Wieder eine Stadt von der ich bis vier kurzem noch nie gehört habe und deren Name ich nicht aussprechen kann. Und trotzdem sehe und erlebe ich nun vier Tage lang viel spannendes dort. Bereits im Hostel bekomme ich meinen Laufzettel zu den Sehenswürdigkeiten in die Hand gedrückt. Es gibt aber auch außergewöhnlich viel zu entdecken: Vom ersten bis ins 10. Jahrhundert war Gyeongju die Hauptstadt des Königreichs Silla, das über Jahrhunderte die ganze koreanische Halbinsel regierte. Bereits im sechsten Jahrhundert wurde der Buddhismus als Staatsreligion eingeführt. Die Könige förderten den Tempelbau und buddhistische Kunst in ihrer Hauptstadt. Zeugnisse davon finden sich heute in großen Grünanlagen überall in der Stadt. Und die Könige ruhen in großen, grünen Grabhügeln.
Und es sind die drei Feiertage des Erntedank- und Familienfestes Chuseok. Vielleicht das wichtigste Fest im Jahr, eine seltene Unterbrechung des straffen koreanischen Beruflebens. Die Stadt ist voller Familien in Ausflugsstimmung, am Abend verwandeln sich die Grabhügel in Projektionsflächen für Lightshows, es gibt Lasershows im Park, Musik und eine große Aufführung „Der fünf Künste von Silla“.
Pilgerstätte, Ort buddhistischer Kunst und buddhistisches Museum im Bergwald ist der heilige Berg Namsan. Während der Tageswanderung über den Berg passiere ich unzählige Felsreliefs und Skulpturen aus der Silla-Periode. Manche auf den Felswänden kaum noch zu erkennen, andere noch immer bewegend schön. Ich versuche mir vorzustellen, mit welcher Motivation die Menschen vor 1.500 Jahren diese meterhohen Darstellungen in den Fels gemeißelt haben.
Bulguksa, der „Tempel des Buddha-Landes“, liegt am Hang des Tohamsan-Berges. Seine beiden unterschiedlichen Steinpagoden aus dem 8. Jahrhundert stehen für den Buddha der Vergangenheit und den Buddha der Gegenwart. Wobei der historische Buddha der der Gegenwart ist. Und beziehen sich damit auf die Lehrreden Buddhas am Geierberg. Dem Beginn meiner Indienreise. Das UNESCO-Weltkulturerbe „Seokguram-Grotte und Bulguksa-Tempel“ bildet der Tempel gemeinsam mit der künstlichen Grotte aus Granit aus dem 8. Jahrhundert oben am Berg. Die über 3,5 Meter hohe Buddha-Skulptur in der Grotte gilt als die schönste Ostasiens. Sehr schön ist sie jedenfalls.































































