Muxia 2022

Tage 60 und 61 in Indien: Triund Hill

Auf 1.700 Meter Höhe über dem Kangra-Tal in den Voralpen des Himalaya gelegen, ist McLeod Gani guter Ausgangspunkt verschiedener Trecks in die Berge. Die, wohl zu Recht, populärste Tour führt auf den Triund Hill und verspricht tolle Blicke auf die dahinter liegende Dhauladhar-Kette. Ich will nicht nur zum Triund Plateau, sondern hoch bis zum Gipfel und entscheide mich deshalb für die zweitägige Variante. Wozu schleppe ich sonst seit drei Monaten ein Zelt mit mir herum? Anders als in Nepal mit seinen farbenfrohen Wäldern, ist es hier bereits ab 2.000 Metern Höhe trocken und karg. Das Plateau auf 2.850 Meter bietet die letzten Möglichkeiten für Einkehr und Übernachtung. Es herrscht reges Treiben. Und es gibt auch genügend Platz für Cricket. Das Ziel der Wenigen, die weiter gehen, ist Snowline, der Beginn der Schneefelder. Selfies im Schnee sind in Indien begehrt. Ab hier bin ich auf den letzten hundert Höhenmetern allein. Technisch ist die Tour, vielleicht abgesehen vom Grat unter dem Gipfel, nicht schwierig. Aber 1.890 Höhenmeter auf 10,5 Kilometer wollen bestiegen werden. Auf dem kleinen Gipfelplateau finde ich einen hinduistischen Schrein und ein offenes Dach. Ob das Dach zum Tempel gehört oder eine Art Shelter ist, ist unklar. Als ich auch bei Einbruch der Dunkelheit noch allein bin, entscheide ich auf Shelter und baue mein Zelt darunter auf. Auf 3.280 Metern Höhe sitze ich den 4.500 Meter hohen Gipfeln der Dhauladhar-Kette direkt gegenüber. Preis für den Sonnenuntergang und -aufgang sind nicht Auf- und Abstieg, sondern die eiskalte Nacht dazwischen.