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- Tag 38 in Indien: Sanchi

Die Reise ist dicht: Nur ein Tag und eine sechsstündige Bahnfahrt trennen die 1000 Jahre alten hinduistischen Tempel in Orchha von den über 2000 Jahre alten buddhistischen Heiligtümern in Sanchi. Zunächst geht es nach Vidisha, einer Nachbarstadt der Metropole Bhopal, die 1984 mit einem Giftgasunfall mit mehreren tausend Toten schreckliche Berühmtheit erlangt hat. Im zentralen Indien, 575 Kilometer südlich von Delhi, ist es voraussichtlich der südlichste Punkt meiner Reise. Ein TukTuk bringt mich zehn Kilometer weiter nach Sanchi. Bereits die Eindrücke dieser kurzen Fahrt würden für einen Reisetag genügen. Im Gedränge der Menschen auf der Straße vor einem Tempel geht es nur in Schrittgeschwindigkeit weiter. Wie den Wartenden vor dem Tempel, wird auch mir im TukTuk ein Stück Petha, kandierter Aschekürbis, gereicht.
Warum Kaiser Ashoka, glühender Buddha Verehrer, um das Jahr 250 vor Christus die Heiligtümer ausgerechnet hier, einem Platz der mit dem Leben des historischen Buddha nichts zu tun hat, bauen ließ ist nicht bekannt. Aber die Lage auf einem Hügel über dem weiten, flachen Land ist sehr schön. Da im Stupa No 2 Reliquien der ersten Schüler Buddhas gefunden wurden, ist davon auszugehen, dass sich in der großen Stupa No 1 Reliquien ihres Lehrers befinden. Die vier Tore zum Umgang dieses Stupa sind wunderschön gestaltet. Zwischen den drei größeren Stupas befinden sich weitere kleinere und eine Vielzahl Ruinen und Grundmauern von Tempeln und Klöstern aus den ersten Jahrhunderten vor und nach Christi Geburt. Nach dem Niedergang des Buddhismus in Indien im 12. Jahrhundert gerieten die Anlage, das Dorf und die Gegend in Vergessenheit. Und blieb so weitere fast tausend Jahre erstaunlich gut erhalten. Wieder ist die Ruhe und Gelassenheit der buddhistischen Heiligtümer zu spüren, eine andere Energie als in den mythisch aufgeladenen hinduistischen Tempeln.
Der Wirt im Restaurant/Imbiss gibt mir den Tipp, dass ich nicht nur Sanchi, sondern auch die nahen Udayagiri Caves besuchen sollte. Und behält Recht damit. Die etwa 20 kleinen Höhlen und Nischen wurden in der Zeit vom frühen 3. bis 5. Jahrhundert n. Chr. in den Fels eines Hügels geschlagen. Sie enthalten einige der ältesten erhaltenen hinduistischen Tempel und Bildwerke Indiens. Höhle No 5 ist berühmt für das monumentale Varaha-Relief: Vishnu erscheint in seiner Gestalt als Eber-Avatar Varaha, der die Erdgöttin aus der kosmischen Flut rettet. Der Tempel wurde im Jahr 401 geweiht. Der sitzende Ganesha vor Höhle No 6 gehört zu den frühesten bekannten Ganesha-Darstellungen überhaupt.
Zurück nach Vidisha gehe ich zu Fuß. Erst zwischen Getreidefeldern und dann durch die Straßen der Stadt. Viele Gottheiten, viele Göttergeburtstage: Auch das Gedränge vor dem Tempel am Vormittag wird erklärlich: Es ist der Vollmondtag des Hindumonats Chaitra. Hanuman Jayanti: Der „Affengott“ Hanuman wird gefeiert. Er steht für Loyalität, Entschlossenheit und Stärke. Stärke wird auch beim Umzug demonstriert. Und Lautstärke.
- Tage 35 und 36 in Indien: Khajuraho

