Muxia 2022

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Auf meinem Reiseblog im Sabbatjahr 2026/27 sowie zu meinen früheren (Pilger-) Wegen. Hier auf der Startseite findest Du immer die drei aktuellsten Beiträge. Alle weiteren Posts, eine Karte mit meinem Standort bzw. der zurückgelegten Route usw. findest Du dann auf der Seite der jeweiligen Reise (aktuell: Südkorea).
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On my travel blog during my sabbatical year 2026/27, as well as about my earlier (pilgrimage) journeys. Here on the homepage you will always find the three most recent posts. All further entries, a map showing my current location or the route already covered, and more can be found on the page of the respective journey
(current: Japan).
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Neueste Beiträge:

  • Südkorea: Zwei weitere Tage in Seoul

    Mit Bongeunsa besuche ich einen buddhistischen Tempel aus dem 8. Jahrhundert, der heute, von Hochhäusern umzingelt, mitten im modernen Stadtteil Gangnam liegt. Mir fällt etwas auf, das mich durch Korea begleiten wird: Im Glockenpavillon, Beomjonggak, hängt (anders als in Japan) nicht nur eine große Glocke, sondern die vier traditionellen buddhistischen Tempelinstrumente: Die Glocke Beomjong, die alle spirituellen Wesen erreichen soll, die Dharma-Trommel Beopgo für die Tiere des Waldes, der Wolkengong Unpan für die Vögel und, sehr schön, der Holzfisch Mogeo für die Tiere des Wassers. Zweimal täglich werden die Instrumente geschlagen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegt aber nicht der Wald sondern COEX, ein gigantischer Komplex aus Messe- und Einkaufszentrum und der modernen „Leselandschaft“ Starfield Library. Ich fahre weiter zum Lotte Tower. Um von der U-Bahn zum Hochhaus zu kommen, muss ich durch ein weiteres Mega-Einkaufszentrum. Aber es ist nicht irgendein Hochhaus, sondern das höchste Gebäude Südkoreas und mit 555 Metern das fünfthöchste der Welt. Bereits der Zugang zum Hochgeschwindigkeitsaufzug ist spektakulär gestaltet. Die Aussichtsbereiche Seoul Sky liegen in über 500 Metern Höhe in den Stockwerken 117 bis 123. Etwa drei mal höher als die Plattform des Umeda Sky Building, die mich in Osaka fasziniert hat. Auf dem Glasboden des Balkons im 118. Stock gehe ich nur tastend. Auch Kinder die eigentlich laufen könnten, bewegen sich instinktiv nur krappelnd.

    Mit der Bahn fahre ich raus in die Berge, die ich am Vorabend vom Lotte Tower aus im Sonnenuntergang gesehen habe. Und sehe nun, vom Bergtempel Doseonsa aus, den Tower und die gigantische Stadt. Am Tempel herrscht Feststimmung: Es ist der erste Tag des achten Mondmonats. Ein Geistlicher hält einen Vortrag. Ich kann ihm nicht folgen aber er scheint unterhaltsam zu sein. Dann geben Mönche „gesegneten Reiskuchen“ an die Menschen aus, die dafür in einer langen Schlange anstehen. Da ich mich erst am Ende hinter die Gläubigen anstelle, fällt für mich kein Reiskuchen mehr ab. Aber wie alle bekomme ich ein kostenloses Mittagessen. Zurück in der Stadt wandere ich auf dem Weg zum Markt durch die Hochhäuser auf Seoullo 7017: 1970 als Hochstraße (bzw. Hochautobahn) gebaut, 2017 zur begrünten Fußgängerzone umgestaltet.

  • Südkorea: Die ersten beiden Tage in Seoul

    Wieviele urbane Highlights passen in einen Tag? Und wieviele spannende Orte einer 28-Millionen-Metropole in vier Tage? Wieviele Fotos passen in den Handyspeicher? Und wieviele Eindrücke in die persönliche Festplatte? Seoul macht voll!

