Muxia 2022

Tage 23 und 24 in Indien: Kushinagar

Mit dem Bus fahre ich etwa 50 Kilometer nach Osten. Nach dem eher „schwierigen“ Gorakhpur ist die Kleinstadt Kushinagar, zumindest der Ortsteil mit den buddhistischen Heiligtümern, geradezu eine Oase.

Nach Bodh Gaya, dem Ort der Erleuchtung und Sarnath, dem Ort der ersten Lehrrede, nun also Kushinagar, der Ort des Sterbens bzw. des Erreichens von Parinirvana, restlosem Nirvana, des Gautama Buddha um 483 vor Christus. Auch hier ist der Ansturm geringer als in Bodh Gaya aber ich erlebe wieder buddhistische Pilgergruppen aus ganz Asien.

Zentral ist der, auf uralten Fundamenten erbaute, moderne Mahaparinirvana-Tempel mit einer hoch verehrten, über sechs Meter langen, liegenden bzw ins Nirvana übergehenden, Buddha-Statue aus dem 5. Jahrhundert. Umgeben ist der Tempel von Grundmauern von Klöstern und Tempeln aus dem frühen ersten Jahrtausend und soll den genauen Sterbeplatz kennzeichnen. Ich verbringe den Nachmittag im und am Tempel mit Pilgergruppen aus Thailand und Kambodscha.

Etwas außerhalb liegt die Ramabhar Stupa mit Bauelementen aus dem 3. Jhd. v. Chr., die den Ort markiert an dem der Leichnam Buddhas verbrannt wurde. „Buddha’s Relic Distribution Site“ hingegen ist der Platz, von dem seit 1500 Jahren davon ausgegangen wird, dass hier der Streit um seine Reliquien (bzw. Asche) entbrannte, bevor ein Brahmane sie in acht Teile aufteilte und so acht Regionalfürste in ihren Reichen Stupas für die Reliquien errichten konnten. Der Matha-Kuar-Schrein beherbergt eine sitzende Buddha Statue aus dem 10. Jahrhundert.

Neben diesen Hauptbereichen gibt es wieder einige Tempel buddhistischer Nationen die hier auch vertreten sein wollen. Trotzdem ist es ruhiger und nicht alle Tempel sind geöffnet.

Schlecht unterwegs: Mein sog. Leibriemen, den ich beim Dienstantritt empfangen habe, ist nach 35 Jahren steten Gebrauchs in zwei Teile gerissen. Gut in Indien: Ein Schuster, der wie die meisten Handwerker mit einfachsten Mitteln direkt an der Straße arbeitet, repariert ihn mir routiniert und schwärzt noch schnell das spröde Leder.