Muxia 2022

Shikoku Henro, die letzten Tage

Zurück in Takamatsu, liegen noch die Tempel 84 bis 88 vor mir. Nochmal zwei Tage Pilgerwanderung. Nochmal die gewohnten Rituale an buddhistischen Tempeln und Shinto Schreinen. Nochmal treffe ich überraschend auf Pilger die ich kenne. Einer macht, als ich kurz von Naoshima erzähle, auf der Stelle kehrt und läuft zurück nach Takamatsu um The Art Island ebenfalls zu besuchen. Nochmal übernachte und esse ich in einem schönen traditionellen Ryokan. Nochmal bringt mich ein Cable Car hoch zum Tempel (Tempel 85). Und nochmal, ganz am Schluss (nach dem Besuch von Tempel 87 und dem Pilgermuseum ist es bereits Mittag), ein gewaltiger Anstieg: Knapp 700 Höhenmeter liegen vor Tempel 88, eine anspruchsvolle Bergwanderung. Sehr schön im Wald mit tollen Aussichten: Ein gutes Finale. Ketsugan, „die Vollendung des Besuchs aller 88 heiligen Orte“ wird vom Tempel-Office mit einem Zertifikat bescheinigt. Ich kann es bekommen nachdem die KI meinen Name in Katakana Schriftzeichen übertragen hat.

47 Tage (ohne Uwajima Festival und Naoshima Art Island) sind es geworden. 1.030 Kilometer bin ich zu Fuß gegangen und etwa 200 mit Bahn, Bus, Robway oder Cable Car gefahren. Der Weg und die Menschen am Weg waren spannend. Japan. Manches habe ich in den Tempelanlagen über und vom japanischen Buddhismus gelernt. Und ohne dass ich damit gerechnet hätte, ist mir der Shintoismus näher gekommen.

Der schönen Tradition entsprechend, kehre ich nach Tempel 88, nun mit der Bahn, nochmal zu Tempel 1 zurück. Orei-mairi schließt den Kreis und ist der Dankbesuch an dem Ort, an dem man zu Beginn der Pilgerreise für deren guten Verlauf gebetet hat. Auch ich darf dafür danken.

Ganz abgeschlossen ist die Pilgerreise damit noch nicht: Traditionell gehört nun ein Besuch bei Kukai am Tempelberg Koya-san dazu.