Entlang der Westküste Shikokus ändern sich die Charakteristiken des Weges und meiner Pilgerreise: Die Tempel konzentrieren sich überwiegend nahe größerer Orte und ich beginne einzelne Teilstrecken dazwischen mit der Bahn zu fahren, um dann sternförmig und mit leichtem Gepäck vom Ort zu den Tempeln zu wandern. Jeder Pilger entwickelt seinen eigenen Weg. Matsuyama ist die größte Stadt Shikokus. Ab hier sind es zwei Tageswanderungen: Die Tempel 48 bis 51 liegen im Stadtgebiet bzw am Stadtrand. Im Tempel 51, Steinhand-Tempel, kann ich ein Verbrennungsritual miterleben: Ema, Holztäfelchen auf denen die Tempelbesucher ihre Anliegen hinterlassen haben, werden vom Priester regelmäßig im Rahmen einer Zeremonie dem Feuer übergeben. Hinter T 51 führt ein langer, dunkler Tunnel durch den Hügel. Die goldene Teekanne auf der anderen Seite gibt Anlass zum Rätseln. Die Tempel 44 bis 46 liegen weiter außerhalb. Zwischen 44 und 45 führt der Weg anspruchsvoll über zwei Berge mit tollen Aussichten und sehr ruhigem Wald. Ich teile ihn mir mit einem Pilger aus Vancouver. Unsere Geschichten ähneln sich und den Geschichten, die ich von vielen Ausländern auf dem Henro höre: Nach seinem Jakobsweg durch Spanien suchte er nach einer vergleichbaren neuen Erfahrung und findet sie hier auf dem buddhistischen Pilgerweg.
Kimono-Selfi-Hotspot ist der historische Dogo-Onsen im gleichnamigen Stadtteil Matsuyamas. Und mit dem Isaniwa Schrein hoch über Dogo-Onsen gibt es hier auch abseits vom Pilgerweg einen bedeutenden Shinto-Schrein. Auch neue Schuhe sollte es in der Stadt für mich geben: Nach fünf Monaten auf Reisen sind die Absätze meiner Trekkingstiefel komplett runter. Sollte: Es bedarf zwei größerer Outdoor-Fachgeschäfte um ein einziges Paar meiner Größe von einem einzigen Modell zu bekommen.


































