Muxia 2022

Tage 35 und 36 in Indien: Khajuraho

Tage der Welterbestätten: Nach Orchha und vor Sanchi und Agra, nun zwei Tage Khajuraho, 175 Kilometer südöstlich von Jhansi. Wikipedia.org: „Diese Stadt ist eines der beliebtesten Reiseziele Indiens. Khajuraho besitzt die größte Gruppe mittelalterlicher hinduistischer und jainistischer Tempel des Landes und ist berühmt für ihre erotischen Skulpturen aus der Zeit der Chandela-Dynastie.“ Die Tempel stammen durchgehen aus dem frühen 10. bis späten 11. Jahrhundert und haben, soweit noch erhalten, einen ähnlichen Aufbau: Auf einer hohen Plattform eine Vorhalle, eine Haupthalle und dahinter das Heiligtum, von einer Umwandlung umgeben unter den Shikara Türmen. Die über 20 Tempel gliedern sich in drei Baugruppen. Die Westgruppe befindet sich in einem weitläufigen schönen Park. Eigene Schreine haben der überlebensgroße Stier Shivas, Nandi, am großen Shiva-Tempel und Varaha, die Eber-Inkarnation Vishnus.

Der Matangeshvara-Tempel gehört baulich zur Westgruppe, befindet sich aber unmittelbar außerhalb des Parks (für den Eintritt zu bezahlen ist). Deshalb wird dieser Tempel aktiv genutzt und ist mit seinem 2,5 Meter hohen Shiva-Lingam auf einer über einen Meter hohen Plattform ein besonderes verehrter Kultort. Zur Ostgruppe gehören drei schöne Jain Tempel in einem Areal der Jain mit einem kleinen Museum. Die weiteren Tempel der Ost- und Südgruppen verteilen sich im alten Dorf und darum herum. Ich will nicht nur Tempel, sondern auch das ländliche zentrale Indien sehen und gehe die Runde, etwa 15 Kilometer, von Dorf zu Dorf zu Fuß. Die Menschen arbeiten mit einfachsten Mitteln auf den Feldern. Getreide wird mit Handsicheln geerntet. Große Rinder stehen im kleinen Teich: Es hat über 35 Grad. An der Ruine des Ghantai-Tempel komme ich mit ein paar Jungs ins Gespräch. Schnell werde ich von der Familie aus dem Nachbarhaus vereinnahmt. Ich erfahre dass der schöne blaue Vogel, der mir bereits am Vortag aufgefallen ist, die Hinduracke, ganz besonderes nützlich ist: Bitten und Anliegen, die man ihm offenbart, trägt er weiter zur Gottheit. Blau ist die Farbe Shivas. Und wenn Shiva gerade schläft wird der Vogel ihn wecken!