Wieviele urbane Highlights passen in einen Tag? Und wieviele spannende Orte einer 28-Millionen-Metropole in vier Tage? Wieviele Fotos passen in den Handyspeicher? Und wieviele Eindrücke in die persönliche Festplatte? Seoul macht voll!
Der Tag wird lang: Ich besuche Jogyesa, einen der wichtigsten Tempel des Seon-Buddhismus, der koreanischen Form des Zen. Mitten in der Stadt gelegen. Schlendere durch Isadong, ein modernes Viertel mit netten Läden und Kunst. Und Bukchon Hanok Village, hingegen ein Viertel mit historischen Hanok-Häusern und Gassen. Die Häuser sind bewohnt: Um 18 Uhr müssen die Touristen raus aus den Gassen. Die Königspaläste Changdeokgung und Changgyeonggung aus dem 15. Jahrhundert sind sehr weitläufige Anlagen mit einer Vielzahl von Gebäuden aus verschiedenen Epochen. Und die Stadtmauer Seoul City Wall im Naksan Park bietet, bereits zur blauen Stunde, schöne Blicke über die Stadt. Und am Dongdaemun Design Plaza DDP überrascht und fesselt mich die Light and Sound Show Daybreaker.
Aus Kimono wird Hanbok: Die Menschen kommen in die historischen Anlagen nicht wegen der Kulturschätze, sondern um sich in deren Kulissen im gemieteten traditionellen Gewand fotografieren zu lassen. Das wird nicht ungern gesehen: Wer im Hanbok in Koreas „Hauptpalast“ Gyeongbokgung kommt, zahlt keinen Eintritt. Am War Memorial of Korea erschließt sich mir zwischen Monumentalbauten und Skulpturen, Panzern, Kriegsschiffen und Kampfflugzeugen nicht, ob hier der Frieden beschworen oder der Krieg verherrlicht wird. Ich komme aus Nagasaki.
Der Buddhismus gelangte bereits im 4. Jahrhundert nach Korea. Ab dem 6. Jahrhundert war er Staatsreligion. Heute jedoch sind nur etwa 15 Prozent der Koreaner Buddhisten aber 30 Prozent Christen. Ich besuche den Abendgottesdienst einer sogenannten Megachurch: Die pfingstkirchliche Yoido Full Gospel Church hat rund eine halbe Million Gemeindemitglieder. Der Kirchenraum (Main Sanctuary) hat 14.000 Plätze. Damit möglichst alle, die kommen wollen, kommen können, werden am Sonntag sieben Gottesdienste hintereinander gefeiert. An meinem gewöhnlichen Mittwochabend sind es nur etwa 1.000 Besucher aber der Stimmung im riesigen Saal tut dies keinen Abbruch.















































