Muxia 2022

Tag 74 in Indien: Char Dham II – Gangotri

Um fünf Uhr bin ich wieder am Bus-Stand. Heute klappt es gut und ich bekomme meinen Platz im Bus durch die Berge nach Gangotri: 100 km, von 1.050 auf 3.050 Höhenmeter, 5 1/2 Stunden. Im Bergdorf angekommen, wird meine Registrierung für die Char Dham Yatra nicht erst am Tempel, sondern bereits am Ortseingang kontrolliert und gescannt. In Gangotri am Oberlauf des Ganges, der hier eigentlich noch Bhagirathi heißt, wird der Heilige Fluss Ganges verehrt. Kanister verschiedenster Größen, um das heilige Wasser nachhause bringen zu können, sind auch hier Verkaufsschlager. Anders als z.B. in Varanasi, scheint das rituelle Bad hier im Gebirgsfluss gesundheitlich unbedenklich. Aber eiskalt ist das Gletscherwasser. Mythologisch ist Gangotri, wie die drei weiteren Tempel der Char Dham, als Pilgerziel uralt. Der heutige schöne Tempel, über den Ghats am Fluss, stammt immerhin aus dem frühen 19. Jahrhundert. Arati wird nicht am Fluss sondern traditionell vor der Gottheit im Tempel gefeiert: Mutter Ganga hat ein Gesicht aus Gold und vier silberne Arme.

Mit dem Fluss und dem Tempel in Gangotri ist das Ziel der großen Masse der Pilger hier erreicht. Mein Wunsch ist es weiter nach oben zu kommen: Zur eigentlichen Quelle des Ganges!