    Der Tag wird lang: Ich besuche Jogyesa, einen der wichtigsten Tempel des Seon-Buddhismus, der koreanischen Form des Zen. Mitten in der Stadt gelegen. Schlendere durch Isadong, ein modernes Viertel mit netten Läden und Kunst. Und Bukchon Hanok Village, hingegen ein Viertel mit historischen Hanok-Häusern und Gassen. Die Häuser sind bewohnt: Um 18 Uhr müssen die Touristen raus aus den Gassen. Die Königspaläste Changdeokgung und Changgyeonggung aus dem 15. Jahrhundert sind sehr weitläufige Anlagen mit einer Vielzahl von Gebäuden aus verschiedenen Epochen. Und die Stadtmauer Seoul City Wall im Naksan Park bietet, bereits zur blauen Stunde, schöne Blicke über die Stadt. Und am Dongdaemun Design Plaza DDP überrascht und fesselt mich die Light and Sound Show Daybreaker.

    Aus Kimono wird Hanbok: Die Menschen kommen in die historischen Anlagen nicht wegen der Kulturschätze, sondern um sich in deren Kulissen im gemieteten traditionellen Gewand fotografieren zu lassen. Das wird nicht ungern gesehen: Wer im Hanbok in Koreas „Hauptpalast“ Gyeongbokgung kommt, zahlt keinen Eintritt. Am War Memorial of Korea erschließt sich mir zwischen Monumentalbauten und Skulpturen, Panzern, Kriegsschiffen und Kampfflugzeugen nicht, ob hier der Frieden beschworen oder der Krieg verherrlicht wird. Ich komme aus Nagasaki.

    Der Buddhismus gelangte bereits im 4. Jahrhundert nach Korea. Ab dem 6. Jahrhundert war er Staatsreligion. Heute jedoch sind nur etwa 15 Prozent der Koreaner Buddhisten aber 30 Prozent Christen. Ich besuche den Abendgottesdienst einer sogenannten Megachurch: Die pfingstkirchliche Yoido Full Gospel Church hat rund eine halbe Million Gemeindemitglieder. Der Kirchenraum (Main Sanctuary) hat 14.000 Plätze. Damit möglichst alle, die kommen wollen, kommen können, werden am Sonntag sieben Gottesdienste hintereinander gefeiert. An meinem gewöhnlichen Mittwochabend sind es nur etwa 1.000 Besucher aber der Stimmung im riesigen Saal tut dies keinen Abbruch.

  • Tag 90 in Japan

    90 Tage Japan. Ich habe ein kulturell und spirituell spannendes und vielseitiges, außergewöhnlich ästhetisch schönes und freundliches Land erlebt. Deshalb habe ich den Zeitraum meines Visums bis zum letzten Nachmittag ausgereizt. An den uralten und doch lebendigen Pilgertraditionen auf dem Shikoku Henro, dem Kumano Kodo und auch am Mount Fuji teilhaben zu können, hat bleibende Eindrücke hinterlassen. Den bei uns thematisierten Overtourismus oder gar davon genervte Japaner, habe ich an keiner Stelle, auch nicht an den Hotspots in Tokyo, Kyoto, Nara oder Osaka erlebt (bin im Sommer aber auch außerhalb der gängigen Saison gereist). Vielmehr ausgesprochen freundliche und interessierte Menschen die mir durchwegs das Gefühl gaben sich zu freuen, dass ich, von weit her, durch ihr Land reise. Gerade weil ich über 1.100 Kilometer durch Japan gewandert bin, habe ich das Gefühl das Land gut kennengelernt zu haben. Und doch habe ich nur einen Ausschnitt (die Mitte) der langen Inselkette gesehen. So bleibt auch hier der Wunsch, dass die große Japanreise nicht die letzte war.

    Tag 90 in Japan wird zu Tag 1 in Südkorea: Da die Menschen nicht schlauer werden, muss ich so schlau sein zu akzeptieren, dass die große Pilgerwanderung durch Israel in der momentanen traurigen Lage im Nahen Osten nicht stattfinden kann.

    Und beschließe in der Region zu bleiben und aus der Japanreise eine Ost-Asien-Reise zu machen: Nach der Kultur und Spiritualität Indiens und Japans, möchte ich auch die Koreas und Chinas erleben: Südkorea und Taiwan. Nur ein Kurzstreckenflug ist es von Fukuoka nach Seoul.