Muxia 2022

Tage 84 bis 87 in Japan: Hiroshima

Hiroshima. Etwa 350.000 Menschen sollen sich am Morgen des 6. August 1945 in der Stadt befunden haben. Etwa 70.000 Menschen starben durch den Atombombenabwurf unmittelbar, weitere 70.000 Menschen innerhalb weniger Monate, weitere 140.000 Menschen an mittel- und langfristigen Folgen. Über 300.000 Menschen werden im Gedenkregister namentlich genannt. In einem Radius von zwei Kilometern um das Hypozentrum wurde die Stadt vollständig zerstört. Mein erster Weg führt mich zum Peace Memorial Park im Bereich des Hypozentrums mit dem Hiroshima Peace Memorial Museum und den Gedenkstätten. Im Museum wird das unvorstellbare Leid der Menschen, insbesondere 10.000er Kinder, fast vorstellbar gemacht.

Heute hat Hiroshima knapp 1,2 Millionen Einwohner. Ich wandere durch eine sehr moderne Großstadt. Eine Stadt ohne historische Bausubstanz. Die Burg und der Shinto-Schrein sind Rekonstruktionen. Obwohl das urbane Leben pulsiert, ist The A-bomb, wie der Abwurf hier nur genannt wird, allgegenwärtig. An vielen Gebäuden gibt es Darstellungen der ursprünglichen Bauten. Und manchmal ihrer Bewohner.

Fast zufällig entdecke ich eine silberne Stupa auf einem bewaldeten Hügel am Stadtrand. Tatsächlich ist es eine Friedenspagode vom japanischen Nipponzan-Myōhōji Orden. Nach Wien, Rajgir in Indien und Lumbini und Pokhara in Nepal, meine fünfte Friedenspagode dieses Ordens. 75 weitere gibt es weltweit. Der Weg hinauf zur buddhistischen Futabayama Peace Pagoda führt zunächst über 433 Treppenstufen und durch viele rote Torii durch ein Shinto-Schrein Gelände. Oben öffnet sich eine wunderbare Aussicht über die Stadt bis zum Meer.