Da ich nach Bodh Gaya nur ein Bahnticket am späten Abend bekomme, „gewinne“ ich einen Tag und entschließe mich nach Nalanda und Bihar Sharif zu fahren.
Obwohl es Weltkulturerbestätte ist, hatte ich Nalanda ursprünglich nicht auf dem Plan, da Ruinen von Universitäten nicht mein Interessenschwerpunkt sind. Tatsächlich handelte es sich bei der „Universität“ aber um das geistige Zentrum des Buddhismus und Jainismus. Vermutlich 5. Jhd. vor bis 6. Jhd. nach Christus. Entlang einer Längsachse sind an der Nordseite die Ruinen von 14 Klöstern und jeweils gegenüber von 14 Tempeln erhalten. Schon spannender.
Trotz vieler Besucher bin ich offenbar auch hier der einzige westliche „Ausländer“. Wie seit meinem ersten Tag in Patna werde ich als Exot betrachtet und behandelt. Oft werde ich angesprochen, nach Herkunft und Grund meines Hierseins befragt und um gemeinsame Fotos gebeten. Oder nur beobachtet und „heimlich“ fotografiert. Am Ganges in Patna wurde ich von einer jungen Frau in gutem Englisch ausführlich befragt und fotografiert, mit der Begründung dass sie hier in ihrer Gegend noch nie einen Ausländer gesehen habe.
In Bihar Sharif möchte ich am Nachmittag ein Heiligtum des Sufismus besuchen: Die Grabstätte des Sufi-Heiligen Makhdum Shah Sharif-ud-Din Yahya Maneri aus dem 13. Jahrhundert. Maps führt mich durch die engen Gassen der Kleinstadt in der Provinz. Aber hier reagieren die Menschen richtig verblüfft auf mich. In der Moschee werde ich wieder befragt und „unterwiesen“. Erhalte dann aber ungefragt die Erlaubnis das Heiligtum zu fotografieren.














