Muxia 2022

Tage 91 bis 93 in Indien: Delhi / New Delhi II

Delhi wirkt auf mich wie eine Essenz Indiens und (abgesehen vom Himalaya) meiner Reise. Besucher sind, Ende Mai bei 45 Grad Hitze, offenbar nicht mehr viele in der Stadt. Qutub Minar wurde ab 1199 unter Qutb-ud-din Aibak gebaut. Der Turm markiert den Beginn der muslimischen Herrschaft in Delhi durch die frühen Sultane und ist auch 800 Jahre später noch das höchste Minarett Indiens. Zur Gesamtanlage gehören u.a. eine der frühesten Moscheen Nordindiens mit einer Eisensäule mit einer Sanskrit-Inschrift aus dem 4. Jahrhundert. Die seit 1600 Jahren kaum rostet. Das moderne Indien repräsentieren Central Secretariat und India Gate: Der Regierungssitz und ein Triumphbogen in Erinnerung an die im ersten Weltkrieg gefallenen indischen Soldaten. Verbunden durch die schnurgerade Prachtstraße Kartavya Path, am Abend ein Fest aus Licht und Farbe.

Wie Qutub Minar ist auch Humayun’s Tomb Weltkulturerbestätte. Ein großer Gartenkomplex umgibt das beeindruckende Mausoleum für den zweiten Mogulkaiser Humayun. Aus dem 16. Jahrhundert ist es architektonischer Vorläufer des Taj Mahal.

Die Hitze und den Smog vermeintlich gewöhnt, unternehme ich am letzten Tag meiner Reise nochmal einen langen Gang zu Fuß durch die Stadt. Der hinduistische Lakshmi-Narayan-Tempelkomplex wurde von einer reichen Industriellenfamilie gestiftet und 1939 von Mahatma Gandhi eingeweiht: Mit der Maßgabe dass er für Angehörige aller Kasten geöffnet bleiben muss. Eher zufällig passiere ich die Sacret Heart Cathedral von 1929, die Kathedrale der Erzdiözese Delhi. Das Friedensgebet des Heiligen Franziskus ist in Englisch und Hindi plakatiert. Einer der eindrucksvollsten und wichtigsten Sikh-Tempel der Stadt ist der Bangla Sahib Gurudwarav. Auch das weiße Marmorpflaster ist brutal heiß. Und die Bauten des Jantar Mantra muten wie Kunst der klassischen Moderne an, tatsächlich sind es astronomische Meßinstrumente einer Sternwarte des Maharaja Sawai Jai Singh II aus dem frühen 18. Jahrhundert.