Muxia 2022

Tage 8 und 9 in Taiwan: Hualien und Yuli

Der Local Train bringt mich nach Hualien, noch im Norden der Ostküste. Zugunsten des Ling Jiou Mountain Monastery in Fulong ist es bereits früher Abend. Zeit zur Versorgung am Night Market.

Ein Limited Express Train wird es nach Yuli. Die Kleinstadt liegt im flachen East Rift Valley zwischen dem Zentralgebirge und dem Küstengebirge. Offenbar optimal zum Reisanbau. Während ich zu Beginn meiner Reise in Japan noch das Pflanzen erlebte, beginnt nun hier die Reisernte. Vom Shinto Schrein aus der japanischen Besatzungszeit ist nur eine Ruine übrig. Aber im Stadttempel begegnet mir wieder die bunte Mischung, Synkretismus: Neben dem daoistischen Kriegsgott, dem der Tempel geweiht ist, steht die buddhistische Bodhisattva des Mitgefühls. Und aus dem chinesischen Volksglauben einer den ich bereits aus Taipei kenne: Yue Lao, der alte Mann unter dem Mond. Zuständig dafür, Menschen mit unsichtbaren rote Fäden zu verbinden und über die Verbindungen zu wachen. In manchen Tempeln einfach „The Matchmaker“ genannt. Die kleine katholische Kirche aus den 1950ern ist auch nicht weit. Taiwan ist Erdbebengebiet. Bei Yuli treffen die Eurasische Kontinentalplatte und die Philippinische Meeresplatte aufeinander. Dazwischen geraten kann man nicht: Der Radweg führt auf einer Brücke darüber.