Für einen Tag fahre ich aus der Stadt Shivas, Varanasi, in das benachbarte buddhistische Sarnath. Für die jeweils knapp 15 Kilometer traue ich mich (nachdem ich mich an die TukTuk-Fahrten durch den chaotischen Verkehr etwas gewöhnt habe) erstmals auf das Verkehrsmittel das mir als Alleinreisenden geziemt: Sozius auf dem (Uper-)Bike.
Auch Sarnath gehört zu den vier heiligsten Orten im Buddhismus: Nach seiner Erleuchtung in Bodh Gaya ging Gautama Buddha vor etwa 2550 Jahren nach Sernath. Dort traf er zunächst fünf frühere Mitstreiter aus seiner Askesezeit, die nun seine ersten Schüler wurden (Beginn der buddhistischen Gemeinschaft). In einem Gazellenhain hielt er an sie seine erste Lehrrede (Beginn der buddhistischen Lehre, Drehen des Dharma-Rades).
Heute ist der Gazellenhain eines der wichtigsten buddhistischen Pilgerziele und ein archäologischer Park. Und einige Gazellen gibt es auch noch. Den genauen Platz der Lehrrede markiert die Dhamekh Stupa aus dem 3. Jhd. vor Chr. Darum herum finden sich Ruinen und Grundmauern von Klöstern und Tempeln aus dem ersten Jahrtausend. Etwas außerhalb markiert die Chaukhandi Stupa den Platz des Zusammentreffens mit den ersten Schülern. Wieder treffe ich auf buddhistische Pilgergruppen aus ganz Asien die ihre unterschiedlichen Rituale praktizieren. Trotzdem ist es deutlich ruhiger als in Bodh Gaya.
Als Geburtsort des 11. Thirtankara (erleuchteter Lehrer) ist Sarnath und sein Jain-Tempel ferner ein wichtiges Pilgerziel im Jainismus.
An der Ring Road um den Park befinden sich, ähnlich wie in Bodh Gaya, eine Vielzahl von Klöstern und Tempeln verschiedener buddhistischer Nationen und Gemeinschaften. Anders als ich Indien bisher erlebt habe, ist es in der Kleinstadt relativ ruhig und ich genieße einen fast unbehelligten (nur gelegentlich sprechen mich ein paar neugierige Jugendliche an oder winken mir Kinder aus Distanz zu) Spaziergang, von Tempel zu Tempel durch den Ort
Den Abend verbringen ich wieder an den Ghats am Ganges in Varanasi.


























