Die Tempel am Weg sind keine einzelne Tempelgebäude sondern mehr oder weniger große Tempelanlagen, oft auf einem Berg oder am Hang auf verschiedenen Ebenen gebaut. Alle sind unterschiedlich aber sie haben typische Elemente:
Die Anlage wird durch ein Tor, Nio-mon, betreten, an dem die beiden Tempelwächter A-Gyo und Un-Gyo nur die passieren lassen die reinen Herzens sind und böse Elemente abwehren. Zuweilen gibt es ein inneres, zweites Tor. Chozuya ist das Becken mit Kellen für die rituelle Reinigung. Im Glockenturm Shoro, manchmal auch im Tor, hängt die Tempelglocke. Das Tempel-Office, Nokyosho, ist wichtig für die Einträge im Stempelbuch. Manchmal hat es auch einen kleinen Shop. Im Hondo, der Haupthalle bzw dem Haupttempel wird die jeweilige Schutzgottheit des Tempels verehrt. Daishidō ist die meist kleinere Halle in der der Pilgermönch Kukai verehrt wird. Unverzichtbar ist offenbar mindestens eine Kukai-Statue. Viele Tempel haben darüber hinaus eine Pagode, die meisten einen kleinen oder auch großen Shinto-Schrein. Und in jeder Anlage gibt es noch mehr zu entdecken: Weitere Tempelhallen, Schreine, Statuen, insbesondere Jizo, die Schutzfiguren für Kinder und Reisende die rote Lätzchen oder Mützen als Opfergaben tragen, Wasserfälle, Teiche, Gärten…
Wieder im Regen gehe ich am Morgen die letzten Kilometer zum Kap Muroto. In einer kleinen Höhle soll Kukai hier meditiert und schließlich Erleuchtung gefunden haben. In der Nachbarhöhle steht ein kleiner Shinto-Schrein. Durch den Wald führt der Aufstieg zu Tempel 24 über dem Kap. Tempel 25 ist leicht zu erreichen, 26 wieder nur mit einem heftigen Anstieg im Wald. Dazwischen liegt weiter die Route 55.
Zwei Tage zwei Tempel. Aber besonders schöne. T27, Konomine-ji, „Tempel des göttlichen Gipfels“, liegt wieder 450 Meter über der Küste, der Aufstieg gilt als Sekisho, als spiritueller Kontrollpunkt. Es ist der Familientempel des Mitsubishi-Gründers Yataro Iwasaki.
Küche und Esszimmer des traditionellen Guesthouse in Aki verwandeln sich drei Mal in der Woche in ein Pub. Barkeeper ist ein Amerikaner der wohl irgendwie hängen geblieben ist und den Henro inzwischen vier Mal komplett gegangen ist. Die japanische Inhaberin freut sich über die Gäste: Eine junge amerikanische, ein junger dänischer und der älter gewordene fränkische Pilger und immerhin eine Japanerin aus dem Ort.
Zenraku-ji, Tempel 30, liegt bereits am Stadtrand von Kochi. Eindrucksvoller als der buddhistische Tempel ist allerdings der direkt daneben liegende Shinto-Schrein Tosa Jinja, eigentlich eine Schrein-Anlage. Zehn Tage nach Tokushima, d.h. zehn ruhige Tage an der Küste, zwischen Bergen und Reisfeldern, erreiche ich mit Kochi-City wieder eine Stadt. Beide sind die Hauptstädte der gleichnamigen Präfekturen.









































