Mit der Bahn und dem TukTuk komme ich nachts um 02:45 Uhr in Bodh Gaya an. Die drei Tage dort sind gut. Neben den Orten der Geburt, der ersten Lehrrede und dem Eintritt ins Nirvana des historischen Buddha (die noch auf meiner Route liegen) gehört Bodh Gaya, wo Siddhartha Gautama nach fünf-wöchiger Meditation unter dem Bodhi-Baum die Erleuchtung fand und zum Buddha wurde, zu den vier heiligsten Orten des Buddhismus. Oft wird es als wichtigstes buddhistisches Pilgerzentrum der Welt bezeichnet.
Am Ort der Erleuchtung steht heute ein mächtiger Nachkomme des besagten Bodhi-Baum. Und darum herum eine beeindruckende Tempelanlage: Mahabodhi. Deutlich spürbar ist, dass das keine touristische Attraktion sondern ein Ort gelebter Spiritualität ist. Buddhisten aus ganz Asien, vorwiegend Pilgergruppen von Mönchen oder Nonnen, und vereinzelt Menschen aus dem „Westen“, kommen hier her um ihre Religion intensiv und ganz unterschiedlich zu praktizieren.
Ich verbringe einen Nachmittag und, am nächsten Tag, einen Abend in der spirituell dicht aufgeladenen Atmosphäre der Tempelanlage.
Nicht nur das Fotografieren, sondern bereits das hineinbringen jeglicher elektronischer Geräte in die Anlage, ist verboten und wird streng kontrolliert.
Im Kern der Kleinstadt verteilt sich eine Vielzahl weiterer buddhistischer Tempel: Jede größere buddhistische Nation bzw. Strömung will mit einem eigenen Tempel am Ort der Erleuchtung präsent sein. I.d.R stehen diese Tempel nicht allein sondern gehören zu einem entsprechenden Kloster.
In zwei Tagen konnte ich 16 dieser Tempel besuchen. Vielleicht etwas exzessiv aber es führt mir die Vielfalt der Religionen bereits im Buddhismus vor Augen.
Zu Mittag bekomme ich das Gewünschte an einem Streetfood-Stand nicht mehr. Der Händler lädt mich spontan ein, in einem Verschlag hinter dem Stand mit ihm und zwei Kollegen zu essen, was sie für sich selbst gekocht haben. Es gibt Fisch mit Curry und Reis. Besteck gibt es nicht. Das Essen ist spannend und die Einladung ehrlich. Trotzdem lehne ich das abschließende Marihuana ab.
Am Abend kann ich mit einer Gruppe japanischer Pilger an deren Zeremonie in japanischen Tempel teilnehmen.

