Tage der Welterbestätten: Nach Orchha und vor Sanchi und Agra, nun zwei Tage Khajuraho, 175 Kilometer südöstlich von Jhansi. Wikipedia.org: „Diese Stadt ist eines der beliebtesten Reiseziele Indiens. Khajuraho besitzt die größte Gruppe mittelalterlicher hinduistischer und jainistischer Tempel des Landes und ist berühmt für ihre erotischen Skulpturen aus der Zeit der Chandela-Dynastie.“ Die Tempel stammen durchgehen aus dem frühen 10. bis späten 11. Jahrhundert und haben, soweit noch erhalten, einen ähnlichen Aufbau: Auf einer hohen Plattform eine Vorhalle, eine Haupthalle und dahinter das Heiligtum, von einer Umwandlung umgeben unter den Shikara Türmen. Die über 20 Tempel gliedern sich in drei Baugruppen. Die Westgruppe befindet sich in einem weitläufigen schönen Park. Eigene Schreine haben der überlebensgroße Stier Shivas, Nandi, am großen Shiva-Tempel und Varaha, die Eber-Inkarnation Vishnus.
Der Matangeshvara-Tempel gehört baulich zur Westgruppe, befindet sich aber unmittelbar außerhalb des Parks (für den Eintritt zu bezahlen ist). Deshalb wird dieser Tempel aktiv genutzt und ist mit seinem 2,5 Meter hohen Shiva-Lingam auf einer über einen Meter hohen Plattform ein besonderes verehrter Kultort. Zur Ostgruppe gehören drei schöne Jain Tempel in einem Areal der Jain mit einem kleinen Museum. Die weiteren Tempel der Ost- und Südgruppen verteilen sich im alten Dorf und darum herum. Ich will nicht nur Tempel, sondern auch das ländliche zentrale Indien sehen und gehe die Runde, etwa 15 Kilometer, von Dorf zu Dorf zu Fuß. Die Menschen arbeiten mit einfachsten Mitteln auf den Feldern. Getreide wird mit Handsicheln geerntet. Große Rinder stehen im kleinen Teich: Es hat über 35 Grad. An der Ruine des Ghantai-Tempel komme ich mit ein paar Jungs ins Gespräch. Schnell werde ich von der Familie aus dem Nachbarhaus vereinnahmt. Ich erfahre dass der schöne blaue Vogel, der mir bereits am Vortag aufgefallen ist, die Hinduracke, ganz besonderes nützlich ist: Bitten und Anliegen, die man ihm offenbart, trägt er weiter zur Gottheit. Blau ist die Farbe Shivas. Und wenn Shiva gerade schläft wird der Vogel ihn wecken!
- Tage 32 und 33 in Indien: Orchha

Eine kurze Bahnfahrt und eine zweistündige Wanderung bringen mich nach Orchha: Eine etwas vergessene -nehme ich irrig an- Kleinstadt im Grenzgebiet der Bundesstaaten Uttar Pradesh / Madhya Pradesh und damit meine erste Station in Madhya Pradesh. An der Landstraße besteige ich einen kleinen Hügel und entdecke einen ruhigen Platz mit vielen kleinsten Schreinen. Noch vor dem Ort stoße ich erst auf eine Prozession und dann auf einen ohrenbetäubend lauten Umzug: Es ist Ram Navami, Fest der Geburt Ramas. Der überregionale, wichtigste Tempel der Stadt ist ein Rama Tempel: Der Tag wird laut und bunt. Ungewöhnlich ist die Bauform des Ram Raja Tempels, die eher an einen Palast als an einen Tempel denken lässt. Und als einziger Ort in Indien wird Rama hier nicht in Form einer Gottheit, sondern als kriegerischer König verehrt. Und zur Verehrung kommen heute Tausende. Eine große spirituelle Party. Erst gegen Abend stelle auch ich mich in eine Schlange vor eines der Tempeltore. Das Tor ist geschlossen, es heißt auf das Arati zu warten. Nach einer Stunde strömen die Pilger in den Tempel. Ich werde mitgeströmt. Das Arati ist kurz und kaum zu sehen. Das Wichtigste für die Gläubigen und Rama-Verehrer kommt danach: Es gilt dem Heiligsten, der Rama-Skulptur, so nahe wie möglich zu kommen und die Opfergaben möglichst unmittelbar darzubringen. Das Gedränge ist unglaublich. Wer es nicht bis nach vorne schafft wirft seine Gaben über die Köpfe der Durchsetzungsstärkeren.
Der Rama Tempel ist nur eines der Highlights mit denen Orchha auf der vorläufigen Liste des UNESCO-Weltkulturerbes steht: Der Fort-Komplex am Fluss enthält u.a. die Paläste Jehangir Mahal und Raja Mahal aus der Zeit der Mogulkaiser: Innenhöfe, Türme und Türmchen, Dachterrassen, Wand- und Deckengemälde, plötzlich ist es das Indien aus Tausendundeine Nacht. Auch die Affen sind größer. Mein Highlight ist trotzdem der Chaturbhuj-Tempel direkt neben dem Ram Raja Tempel: Vom Raja Madhukar Shah im späten 16. Jahrhundert erbaut, hat er auf einem hohen Sockel einen mehrgeschossigen Aufbau und gilt mit seinem über hundert Meter hohen Hauptturm als einer der höchsten historischen Tempel in Indien. Mit einer Handlampe, für die engen Aufgänge, und einem Stock, wegen der Affen, bringt mich ein „Guide“ zur höchsten Plattform. Den Stock braucht er nicht. Aber er macht mich auf die Turmspitze gegenüber aufmerksam: Der Geier ist echt. Die Chhatris am Flussufer, Ehren- und Gedenkmale der Maharajas, sind einfach nur schön.
Am zweiten Vormittag mache ich einen Spaziergang zum etwas außerhalb liegenden Lakshmi-Narayan-Tempel. Aus dem frühen 17. Jahrhundert ist auch der eine wunderbare Mischung aus Tempel, Festung und Palast. Und es ist ruhig!
Für den zweiten Tollwut-Booster fahre ich zurück nach Jhansi.























































































































































































