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Auf meinem Reiseblog im Sabbatjahr 2026/27 sowie zu meinen früheren (Pilger-) Wegen. Hier auf der Startseite findest Du immer die drei aktuellsten Beiträge. Alle weiteren Posts, eine Karte mit meinem Standort bzw. der zurückgelegten Route usw. findest Du dann auf der Seite der jeweiligen Reise (aktuell: Japan).
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Neueste Beiträge:
- Shikoku Henro, Tage 42 bis 45

Zurück am Pilgerweg sind es weitere 3 1/2 Tage bis zum nächsten Zwischenstopp: 90 Kilometer, die Tempel 71 bis 83 und am Ende jeden Tages ein Bergtempel mit heftigem Aufstieg. Nach längerem Suchen finde ich im Pilger-Shop bei T 77 endlich drei der typischen roten Lätzchen für die Jizo-Statuen. Drei für drei (Enkel-) Kinder. Nun schaue ich in den Wäldern nach drei Jizo ohne Lätzchen. T 75, Zentsu-ji, besitzt mit 45.000 Quadratmetern die größte Anlage der Insel. Mit wunderbaren Gebäuden aus verschiedenen Epochen, Skulpturen und zwei über 1000 Jahre alten Kampferbäumen. Ich könnte mehr als die tatsächlichen knapp zwei Stunden in der Anlage verbringen. Muss aber weiter: An diesem Tag sind es fünf Tempel und 24 Kilometer. Der hintere Bereich der Nebenhalle von T 71 öffnet sich überraschend in einen Altarraum in einer Höhle, in der Kukai im 9. Jahrhundert meditiert haben soll.
In und um einen größeren Kiosk an einem schönen Teich, tummeln sich gegen Mittag erstaunlich viele Menschen. Und alle essen freudig das gleiche: Tokoroten. Ich schließe mich an. Den eher unauffälligen Tempel 83, Ichinomiya-ji, erreiche ich knapp vor der Schließung. Schreine hingegen haben keine Schließzeiten: Spektakulär und ein schöner Abendspaziergang ist die große Anlage des direkt daneben liegenden Shinto-Schrein Tamura-jinja. Viele rote Torii und ein goldenes. viele Drachen und Füchse (Boten des Inari). Mit dem Erreichen der 80er Tempel kommt auch die Erkenntnis, dass auch eine über Tausend Kilometer lange Pilgerwanderung ihr Ende haben wird. Aber vorher kommt noch ein Zwischenstopp: Für Naoshima.
- Uwajima Ushi-oni Matsuri

