Muxia 2022

Tag 42 in Indien: Fatehpur Sikri

Ein besonderes schönes Heiligtum zieht mich für den Tag nach Fatehpur Sikri, etwa 50 Kilometer westlich von Agra. Die Hinfahrt ist mit dem TukTuk möglich. Am Abend zurück ist es schwieriger. Schließlich bin ich Sozius auf der Honda eines Heranwachsenden. In einer Höhle bei Fatehpur Sikri lebte der Sufi-Heilige Sheikh Salim Chishti (1478 bis 1572). Nachdem er dem Großmogul Akbar erfolgreich die Geburt eines Sohnes voraussagte, verlegte Akbar Hof und Residenz nach Sikri und ließ dort mit dem Fort einen neuen Regierungssitz bauen, um Sheikh Salim Chishti zu ehren und um ihm nahe zu sein.

Mein eigentliches Ziel ist aber weniger das Fort sondern mehr die, Sufis als wichtiges Heiligtum geltende, Grabstätte des Salem Chishti. Der berühmte weiße Marmorschrein im großen Innenhof der monumentalen Jama Masjid Moschee neben dem Fort. Dieser Schrein entstand als Zeichen von Akbars Verehrung für den Sufi-Heiligen. Die eigentliche Grabstätte ist komplett von filigranen weisen Marmorgittern umgeben und gilt als eines der schönsten Beispiele indo-islamischer Architektur. Insbesondere aber ist es ein Platz gelebter Spiritualität und tiefer Verehrung der Menschen, die in großer Anzahl hierher kommen. Und am Marmorgitter im inneren Umgang einen Bindfaden hinterlassen, der den Heiligen an ihr Anliegen erinnern soll. So ist es ein sehr lebendiger Ort und für mich, nach dem abgelegenen Bihar Sharif am fünften Tag meiner Reise, das zweite aber anders erlebte Sufi-Heiligtum in Indien.