Muxia 2022

Tag 35 in Südkorea wird zu Tag 1 in Taiwan

Fünf Wochen Südkorea: Es war ein guter Zeitraum. Und gute Zeit! Rund 1.650 Kilometer bin ich rund um die Halbinsel gereist. Koreanische Kultur und Spiritualität wollte ich kennenlernen und durfte ich erleben. Durchwegs freundliche Menschen habe ich obendrein erlebt. Menschen die sich gefreut haben darüber, dass ich als Ausländer in ihr Land komme und soviel Zeit dafür mitbringe. Sehr positiv überrascht hat mich die Schönheit und Vielfalt der Natur des Landes mit seinen vielen Nationalparks und Wanderwegen. Trotzdem wird Südkorea für mich das Land der Hochhaussiedlungen bleiben: Die Menschen wohnen vertikal. Auch das Thema der Teilung Koreas, ohne Aussicht auf eine Wiedervereinigung, habe ich allgegenwärtig erlebt und lässt mich bewusster auf die deutsche Geschichte blicken.

Von Japan kommend, konnte ich deutliche Unterschiede sehen. Mit der ästhetischen Schönheit und durchgängigen freundlichen Aufmerksamkeit Japans kann Südkorea nicht mithalten, aber es ist ein jüngeres, moderneres Land. Koreanischer Buddhismus unterscheidet sich deutlich vom japanischen und wird intensiver gelebt. Während die Gläubigen in Japan vor dem Tempel stehend diskret ihre Gebete verrichten, Mantras und Sutren rezitieren, kommen im koreanischen Tempel viele Niederwerfungen vor vielen Gottheiten zusammen. Und ein eifriges Gewuhsel dazwischen. Nach dem Shintoismus ist mir der Konfuzianismus näher gekommen. Und ein Berggeist. Und viele christliche Gemeinden verschiedener Konfessionen habe ich obendrein gesehen.

Von den über das ganze Land verteilten 33 Tempeln der „Pilgerreise zu den 33 Gwaneum-Heiligtümern Koreas“ konnte ich gerade mal (oder immerhin) 13 Tempel besuchen. Das wäre Grund genug für eine weitere Koreareise: Das Land würde es lohnen!

Japan vers. Südkorea: Eine Taxifahrt in Japan bedeutet eine kantige schwarze Limousine, die aussieht wie aus den 1980ern und es wahrscheinlich auch ist. Zur Schonung der braunen Bezüge liegen über Sitzflächen und Lehnen gehäkelte weiße Decken. Zur Schonung der Häkeldecken sind durchsichtige Plastikfolien darüber gespannt. Passend zur Limousine trägt der Fahrer schwarzen Anzug und Krawatte. Taxifahren in Südkorea bedeutet sich in die Ledersessel eines großen Tesla fallen zu lassen. Vielleicht ist noch etwas Ketchup vom vorherigen Fahrgast darauf, den Fahrer mit der coolen Basecap kümmert es wenig. Ich benutze -in beiden Ländern hervorragend- Bus und Bahn.

Ostasien: Nach Japan und Korea möchte ich auch China erleben. R.o.C.: Republik of China. Taiwan. Wo Kultur, Spiritualität, Sprache und Essen heute wohl vielerorts chinesischer sind als in der Volksrepublik. Von Seoul/Incheon fliege ich nach Taipei. Ein Kurzstreckenflug und doch 1.500 Kilometer weiter in den Süden. Der Sommer endet nicht.