Agra ist mehr als das Taj Mahal. Im 16. und 17. Jahrhundert war die Stadt (zeitweise mit dem benachbarten Fatehpur Sikri) Regierungssitz der Mogulkaiser. Von hier aus herrschten sie fast über den gesamten indischen Subkontinent. Auch das rote Fort, eine ummauerte kaiserliche Stadt mit Palästen (die frühen aus rotem Sandstein, die späteren aus weißem Marmor), Audienzhallen, Moscheen und Gärten, ist UNESCO-Welterbe. Deshalb ließ Großmogul Shah Jahan das Taj Mahal in Agra, am Fluss aber in Sichtweite seines Palastes im Fort, bauen. Seine letzten Lebensjahre soll er, von seinem Sohn entmachtet, unter Hausarrest im Turm Musamman Burj verbracht haben, mit direktem Blick auf die Ruhestätte seiner Gemahlin.
Wieder unternehme ich Gänge durch die Gassen der Innenstadt. Die beiden schönen katholischen Kirchen sind gepflegt aber versperrt. Auch am Ostersonntag kein Hinweis darauf. Das Fest scheint auch unter den Christen hier keine große Relevanz zu haben. Eher ein Kuriosum ist das „Red Taj Mahal“, die Grabstätte des niederländischen Offiziers John Hessing aus dem Jahr 1803 auf einem der ältesten christlichen Friedhöfe Indiens.




