Tausche Tempel gegen Dämonen: Um die Höhepunkte des Ushi-oni Sommerfestes zu erleben, reise ich mit der Bahn zurück nach Uwajima, das ich auf dem Pilgerweg bereits 14 Tage vorher passiert habe. Bühne und Festkomitee befinden sich in der überdachten, 600 Meter langen Einkaufsstraße. Offenbar muss jeder größere Ort in Japan eine solche Straße besitzen und so wie in anderen Orten, versprüht auch diese eher den Charm der 60er bis 80er Jahre und hat Leerstand. Aber heute ist ein Festtag. Er beginnt mit der Kinder-Ushi-oni-Parade und, zum Jubiläum, dem Sendai Suzume Odori, dem Spatzentanz einer Gruppe aus der Partnerstadt im Norden Japans. Alles wirkt noch sehr lokal.
Ushi-oni, Stier- bzw. Ochsendämonen aus der japanischen Mythologie, sind die Stars am Nachmittag. In der Parade werden sie durch die Stadt getragen. Mit ihren beweglichen langen Hälsen schauen sie in die Häuser und führen (Schein-) Angriffe insbesondere gegen das Festkomitee durch.
Tanzwettbewerb ist der Uwajima Odori Taikai. Während ich bereits auf dem Weg zum Schrein bin, kommen mir die Gruppen in der Kisaiya Road entgegen. Und tanzen synchron den Nagashi Odori Prozessionstanz.
Das spirituelle Fundament des Festes liegt im Shintoismus. Die Götter des Warei-Schrein, der mich bereits vor zwei Wochen beeindruckt hat, sollen besänftigt und milde gestimmt werden. Dazu nehmen die Gottheiten des Schreins vorübergehend in Mikoshi, goldenen tragbaren Schreinen, Platz und werden durch die Stadt getragen. Nach Flötenspielern und Trommlern marschieren Lampionträger an der Spitze der Prozession. Ein großer roter Ushi-oni folgt vor den drei Schreinen. Die Geistlichen des Schreins gehen am Ende in traditionellen Gewändern. Weitläufig zieht die Prozession durch die Stadt. Immer wieder werden die schweren Schreine vor einzelnen Häusern in die Höhe gestemmt. In einem ersten Höhepunkt umkreisen die Schreine vor dem Marunouchi-Schrein eine hohe Bambusstange. Dem zweiten Teilnehmer gelingt es an der Stange hoch zu klettern. Die Spitze der Stange biegt sich dabei bedrohlich. Die kleineren Mikoshi Schreine werden auf das Gelände des Marunouchi-Schrein gebracht. Die Geistlichen beider Schreine führen eine Shinto-Zeremonie durch. Die Prozessionsteilnehmer hingegen stärken sich mit Bier und Riceballs. Der eigentliche Höhepunkt wird erst noch folgen: Bei Dunkelheit erreicht die Prozession nach einem langen Weg endlich den Hafen. Mit Fackelschein und Trommeln wird jeder Schrein auf ein eigenes geschmücktes Boot geladen. Die Boote fahren mit den Prozessionsteilnehmern hinaus aufs Meer. Kehren aber zurück: An der Mündung des Suka-Fluss verlässt die Prozession die Boote und bewegt sich nun flussaufwärts im hüfttiefen Fluss zu Fuß zurück zum Warei-Schrein. Vor dem Schrein steht eine weitere, höhere Bambusstange im Fluss: Verbindung zum Himmel, die von einem Teilnehmer erklommen wird. Tatsächlich erreicht er die Shinto-typischen Papierstreifen im Wipfel der Stange. Nachdem sich die Zuschauer etwas zerstreut haben, gehe ich nochmal zum großen Schrein. Die kleinen wurden inzwischen hinein gebracht. Das Schrein Gebäude ist nun dunkel, aber offen. Von außen kann ich erahnen, wie die, nun in weiße Gewänder gekleideten, Geistlichen in einer besonderen Zeremonie die Gottheiten aus den Mikoshis heraus, zurück zu ihren angestammten Wohnsitzen tief hinten im Schrein bringen.
- Shikoku Henro, Tage 33 bis 41

Tempel, Tempel, Tempel. Kilometer, Kilometer, Kilometer. Und Höhenmeter.
Von Matsuyama bis zum nächsten Zwischenstopp sind es neun Tage, 180 Kilometer, 20 Tempel. Trotzdem bleiben der Weg und die Tempelanlagen abwechslungsreich und immer wieder überraschend. Neben dem eher unauffälligen Tempel 55 findet sich die imposante Schrein-Anlage Oyamazumi-jinja. Tempel 61, Koon-ji wurde in den 1970er Jahren neu gebaut und ist einer Sporthalle dieser Zeit nicht unähnlich. Die Tempel 68 und 69 Teilen sich ein Gelände. Das Hondo von T 69 ist traditionell, das Hondo von T 68 ein gut designter Betonbau von 2003.
Der Pilgerweg verläuft weiter entlang der Seto-Inlandsee, durch die Städte Imabari und Niihama und ihre ausgedehnten flachen Vororte und immer wieder hoch zu abgelegenen Bergtempeln. Auf- und Abstieg ab Meereshöhe zu Tempel 60, Yokomine-ji, auf 750 Metern Höhe, ist eine Tagestour. Zum höchsten Punkt der Pilgerreise, Tempel 66, Tempel an den Wolken, auf 912 Metern Höhe, bringt mich die Ropeway.






























































































































































































