Den Impuls, den Mundeshwari-Devi-Tempel bei Bhabua zu besuchen, habe ich aus dem Buch „Verborgene Heiligtümer“ von Martin Gray. Tatsächlich sind nicht nur der Tempel, sondern die ganze Gegend, auf halber Strecke zwischen Bodh Gaya und Varanasi, verborgen.
Doch hier realisiert sich für mich die heimliche Hoffnung jedes Indien-Reisenden: Zu einer Hochzeitsfeier eingeladen zu werden.
Der Mundeshwari-Devi-Tempel geht zurück auf eine heilige Stätte aus dem zweiten Jhd. n. Chr. Der heutige, ungewöhnliche achteckige Bau stammt aus dem Jahr 625, soll aber auch Inschriften aus dem 4. Jhd. enthalten. Damit gilt der Tempel als einer der ältesten, wenn nicht gar der älteste Tempel Indiens.
Der Tempel liegt auf einem Hügel außerhalb. Zum Unverständnis der TukTuk-Fahrer und der vielen die unterwegs ungefragt anhalten um mich mitzunehmen, gehe ich die acht Kilometer vom letzten größeren Dorf hin und zurück zu Fuß und genieße die relative Ruhe außerhalb dem Lärm und Chaos in den Orten und die Sonne über dem heute grünen Bihar.
Am Tempel bin ich wieder Exot. Außer mir sind viele regionale Pilger hier, die ihre Rituale praktizieren. Dass ihr Tempel in einem deutschen Buch beschrieben wird und ich deshalb herkomme, begeistert die Menschen, die mich befragen. Wieder erhalte ich eine kleine Führung, werde unterwiesen und darf exklusiv an die uralte Darstellung der Göttin Mundeshwari, Form der Durga, weibliche göttliche Urkraft, herantreten und sie berühren.
Morgen reise ich weiter, es wartet ein „Schwergewicht“: Varanasi, heilige Stadt am Ganges.






































