und teilten diese auf: Die Muslime bestatteten ihren Anteil und erbauten ein Mausoleum. Die Hindus verbrannten ihren Teil und erbauten einen Tempel. So steht noch heute in der gemeinsamen Anlage in ungewöhnlicher Koexistenz und angenehmer Ruhe, nahe beieinander, ein muslimisches Mausoleum und ein hinduistischer Tempel. Zu Ehren Kabirs, der von Hindus als Bhakti-Heiliger, von Muslimen als Sufi, Gottesfreund, verehrt wird. Seine Lyrik bleibt meine Hausaufgabe.

सद्गुरु कबीर समाधि मन्दिर – मगहर
Satguru Kabir Samadhi Mandir – MagharLinks:
साँच बराबर तप नहीं, झूठ बराबर पाप ।जाके हृदय साँच है, ताके हृदय आप ॥
„Es gibt keine größere Askese als Wahrheit, kein größeres Übel als Lüge. Wo Wahrheit im Herzen wohnt, dort wohnt Gott selbst.“
Rechts:
कबीर जब हम आये जग हँसे हम रोये ।ऐसी करनी कर चलो, हम हँसे जग रोये ॥
„Als wir geboren wurden, lachte die Welt und wir weinten. Leb so, dass beim Gehen du lächelst und die Welt um dich trauert.“
Kabir
































































