Mathura, nur eine 45-minütige TukTuk Fahrt von Vrindavan entfernt, ist ebenfalls Stadt Krishnas: Bevor die Gottheit, nach der Mythologie, Kindheit, Jugend und insbesondere die Liaison mit seiner ewigen Gefährtin Rada in Vrindavan verbracht hat, wurde er in Mathura geboren. Bekanntlich in einer Gefängniszelle. Deshalb ist der Kern des großen Krishna Janmasthan Temple Complex wie eine kleine Festung/Gefängnis gestaltet. Ein enger, verwinkelter Gang führt zur „Zelle“ die den eigentlichen Ort der Geburt entsprechen soll. Daneben gibt es einen großen Haupttempel aus dem 20. Jhd. und mehrere kleinere im Komplex. Gegen ein kleines Eintrittsgeld können, einer Volksfestattraktion nicht unähnlich, wieder farbenfrohe Darstellungen aus dem Leben Krishnas bewundert werden. Aber auch das (Miss-) Verhältnis zwischen den Religionen ist erkennbar: Die höchste Außenmauer und Stacheldraht trennen den Tempel von der benachbarten großen Moschee. Das ganze Gelände wird geradezu militärisch gesichert. Handys und andere elektronische Geräte dürfen in den Komplex erst gar nicht hineingebracht werden, die Kontrollen sind streng.
Den zweiten Tag in Mathura verbringe ich in meinem Zimmer: Ein Verdauungsinfekt gehört vielleicht auch zu jeder Indienreise. Dass es mich noch so massiv erwischen wird, hätte ich nach über zwei Monaten nicht mehr gedacht. Der Infekt ist nach zwei Tagen ausgestanden. Die Zahnschäden nach dem Sturz wegen Dehydrierung werden mir bleiben.





