Wieder ab Gorakhpur bringt mich und drei Mitfahrer ein „shared Taxi“ zum 110 Kilometer nördlich gelegenen Grenzübergang Sonauli. Ausreisestempel vom Indian Immigration Office, zu Fuß durch den Ort und über die Grenze, zwei Stunden im Nepal Immigration Office für das Visa: Bereits am frühen Nachmittag bin ich in Lumbini.
Und vervollständige damit für mich die „Vier heiligsten Städte des Buddhismus“. Nach Bodh Gaya (Erleuchtung), Sernath (erste Lehrrede) und Kushinagar (endgültiges Nirvana), bzw. fünf mit Rajgir (erste Klostergründung und Lotus Sutra) in Indien, nun also Lumbini in Nepal, wo Siddhartha Gautama, der spätere Buddha, im Jahr 623 vor Christus geboren wurde.
Dem entsprechend werden es wieder „Tempel-Tage“. Anders als in den vorherigen Orten sind die Tempel und Klöster jedoch nicht im Ort verstreut, sondern befinden sich in einer ca. 5 x 2 Kilometer großen, weitläufigen Anlage, die auf Initiative des Vize-UN-Generalsekretär, Ende der 1970er Jahre als spirituelles Zentrum vom japanischen Architekt Kenzo Tange geplant wurde.
Herz des Tempel-Parks ist am Südende der Maya Devi Temple, umgeben vom Secred Garden mit Ruinen aus dem ersten Jahrtausend. Der neue Tempel ist nur eine Hülle: Darin bewegen sich die Pilger zwischen Grundmauern des wohl ersten Tempels aus dem 3. Jahrhundert vor Christus zu einer flachen Felsplatte, von der seit 2.300 Jahren ausgegangen wird, dass sie den exakten Geburtsort Buddhas markiert. Ich verbringe zwei Abende im bzw. am Tempel und lasse unter Räucherschwaden und Gebetsfahnen die buddhistischen Gesänge, Mantras und Meditationsformen verschiedener Traditionen und Sprachen auf mich wirken.
Durch einen zentralen Kanal verbunden, liegt am nördlichen Ende die World Peace Pagoda, eine weiße Stupa, die, wie die auf dem Geierberg in Rajgir, an der Donau in Wien und viele weitere weltweit, vom japanischen buddhistischen Orden Nipponzan Myōhōji erbaut wurde. Im zugehörigen japanischen Tempel kann ich an der Abendzeremonie bzw. Meditation teilnehmen.
Seit 1997 UNESCO-Weltkulturerbe, wurde und wird die Anlage laufend um neue Tempel und Klöster verschiedener Nationen und buddhistischer Organisationen erweitert. Strukturiert durch den Central Canal liegen die Tempel, entsprechend den beiden buddhistischen Hauptströmungen, in einer Ost und einer West Monastic Zone. Recht groß und farbenfroh (und daher offenbar beliebt) ist diesmal auch ein deutscher Beitrag in der Tradition des Dalai Lama dabei. In den weiten offenen Flächen zwischen den Gebäuden treiben sich wieder die Affen herum. Spannend, wenn bei Dunkelheit plötzlich zwei oder drei Dutzend von ihnen vor Dir auf dem Weg sitzen.
West Monastic Zone:
East Monastic Zone:
Natürlich ist Nepal viel mehr als Tempel und buddhistische Heiligtümer. Aus dem flachen Grenzgebiet zu Indien heraus, will ich morgen nach Pokhara an der Basis des Himalaya, am Annapurna-Massiv.




























































